Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen hat Steuerungsmethoden für komplexe Systeme entwickelt, die die Vorteile schnellen Lernens mit der Zuverlässigkeit mathematischer Verifikation verbinden. Dieser hybride KI-Ansatz bietet eine wegweisende Lösung für die Herausforderungen der modernen Robotik.
Forscher des DFKI haben ein KI-basiertes Steuerungssystem für humanoide Roboter entwickelt, mit dem menschenähnliche Fähigkeiten wie sicheres und stabiles Laufen oder andere komplexe Bewegungen erreicht werden können.
(Bild: DFKI, Annemarie Popp)
Die jüngsten Fortschritte in der Robotik, die auf datengestützter Künstlicher Intelligenz basieren, eröffnen ein breites Spektrum praktischer Anwendungen. Die Sicherheit dieser Anwendungen zu gewährleisten, bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung. Mit den Fortschritten auf dem Gebiet der subsymbolischen KI, wie dem Deep Learning, werden auch die Grenzen datenbasierter Verfahren in Bezug auf Sicherheit und Zuverlässigkeit immer deutlicher. Denn Entscheidungen, die durch maschinelles Lernen getroffen werden, basieren weder auf symbolischen Berechnungen noch sind sie durch logische Regeln erklärbar und damit mathematisch nicht beweisbar. Gerade in sicherheitskritischen Bereichen wie der humanoiden Robotik ist die Verifizierbarkeit jedoch entscheidend, um das Risiko von Fehlfunktionen zu minimieren und eine sichere Umgebung zu gewährleisten.
Komplexes Roboterverhalten lernen und verifizieren
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „VeryHuman“ haben DFKI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler daher einen innovativen Ansatz entwickelt, der subsymbolische und symbolische KI-Methoden kombiniert. Konkret nutzten sie symbolische Spezifikationen im Reinforcement Learning, bei dem ein System für mathematisch überprüfbare Ergebnisse belohnt wird. Dafür bündelten die zwei Bremer Forschungsbereiche Robotics Innovation Center, geleitet von Prof. Dr. Frank Kirchner, und Cyber-Physical Systems, geleitet von Prof. Dr. Rolf Drechsler, ihre Kompetenzen. Ziel war es, ein KI-basiertes Steuerungssystem für humanoide Roboter zu entwickeln, mit dem menschenähnliche Fähigkeiten wie sicheres und stabiles Laufen oder andere komplexe Bewegungen erreicht werden können.
Durch die Verwendung symbolischer Spezifikationen, wie einer einfachen Sprache zur Beschreibung des Roboterverhaltens, ist es dem Projektteam gelungen, abstrakte kinematische Modelle zu erstellen, die mathematisch überprüft werden können. Diese Abstraktionen definieren Belohnungsfunktionen für das Reinforcement Learning und ermöglichen es dem Roboter, seine Entscheidungen anhand der Modelle zu verifizieren. Dadurch wird die Zuverlässigkeit der Entscheidungen erhöht, was stabile und vorhersehbare Roboterbewegungen gewährleistet und das Risiko von Fehlverhalten oder unerwarteten Aktionen minimiert.
Zusätzlich wurde das gewünschte Roboterverhalten als hybrider Automat modelliert, ein mathematisches Modell, das sowohl kontinuierliches als auch diskretes Verhalten beschreibt. Dies reduziert den Zustandsraum des Systems und ermöglicht so ein effizienteres Lernen.
Schnelles dynamisches Laufen
Darüber hinaus ist es den Forschenden im Rahmen des Projekts gelungen, dynamisches Laufen mit dem humanoiden Roboter „RH5“ des DFKI zu realisieren. Dazu kombinierten sie die Methode des Nullmomentpunktes (der Punkt auf der Standfläche eines Roboters, an dem die resultierende Bodenkraft kein Kippmoment erzeugt) mit dem Ansatz der Ganzkörperregelung. Diese Kombination ermöglicht die Maximierung der Stabilität und Leistungsfähigkeit von lagegeregelten Robotern. So konnte robustes dynamisches Laufen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Schrittlängen unter effektiver Ausnutzung der Systemgrenzen sowohl hinsichtlich der Geschwindigkeit als auch des Bewegungsumfangs erreicht werden.
Nach Kenntnis der Forschenden ist dies das erste Mal, dass ein humanoider Roboter dynamisch mit bis zu 0,43 m/s gelaufen ist. Sieht man von Systemen mit aktiven Zehengelenken ab, gehört RH5 damit zu den schnellsten Humanoiden ähnlicher Größe und Antriebsmodalitäten. Um das Verhalten von RH5 weiter zu verbessern, setzte das Team zusätzlich Algorithmen zur Simulation und optimalen Steuerung ein, die auf dem symbolischen Modell des Systems basieren.
Mehr Effizienz und Sicherheit für KI-Anwendungen
Da die präzise Modellierung und Optimierung von Bewegungsabläufen sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz von Robotern erhöht, kann der im Projekt entwickelte hybride KI-Ansatz als Blaupause für die Generierung von Belohnungsfunktionen aus symbolischer, logikbasierter KI dienen. Dies ist insbesondere für Anwendungen relevant, bei denen die Systeme oder deren Fehlverhalten eine potenzielle Gefahr für den Menschen darstellen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Das Projekt VeryHuman wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von Juni 2020 bis Mai 2024 unter dem Förderkennzeichen 01IW20004 gefördert.