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Steckverbinder Anschlusstechnik für die digitale Zukunft

| Redakteur: Sandra Häuslein

Die digitale Welt braucht sie mehr denn je: Kabel und Stecker. Doch die Anforderungen steigen, vor allem an Steckverbinder. Sie müssen vielseitiger und robuster werden.

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Das Steckersystem Epic MH von Lapp lässt sich für Leitungen unterschiedlicher Funktionen bestücken und nimmt beliebige Steckermodule für Energie, Signale und Daten auf.
Das Steckersystem Epic MH von Lapp lässt sich für Leitungen unterschiedlicher Funktionen bestücken und nimmt beliebige Steckermodule für Energie, Signale und Daten auf.
(Bild: Lapp)

Die Digitalisierung verändert, wie wir leben, arbeiten und vor allem wie wir kommunizieren. Das gilt auch für die Kommunikation in der Produktion. Dort müssen immer mehr Daten mit immer höheren Geschwindigkeiten übertragen werden.

Funktechniken wie WLAN oder künftig 5G sind für spezielle Anwendungen interessant, „dennoch sind Leitungen und Steckverbinder in Fabriken auf lange Zeit unverzichtbar, ihre Bedeutung wird sogar noch zunehmen“, sagt Martin Guserle, Leiter des Geschäftsbereichs Steckverbinder bei Lapp. Leitungen blieben erste Wahl, wo es auf die schnelle und störungsfreie Kommunikation der Maschinen untereinander ankomme, etwa zur Übermittlung von Daten in Echtzeit oder für die Zuführung von Energie zu den Antrieben. Kabel sind im Vorteil, wenn Datenzuverlässigkeit und kurze Latenzzeiten wichtig sind, außerdem sind Leitungen weniger anfällig für Angriffe von Hackern. Lapp zufolge wird die kabellose Verbindungstechnik kabelbasierte Systeme also nicht verdrängen, sondern bestenfalls ergänzen.

Steckverbinder statt Festverdrahtung

Noch aus einem weiteren Grund soll die Bedeutung von Steckverbindern steigen. Mit Industrie 4.0 wird die Produktion modularer und vielfältiger. Einzelne Fertigungsmodule werden im Handumdrehen getauscht oder neu angeordnet. Wurden elektrische Verbindungen früher festverdrahtet, verlötet und dann oft viele Jahre nicht mehr angerührt, erfordert die Flexibilität der Steckverbinder, dass sie sich viele tausend Mal lösen lassen und immer wieder verlässlichen Kontakt herstellen. Ein robuster Aufbau hilft dabei.

Außerdem werden Steckverbinder immer modularer. Sie vereinen Kontakte für hohe Ströme etwa für Antriebe mit Datenleitungen, manchmal sogar mit Pneumatik – alles lässt sich leicht konfigurieren und immer wieder neu zusammenstellen, zum Beispiel wenn eine Maschine aufgerüstet wird. „Die Zahl der Steckverbinder wird in der Industrie weiter steigen“, ist sich Guserle daher sicher.

Ein Standard, 138 Millionen Varianten

Bestimmte Steckverbinder haben sich in der globalisierten Wirtschaft als Standard durchgesetzt. So sind Rechteckstecker seit vielen Jahren etabliert und erobern neue Anwendungen. 138 Millionen Konfigurationen erlauben beispielsweise die Gehäuse der Epic-Rechteckstecker von Lapp. Damit die Wahl nicht zur Qual wird, kann der Kunde im Online-Gehäusekonfigurator von Lapp sein individuell passendes Steckergehäuse zusammenstellen. Die Bestellung geht direkt in die Produktion und nach spätestens fünf Werktagen (innerhalb Deutschlands) trifft die Ware dem Unternehmen zufolge beim Kunden ein.

Fortschritte gibt es ebenso bei Rundsteckern. Hier dominieren die Gewindegrößen M23 und M17 und auch immer häufiger der kompakte M12-Stecker, der bei vielen Anwendungen Unterstützer gewinnt. Lapp hält diese Steckverbinder für zukunftssicher. Damit stellen sie dem Unternehmen zufolge einen Beitrag zur Nachhaltigkeit dar.

Zahl der bewegten Anwendungen nimmt zu

Stecker für industrielle Anwendungen sollen 30 Jahre oder länger halten und das bei immer weiter steigenden Anforderungen. Denn die Zahl der bewegten Anwendungen nimmt zu und ebenso Geschwindigkeit und Beschleunigung der Bewegungen, etwa in Schleppketten oder Robotern.

Nachhaltigkeit ist eng verknüpft mit Flexibilität. Wenn an einem Roboter eine Kamera zur Qualitätsinspektion nachgerüstet wird, sollte die Erweiterung auch im Steckverbinder möglich sein. Hier eignen sich modulare Rechtecksteckverbinder. Lapp etwa empfiehlt sein modulares Steckersystem Epic MH. Es soll sich flexibel für Leitungen unterschiedlichster Funktionen bestücken lassen und beliebige Steckermodule für Energie, Signale und Daten aufnehmen. Allerdings darf diese Vielseitigkeit nicht auf Kosten der Robustheit gehen. Steckverbinder müssen nach wie vor oftmals Öl, Dampf und mechanische Belastungen aushalten können.

Fertigkonfektionen im Kommen

Einen weiteren Trend erkennt Lapp in fertig konfektionierten und maßgeschneiderten Leitungen. Denn Maschinenbauer wollen sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Das Konfektionieren von Leitungen – das Kürzen der Kabel und Anbringen von Steckverbindern und weiteren Komponenten – gehört nicht dazu. Daher sind Fertigkonfektionen gefragt. Anbieter gewährleisten dabei die Qualität des Gesamtsystems und Anwender müssen sich nicht um Montagefehler wie vergessene Endhülsen oder Verletzungen der Isolation sorgen. Bei Konfektionen direkt vom Hersteller können Kunden von dessen besonderem Know-how profitieren. (sh)

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