Remote I/O-System Alle Vorteile des I/O-Moduls adressieren den Anwender

Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Schmaler planen, einfacher installieren, schneller in Betrieb nehmen und Stillstände vermeiden – das wünscht sich heute der Maschinen- und Anlagenbauer. Genau für diese Anforderungen hat Weidmüller ein Remote I/O-System mit steckbarer Anschlussebene in schmalster Bauform entwickelt und spart damit viel Platz im Schaltschrank.

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Die Automatisierung produktiver und einfacher gestalten, bei mehr Leistung - das versprechen die beiden Weidmüller Produktmanager Remote I/O-System Andreas Hoffmann (r) und Jörn Dauer mit ihrer neu entwickelten elektronischen Interfacetechnik.
Die Automatisierung produktiver und einfacher gestalten, bei mehr Leistung - das versprechen die beiden Weidmüller Produktmanager Remote I/O-System Andreas Hoffmann (r) und Jörn Dauer mit ihrer neu entwickelten elektronischen Interfacetechnik.
(Weidmüller)

„Bei der Konzeption unseres modularen Remote I/O-Systems haben wir uns bei allen Vorteilen direkt an den Anwendererfordernissen orientiert“, sagt Dr. Timo Berger, Leiter Division Elektronische Interfacetechnik bei Weidmüller. Dazu führte man eine umfassende Marktanalyse bei über 120 Kunden durch. „Wir haben direkt vor Ort intensiv nach ihren Anforderungen, Lücken und Problemen gefragt, um ein genau auf diese Bedürfnisse abgestimmtes Produkt zu entwickeln“, berichtet Dr. Berger. Damit möchte Weidmüller auch strategisch eine Lücke schließen auf seinem Weg, sich als Lösungsanbieter aufzustellen. Feldbustechnik spielt dabei als wichtiges Lösungselement eine wesentliche Rolle.

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Basierend auf dem neuen IP 20 Remote-I/O-System „u-remote“, den bereits bestehenden SAI-aktive Remote-I/O-Systemen in Schutzart IP 67 und den SPS-Übergabe-Elementen, kündigt Dr. Berger an, Systemlösungen zu erstellen, die sich bestmöglich in die Topologie der Maschinen- und Anlagenautomatisierung integrieren lassen und diese leistungsfähiger gestalten.

Zuverlässige Datenübertragung ist das Rückgrat

Moderne Fertigungsanlagen zeichnen sich durch hohe Flexibilität, dezentrale Strukturen und kommunikationsfähige Komponenten aus – ihre Automatisierungskonzepte sind komplex. Eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung bildet das Rückgrat dieser Fertigungsanlagen und Maschinen. „Wir wollen unseren Kunden mehr Performance, aber auf einem einfachen Weg, bieten. Das heißt die steigende Komplexität muss händelbar bleiben“, verdeutlicht der Interface-Experte setzen – angefangen bei der Planung und Installation bis hin zu Inbetriebnahme und Wartung.

Alle Vorteile adressieren den Anwender

Unter dieser Prämisse entstand das modular konzipierte Remote I/O-System. Alle Vorteile adressieren direkt den Anwender: „u-remote“ zeichnet sich durch eine steckbare Anschlussebene, hohe Packungsdichte gleichwie beste Performance aus und steht für hohe Effizienz und Produktivität. Der integrierte Web-Server vereinfacht Inbetriebnahme und beschleunigt Wartungsarbeiten.

„Wir kennen jetzt die Anforderungen unserer Maschinenbaukunden“, schließt sich Jörn Dauer, Produktmanager Remote I/O-System bei Weidmüller, an. Zu den vier markantesten Eigenschaften zählen seiner Meinung nach: ein spürbar verkleinerter Bauraum, flexibler planen, einfach installieren und schnell in Betrieb nehmen sowie Stillstände vermeiden. „An diesen vier Punkten wollen wir unser remote I/O-System messen.“

Den verkleinerten Bauraum unterstreicht Andreas Hoffmann, Produktmanager Remote I/O-System bei Weidmüller, noch einmal ganz dick: „Die Maschinen werden immer kompakter, aber die Schaltschranke sind immer noch zu groß. Mit unserem u-remote lassen sich jetzt bis zu 1024 I/Os in einer Station auf unter 80 cm Tragschiene montieren.“

11,5 Millimeter Modulbreite

Das erlaubt schließlich deutlich kompaktere Schaltschränke: Bei einer Modulbreite von lediglich 11,5 mm senkt u-remote nicht nur den Platz- und Kostenbedarf, sondern eröffnet, mit höchster Kanaldichte, auch flexible Gestaltungsoptionen. Der anwenderfreundliche, modulare Aufbau sowie der integrierte Web-Server von dienen der schnellen Inbetriebnahme und einem einfachen Service: Gute Übersicht und intuitives Handling von vorkonfektionierten Leitungen verhindern Verdrahtungsfehler ebenso wie Fehldiagnosen, und im Wartungsfall vereinfacht das Modul den Austausch der Elektronik im laufenden Betrieb unter Spannung - bei stehender Verdrahtung (hot-swapping). „Denn dank feststehender Modulbasis lässt sich die Elektronik wechseln, ohne die Kommunikationsanbindung oder die Versorgungsspannung unterbrechen zu müssen. Jede Modulbasis vereint Hutschienenbefestigung, Funktionserdeanbindung, Elektronik und Kommunikationsanbindung“, erläutert Jörn Dauer.

Sensoren und Aktoren zeitsparend und fehlerfrei anschließen

Eine steckbare Anschlussebene erlaubt den zeitsparenden, fehlerfreien Anschluss von Sensoren und Aktoren mit vorkonfektionierten Leitungen. Für einfaches Handling und geringe Verdrahtungszeiten sorgt ebenso das zuverlässige und rüttelsichere Push-in Anschlusssystem. „Es spart im Vergleich zu Zugfederklemmen bis zu 50 Prozent an Zeitaufwand“, ergänzt der Produktmanager.

Die bei u-remote einreihig ausgelegte Anschlussreihe überzeugt mit klarer, übersichtlicher Struktur - beim Verdrahten und Service gestaltet sich die Zuordnung zu den Schaltbildern einfach und weitgehend fehlerfrei.

Es besitzt nicht nur jedes Modul, sondern auch jeder Kanal seine eigene danebenstehende LED, was sowohl Modul- als auch Kanaldiagnosen erheblich vereinfacht. „Mit den in Standardfarben aufleuchtenden, frontseitig platzierten LEDs erkennt der Anwender auf einen Blick den Status der Module oder nimmt Diagnosen des I/O-Systems vor. Fehler lassen sich so eindeutig identifizieren und schnell beheben, erklärt der Spezialist weiter.

I/O-Module lassen sich einfach auslegen

Zwei besonders herausragende Eigenschaften positionieren das Remote I/O, so Andreas Hoffmann als „best-in-class“: Erstens trennt es die Versorgung für Ein- und Ausgänge durch zwei hoch belastbare 10 A Strompfade. Dies lässt ein selektives Abschalten zu und spart Einspeisemodule, schont folglich den Platzbedarf und verringert Planungs- ebenso wie Wartungsaufwände. Zweitens genügt eine Einspeisung: u-remote besitzt einen Versorgungspfad, der den Betrieb von 64 Modulen mit einer einzigen Einspeisung am Koppler ermöglicht. Beides sorgt für kompakte Remote I/O-Stationen und vereinfacht ihre Auslegung.

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Der Hochgeschwindigkeits-Stationsbus arbeitet mit bis zu 256 DI/DOs in 20 µs. Mit seiner kurzen Reaktionszeit, der schnellen Abbildung von Prozessen und seinen Leistungsreserven ist er zukunftssicher ausgelegt. Das formschlüssige, mechanisch querverriegelte Remote I/O-System ist besonders robust und wird rüttelsicher auf Tragschienen montiert. Es ist im erweiterten Temperaturbereich von -20°C bis 60°C voll betriebsfähig.

Alle Modulfunktionen optisch leicht identifizierbar

Eine clevere, übersichtliche Farbkennzeichnung vereinfacht die Handhabung: Alle relevante Modulfunktionen lassen sich optisch leicht identifizieren. Orangefarbige Bedienelemente dienen dem intuitiven Handling. Die Module können Anwender nicht nur werkzeuglos installieren, sondern ebenfalls in ihrer Reihenfolge jederzeit ändern. Dies beschleunigt Wartungstätigkeiten an Maschinen und rationalisiert Umrüstungen von Anlagen.

Einfach per Software planen

Auch von den frei wählbaren Anschlussmöglichkeiten profitieren Anwender: Ob sie mit 2-, 3- plus FE- oder 4-Leitertechnik arbeiten möchten. Eine professionelle Planungssoftware vereinfacht die Planung. Implementierte hilfreiche Funktionen sind 3D-Ansichten, Bestückung auf Tragschiene, Beschriften mit Markierern, Export von CAD-Daten und nicht zuletzt die Überprüfung des korrekten Stationsaufbaus.

Leichte Modulauswahl

„Weidmüller erzielt Variantenvielfalt seiner Module durch Parametrierbarkeit, nicht durch Artikelvielfalt – so gibt es pro Modul nur eine Artikelnummer für diverse Funktionen“ betont der Produktmanager. Das erleichtert die Modulauswahl gleichwie die Planung und reduziert die Lagerhaltung. Verfügbar sind zudem umfangreiche Markierungsoptionen. Übersichtlich gestalten lässt sich die Betriebsmittelkennzeichnung mit MultiCard: Markierer aus diesem System sind mit dem Drucker PrintJet Pro und PrintJet Advanced auch farbig druckbar. Dies gilt für Anschlussmarkierer, den 3-Modulmarkierern pro Modul oder den Schwenkmarkierer – Anwender können sie bedarfsgerecht individuell beschriften.

Installationsfehler ausgeschlossen

Schließlich gehört Fehlstecksicherheit bei u-remote zum Systembestandteil: Bis zu 64 individuelle Funktions- und vier Steckplatz-Kodierungen vermeiden Installationsfehler und helfen bei Servicetätigkeiten.

Das Remote I/O-System - mit Ethernet- sowie USB-Schnittstelle - ist von akkreditierten Labors zertifiziert, das bezieht die Feldbusintegration zur SPS, die Produktnorm IEC 61131-2 ebenso wie die UL Zertifizierung ein. Via aufgedruckten QR-Code sind Installationsanweisungen oder technische Daten abrufbar und stehen Smartphones jederzeit bereit.

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