Vom Handy zum IPC

Android für die Maschinenbedienung zwischen Wunschtraum und Alptraum

21.06.2011 | Autor / Redakteur: Dr. Carsten Emde / Reinhard Kluger

Bedienoberfläche eines Lasers mit Touchpanel, die in einer Zeit entwickelt wurde, als es noch keine entsprechenden Smartphones gab Bild: Trumpf Laser
Bedienoberfläche eines Lasers mit Touchpanel, die in einer Zeit entwickelt wurde, als es noch keine entsprechenden Smartphones gab Bild: Trumpf Laser

Das Betriebssystem Android von Google scheint wie geschaffen für Multimedia-Anwendungen. Hält das Linux-Derivat auch Einzug in die Fabrik? Überlegungen gibt es, aber ist Android für die Maschinenbedienung nur ein Strohfeuer oder wird es zum Dauerbrenner?

Touchpanels sind ein alter Hut: Die erste Revolution in der Realisierung des Mensch-Maschinen-Interface fand vor mehr als 30 Jahren statt: Damals wurde das gravierte Armaturenbrett mit einzeln eingeschraubten Anzeige- und Bedienelementen von einem Bildschirm mit Menüsteuerung abgelöst. Die Vorteile waren offensichtlich:

  • Keine Abhängigkeit von der Lieferbarkeit spezieller Bauelemente,
  • einfache Umstellung auf andere natürliche Sprachen, sogar im laufenden Betrieb,
  • gleiche Hardware für viele Modelle und Ausführungen sowie
  • geringere Herstellungskosten

Zunächst wurde das Display mit Pfeiltasten oder, wenn erforderlich, mit der Tastatur bedient. Aber schon bald danach - auch bereits vor mehr als 20 Jahren - kam die zweite Revolution, als die Menüsteuerung zur kompletten graphischen Bedienoberfläche weiterentwickelt wurde und das Touchpanel Einzug hielt - zu einem Zeitpunkt also, als von Smartphones und Tablet-PCs noch nirgends die Rede war.

Der Pionier wird überholt

Als vor einigen Jahren die ersten Smartphones auf den Markt kamen, orientierten diese sich zunächst am traditionellen Mensch-Maschinen-Interface, meist allerdings noch ohne Touchpanel. Die extreme Nachfrage nach diesen Geräten in Kombination mit dem Wunsch nach vielfältiger Funktionalität haben dazu geführt, dass das Konzept der Bedienoberfläche von Smartphones rasch weiterentwickelt wurde und weit über das hinausgewachsen ist, was üblicherweise zur Steuerung einer Maschine benötigt wird. Dabei ist das Touchpanel unverzichtbar geworden, wobei dies jetzt sogar bei gleichzeitiger Berührung an mehreren Orten die verschiedenen Koordinaten gleichzeitig registrieren und auf diese Weise eine auf dem Bildschirm ausgeführte Geste erkennen kann.

Das Beste aus beiden Welten?

Natürlich ist es naheliegend, die auf Smartphones und Tablet-PCs verfügbaren Betriebssysteme und Bedienoberflächen nun auch für Maschinensteuerungen zu verwenden. Die rasche Weiterentwicklung der Bedienoberflächen von Smartphones hat dazu geführt, dass praktisch alle Anforderungen an ein Mensch-Maschine-Interface abgedeckt sind - und wenn mehr Funktionen verfügbar sind als nötig, kann es doch nicht schaden. Eignen sich nun Android & Co. für die Maschine oder nicht?

 

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