Safety-Consulting dokumentiert

An Stanzautomaten gemessene Nachlaufzeit bestätigt Sicherheitsniveau

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Hohe Anforderungen an die Messtechnik

Bei Pressen gelten eine C-Norm (EN 692:2005 + A1:2009) sowie die BG-Regel 500 (BGR 500), die eine regelmäßige Erfassung und Prüfung der Nachlaufzeit festschreiben. Bei Stanzanlagen existiert keine derartige Norm, dennoch ist die Messung der Nachlaufzeit hier ebenso wichtig. Das Application Center der Schmersal Gruppe bietet eine solche Messung als Dienstleistung an – ein Service, der häufig nachgefragt wurd, denn viele Kunden von Schemrsal entwickeln und fertigen Anlagen, bei denen die Nachlaufzeit eine wichtige Größe zur Bewertung der Sicherheitsrisiken ist. Für die Erfassung dieses Parameters benötigt man jedoch nicht nur Erfahrung, sondern auch spezielle Messtechnik. Beides können die Safety Consultants von Schmersal vorweisen.

Dabei kommt ein ganz neues Messgerät zum Einsatz. Nach umfassenden Benchmark-Tests mit verschiedenen Messgeräten hat sich Schmersal für eine Gerätebaureihe entschieden, die im Vergleich die genauesten und verlässlichsten Messwerte liefert. Zudem konnten die Safety Consultants ihre Wünsche in die Weiterentwicklung des Gerätes einbringen, so dass die Software nun optimal auf die Anforderungen von Schmersal abgestimmt ist.

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Exakte Messung im Millisekundenbereich

Das ließ sich bei mabu-Pressen direkt in der Praxis beweisen. Die Safety Consultants Volker Heinzer und Siegfried Wolf installierten am Stanzautomaten vom Typ VP 500L die Messeinrichtung: Am Werkzeug wird ein Seilzugsystem befestigt, das mit dem Messgerät verbunden ist. Das Not-Halt-Signal wird in der Anlagensteuerung abgegriffen. Volker Heinzer, Safety Consultant: „Das Messgerät erfasst in dieser Applikation sowohl die Zeitspanne als auch den zurückgelegten Weg zwischen dem Betätigen der Schutzeinrichtung und dem Stopp der Abwärtsbewegung des Stanzwerkzeugs. Dabei werden die Bewegungsabläufe vor und nach der Not-Aus-Betätigung mit einer Genauigkeit von 0,5 msec festgehalten.“

Wenn die Nachlaufzeit nicht beim Auslösen einer Not-Halt-Funktion, sondern beim Auslösen einer optoelektronischen Schutzeinrichtung erfasst werden soll, kommt als Geber eine „künstliche Hand“ zum Einsatz, die in den Gefahrenbereich eingreift und die Schutzeinrichtung aktiviert.

Ergebnis: Alles in bester Ordnung

Das Ergebnis der Messreihen ist bestens: Das Messgerät zeichnet die sinusförmigen Bewegungen des Werkzeugs exakt auf und dokumentiert, dass die Bremse prompt eingreift und der Stillstand innerhalb von 50 bis 160 ms eintritt. Safety Consultant Siegfried Wolf: „Die Nachlaufzeit ist vergleichsweise sehr kurz, und die Sicherheitszuhaltung muss nur für eine kurze Zeitspanne verriegelt bleiben. Aus Anwendersicht heißt das: Das erforderliche Sicherheitsniveau ist gewährleistet, und die Sicherheitseinrichtungen beeinträchtigen nicht die Produktivität.“

Damit kann sich die mabu-Pressen AG in ihrem Sicherheitskonzept bestätigt sehen. Stefan Egenolf, Leiter Elektrokonstruktion: „Die Tests bestätigen, dass unsere Risikobeurteilung zutreffend ist und ein hohes Maß an Sicherheit erreicht wird. Das können wir unseren Kunden nun schwarz auf weiß dokumentieren.“

Gerald Scheffels, Fachlournalist, Wuppertal

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