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Foxconn

Apple-Zulieferer hat Automatisierungsprobleme

| Redakteur: Carina Schipper

Im Jahr 2011 verkündete Terry Gou, Chef des größten High-Tech-Zulieferers Foxconn, einen ehrgeizigen Plan. Bis 2014 wollte das Unternehmen in seinen Fertigungshallen etwa eine Million Roboter, eigene Foxbots, ein- und die Arbeiter dafür ersetzen. Doch der Plan muss wohl erst einmal verschoben werden.

Foxconn werden lange Arbeitszeiten, hoher Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte zu Last gelegt, so Spiegel-Online.
Foxconn werden lange Arbeitszeiten, hoher Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte zu Last gelegt, so Spiegel-Online.
(Bild: Annette Bernhardt unter CC BY-SA 2.0-Lizenz, flickr.com)

Die geplanten Foxbots sollten vor allem bei der Montage des jüngsten Apple-Smartphones, dem I-Phone 6, zum Einsatz kommen, weiß Blogger und Apple-Insider Aaron Baumgärtner. Doch Foxconn hinkt seinem Ziel weit hinterher. Momentan stehen die High-Tech-Spezialisten schwerwiegenden Fertigungsproblemen gegenüber und die Genauigkeit der Roboter sorgt für alles andere als Zufriedenheit, so Baumgärtner. Bis jetzt üben die Foxbots nur Aufgaben mit wenig Präzision aus, wie beispielsweise das Festdrehen von Schrauben oder Ähnliches. Laut Baumgärtner erlaubt der derzeitige Stand der Arbeitsmöglichkeiten der Maschinen keine vollautomatisierte Fertigung. Aktuell erreichen die Roboter eine Genauigkeit von circa 0,05 mm, was für eine erfolgreiche I-Phone-Montage nicht ausreicht. Der Zusammenbau der Mobiltelefone erfordert eine Genauigkeit von 0,02 mm, erklärt der Apple-Mitarbeiter. Einen weiteren Minuspunkt sammeln die Foxbots auf Grund ihrer Größe. Vor Ort beanspruchen sie zu viel Platz, stellen daneben aber nur einen niedrigen Mehrwert für die Produktion dar. Die jetzige Generation der „Ersatzarbeiter“ eignet sich Baumgärtner zu Folge also nicht für eine vollautomatische I-Phone-Fertigung. Bereits kommen aber Gerüchte auf, nach denen die zweite Generation der Foxbots, die sich in der Entwicklung befindet, sehr geräuscharm arbeiten soll und fünf Finger für hohe Genauigkeit besitzen soll. Trotz aller Hindernisse sieht Baumgärtner eine Zukunft für die Maschinen: „Ich denke Roboter haben durchaus noch eine Chance. In zwei bis drei Jahren sehe ich dort gute Qualifikationen, mit der voranschreitenden Technik.“ Die Foxbots der Taiwanesen sollten zur Automatisierung der Produktionsabläufe beitragen. Ein einzelner Roboter kostet in der Anschaffung rund 20.000 bis 25.000 US-Dollar, schreibt Spiegel-Online. Die Robotermaschinen von Foxconn sollten die Arbeit eines Teils der 1,2 Mio. Mitarbeiter übernehmen. Zu den größten Kunden des asiatischen Unternehmens, das hauptsächlich in China zu Hause ist, zählt Apple. Foxconn produziert unter anderem I-Phones und I-Pads. In der Vergangenheit hatte Foxconn

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wegen schlechter Arbeitsbedingungen für Schlagzeilen gesorgt. Innerhalb kurzer Zeit hatten 2010 mehrere Beschäftigte Selbstmord begangen. Als Gründe dafür wurden Foxconn lange Arbeitszeiten, hoher Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte zu Last gelegt, so Spiegel-Online.

Bildquellen: Annette Bernhardt unter CC BY 2.0-Lizenz , flickr.com

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