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Astronauten-Assistent Cimon kehrt zur Erde zurück

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete mobile Astronauten-Assistent Cimon ist nach knapp einem Jahr zurück auf der Erde. Der zweite Cimon soll bereits im Dezember 2019 zur ISS fliegen.

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Cimon "arbeitete" erfolgreich mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zusammen.
Cimon "arbeitete" erfolgreich mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zusammen.
(Bild: DLR )

Der „Crew Interactive Mobile Companion“ – kurz Cimon – ist an Bord eines Dragon-Raumschiffs der US-amerikanischen Firma Space X am 27. August 2019 zurück auf seinen Heimatplaneten gelangt. Das Abdocken von SpaceX18 von der Internationalen Raumstation ISS erfolgte um 16:59 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, die Landung der Kapsel im Pazifik rund 480 Kilometer südwestlich von Los Angeles und Bergung der Fracht um 22:21 Uhr MESZ. "Wir erwarten den ersten Cimon Ende Oktober zurück in Deutschland“, berichtet Dr. Christian Karrasch, Cimon-Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagemen. Cimon war als Technologie-Experiment am 2. Juli 2018 auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen.

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Am 15. November 2018 „arbeitete“ der robotische Assistent mit dem Gesicht 90 Minuten lang erfolgreich mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zusammen. Cimon stellte seine Basisfunktionen unter Beweis – seine Flugeigenschaften in Schwerelosigkeit mit autonomer Navigation durch mehrere Drehungen und Bewegungen in alle Richtungen, er suchte und erkannte zum Beispiel das Gesicht von Alexander Gerst und nahm Augenkontakt auf, sprach mit ihm, zeigte auf seinem „Gesicht“, einem Display in der Mitte des kugelförmigen Körpers, die Anleitung für ein Experiment und spielte Musik ab. Er nahm mit seinen Kameras ein Video und ein Foto von Alexander Gerst auf. „Mit dem ersten Cimon konnten wir den Grundstein für soziale Assistenzsysteme im All legen, die Astronauten bei Aufgaben unterstützen und irgendwann vielleicht auch entlasten können“, resümiert Dr. Karrasch.

Ein Nachfolgemodell des Technologie-Experiments mit erweiterten Funktionalitäten wird aktuell im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements von Airbus gebaut und getestet. Auch der zweite Cimon nutzt die künstliche Intelligenz (KI) der IBM-Watson-Technologie, das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München betreut das Projekt wissenschaftlich. Till Eisenberg, Cimon-Projektleiter bei Airbus, sagt: „Insgesamt gibt es mehrere Upgrades wie bessere Mikrofone, einen robusteren Computer, eine verbesserte Flug- und Lageregelung, neue Software-Features für die Konversation, zum Beispiel bei der Spracherkennung, dem Gesprächsverlauf und der Intention.“

Astronaut behält Kontrolle über Cimon

Ethische Fragestellungen beim zukünftigen Einsatz von Cimon werden durch Mediziner der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beleuchtet und evaluiert. Durch die Interaktion zwischen Mensch und Maschine werden Persönlichkeitsrechte berührt, da Bild und Tonmaterial vom Astronauten durch Cimon aufgenommen, verarbeitet und interpretiert werden. Einerseits sind hohe technische Standards im Bereich der Datensicherheit notwendig, andererseits ist bei der Arbeit im Team zwischen Mensch und Maschine das Vertrauen in ein solches System wichtig. Konkret bedeutet dies: Was darf Cimon tun, wissen und sagen. „Auch der neue Cimon hat einen eingebauten Schalter, mit dem der Datenstrom aller Kameras und Mikrofone von der ISS aus unterbrochen werden kann. So hat der Astronaut jederzeit die Kontrolle über Cimon, dies war uns besonders wichtig“, betont LMU-Wissenschaftlerin Dr. Judith Buchheim.

Das DLR Raumfahrtmanagement, dass die deutschen Beiträge zur Europäischen Weltraumorganisation ESA steuert, arbeitet parallel mit der ESA daran, den neuen Cimon im Dezember 2019 auf die ISS zu bringen und Crew-Zeit mit Astronauten zu erhalten.

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