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„100 Orte für Industrie 4.0“ Allianz Industrie 4.0 zeichnet Softwarelösung aus

| Redakteur: Julia Stemann

Mit einer Softwarelösung verbindet Endress+Hauser verfahrenstechnische Anwendungen mit der Welt digitaler Geschäftsprozesse. Dafür hat der baden-württembergische Staatssekretär Peter Hofelich am 4. Mai 2016 im Neuen Schloss in Stuttgart im Zuge des Wettbewerbs „100 Orte für Industrie 4.0“ die Software ausgezeichnet.

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Marco Braun (links) und Andreas Buchdunger (mitte) von Endress+Hauser Info Serve nahmen am 4. Mai 2016 die Auszeichnung als einer der „100 Orte für Industrie 4.0“ von Staatssekretär Peter Hofelich (rechts) entgegen.
Marco Braun (links) und Andreas Buchdunger (mitte) von Endress+Hauser Info Serve nahmen am 4. Mai 2016 die Auszeichnung als einer der „100 Orte für Industrie 4.0“ von Staatssekretär Peter Hofelich (rechts) entgegen.
( Endress+Hauser, Martin Storz)

Mit dem Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ zeichnet das Land Baden-Württemberg neue Lösungen für die Digitalisierung der Wertschöpfung in der Industrie aus. Insgesamt prämierte die „Allianz Industrie 4.0“, eine Initiative des Finanz- und Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-Würrtemberg, in der dritten Runde des Wettbewerbs 21 Betriebe, die Industrie 4.0 im Unternehmensalltag umgesetzt haben. Die Business Process Integration Component, eine Softwarelösung von Endress+Hauser, soll es ermöglichen, Daten zu übernehmen, zu erfassen, zu speichern und zu visualisieren. Sie übermittelt Felddaten aus Industrieanlagen lösungs- und branchenübergreifend an nachgelagerte betriebswirtschaftliche Software wie SAP ERP. So landen die Daten laut dem Hersteller schnell und einfach dort, wo sie gebraucht werden.

Software verbindet Daten mit Informationssystem

Waren Daten aus unterschiedlichen Prozessen bisher auf ihre jeweiligen Automatisierungsinseln verteilt und mussten zusammengetragen werden, verbindet die Software sie automatisch mit dem betrieblichen Informationssystem. Die Datenübernahme aus dem Feld erfolgt über den Kommunikationsstandard OPC UA. Beliebige Mess- und Zustandsdaten können von einem bereits existierenden OPC-UA-Server in die Software eingebunden werden – unabhängig vom Hersteller.

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Sobald ein Anwender ein neues Gerät einbindet, fragt die Software dessen Daten zeit- und ereignisgesteuert ab und speichert sie in der Datenbank. Die Lösung soll sich somit gut in bestehende Systeme einfügen. Der Anlagenbetreiber erhält transparente Produktionsabläufe und kann sie zeitnah steuern. Nachgelagerte Geschäftsprozesse können durch diese Informationen verbessert und automatisiert werden. Die Software ist außerdem erweiterbar. Zusätzliche Funktionen werden in Form von Anwendungserweiterungen, sogenannten Plug-Ins, ergänzt.

Software warnt automatisch per E-Mail

In einem ersten Projekt kommt die Software für die Überwachung von Wasseranalysestationen eines großen Chemieparkbetreibers zum Einsatz. Das umfasst Messwerte, Limit-Überschreitungen und Füllstände der Probenbehälter: Über ein Web-Frontend ruft der Nutzer die Präsentations- und Visualisierungsebene mit seinen Übersichtsseiten, sogenannten „Dashboards“, auf. Neue Reports lassen sich per Drag & Drop hinzufügen und in bestehende oder neue Dashboards einbinden.

Alle Daten aus der Industrieanlage können per OPC UA abgerufen und automatisch gespeichert werden. Mit der Software kann der Betreiber der Anlage für die Daten bestimmte Regeln definieren. Ein Beispiel: Wird der Grenzwert einer Messung überschritten, benachrichtigt die Software die zuständigen Personen per E-Mail und sendet einen automatisch erzeugten Bericht zu den Daten. So kann im Bedarfsfall schnell auf Abweichungen reagiert werden.

Der Chemieparkbetreiber kann durch die Software mögliche Störungen bereits erkennen und beheben, bevor sie auftreten. Andreas Buchdunger, verantwortlich für die Integration von Geschäftsprozessen beim Informatikdienstleister Endress+Hauser Info Serve, sagt: „Am wichtigsten sind für uns zufriedene Kunden. Dass die Software nun auch von der Allianz Industrie 4.0 ausgezeichnet wird, ist eine Bestätigung für unser Produkt.“ Auch die Resonanz der Besucher der Hannover Messe, auf der unter anderem das Thema Industrie 4.0 im Mittelpunkt stand, sei beeindruckend gewesen. „Das spornt uns weiter an“, erklärt Buchdunger.

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