Suchen

Drehgeber Auch für den Einsatz bei schnellen Maschinentakten gefordert

Autor / Redakteur: (hö) / Karl-Ullrich Höltkemeier

BaumerThalheim produziert die magnetischen und lagerlosen Drehgeber der MOR-Reihe mit Hohlwellendurchmessern von 20 bis 65 Millimetern. Damit und mit den geringen Einbaumaßen bietet sich der Einsatz dieser Sensoren für ein breites Spektrum an Anwendungsgebieten und Antriebsgrößen an – sicher, widerstandsfähig und wirtschaftlich.

Firma zum Thema

( Archiv: Vogel Business Media )

Es gibt genügend industrielle Anwendungsgebiete, in denen kurze Wartungszyklen und hoher Verschleiß quasi vorprogrammiert sind. Das betrifft besonders Anlagenteile, die direkt schweren mechanischen Belastungen ausgesetzt sind – wie zum Beispiel bestimmte Bearbeitungswerkzeuge. Selten sind die Antriebe solcher Anlagen und mit ihnen die Sensoren für die Drehzahlregelung oder Positionierung mechanisch derart abgeschirmt, dass sie von den Einflüssen umherspritzender Kühl- und Schmierflüssigkeiten oder Staub und anderer Verschmutzungspartikel verschont bleiben.

Die Resistenz gegenüber mechanischen „Strapazen“ der vergleichsweise niedrigpreisigen Anlagen-Komponenten, wie Drehgeber, ist ein Wirtschaftsfaktor. Es dürfte kalkulatorisch kaum vertretbar sein, einen Prozess allein wegen des Ausfalls eines Messwertaufnehmers zu stoppen. Das gilt im übrigen nicht nur für technische Einrichtungen der Schwerindustrie, für witterungsbeständige Außenanlagen oder schifffahrtstechnische Ausrüstungen, sondern betrifft ebenso die Medizintechnik, die Druckindustrie und andere sogenannte „feine“ Produktions- und Handlinganlagen mit höherem Präzisionsanspruch.

Bildergalerie

Im Zuge immer wirtschaftlicher kalkulierter Anlagengestaltung wächst die Nachfrage nach verschleißfreien und wartungsarmen Systemen, Komponenten und Modulen. Letzteres gibt die Impulse für entsprechende technologische Entwicklungen der Zulieferindustrie.

Lagerlose Drehgeber mit magnetischer Abtastung

Vor diesem Hintergrund entwickelt auch BaumerThalheim das Spektrum seines Drehgeber-Angebots kontinuierlich weiter. Die neueste Entwicklung des Hauses repräsentiert die MOR-Reihe, lagerlose Drehgeber mit magnetischer Abtastung, mit einer Auflösung von bis zu 4.096 Impulsen pro Umdrehung (Bild 1).

Die magnetisch abtastenden Drehgeber der MOR-Reihe wurden speziell für rotative Anwendungen entwickelt. Charakteristisches Bauform-Merkmal der inkrementalen und berührungslosen Mess-Systeme ist die funktionale Verbindung zweier Komponenten: Rotor und Stator (Bild 2). Auf den Rotor sind die magnetisch codierten Inkremente direkt aufgebracht. Diese als Maßverkörperung bezeichnete Codierung unterliegt regelmäßigen Strukturen – den sogenannten Teilungen. Als Träger dient ein kunststoffgebundenes Magnetmaterial mit Nord- und Südpolen, deren Teilungsperiode auf den entsprechenden Sensor ausgelegt ist.

Je nach Drehgebertyp (ITD 59, ITD 69) und Applikation/ Aufgabenstellung werden verschiedenste Polteilungen eingesetzt, Hierbei wird zwischen 1, 2 und 5 Millimetern Polbreite unterschieden.

Rotor direkt auf der Welle befestigt

Zur Aufnahme der Ist-Werte eines Antriebes wird der Rotor direkt auf der Welle befestigt und vollzieht so die Wellenrotationen mit. Der radial angeordnete Sensorkopf tastet währenddessen den mit wechselnder Polarität magentisierten Rotor ab und erfasst dabei die entsprechenden Poländerungen. Nach interner Signalaufbereitung überträgt die Elektronik die Werte an die nachfolgende Regelung.

Für die Kommunikation mit Steuerungs- und Regelungssystemen stellen die Sensoren der MOR-Reihe serienmäßig TTL- bzw. HTL- oder SIN/COS-Signale bereit, verpolungssicher, überspannungs- und kurzschlussfest ausgelegt. Die Anschlüsse sind mit beiden gebräuchlichen Optionen verfügbar: wahlweise Kabel oder Stecker.

Mechanisch widerstandsfähig und für hohe Maschinentakte ausgelegt

Mit der nach DIN IEC 60 068, Teil 2-27 ausgelegten Schockfestigkeit, mit vergossener Elektronik und der Schutzart IP 66 (optional auch IP 67) erweisen sich die Geräte äußerst widerstandsfähig gegenüber festen und flüssigen Verschmutzungen jeder Art, zum Beispiel gegen Kühlflüssigkeiten, Öle oder Staub und nicht magnetisch leitfähige Späne. Der Sensorkopf ist von einem elektrisch leitfähigen, geschirmten Kunststoffgehäuse umgeben, das die Elektronik vor mechanischen und elektromagnetischen Störeinflüssen sowie thermischer Überlastung schützt.

Ferner bietet das Gehäusematerial auch leicht aggressiven Medien ausreichend Widerstand. Mit dem Verzicht auf eine Eigenlagerung entfällt zudem eine wartungs- und verschleißanfällige Komponente von Drehgebern.

Je nach Kundenwunsch, beziehungsweise gemäß der Anforderungen des Einsatzgebietes, werden die Geber werksseitig für die geforderten Impulszahlen vorprogrammiert: 128; 256; 512; 1.024, 2.048 oder 4.096 Impulse pro Umdrehung. Mit der MOR-Reihe stehen so lagerlose Drehgeber mit magnetischer Abtastung auch für Anwendungen zur Verfügung, in denen hohe Maschinentakte gefahren werden.

Erste Pilotinstallationen der neu entwickelten Sensor-Familie belegen die Verlässlichkeit der mechanischen, elektrotechnischen und elektronischen Eigenschaften: Unter rauen Bedingungen zahlreicher Indoor- und Outdoor-Anwendungen bewähren sich Drehgeber der MOR-Reihe innerhalb des Einsatztemperaturspektrums von -20 °C bis +85 °C (optional bis +100 °C) durch nachweislich hohe mechanische Belastbarkeit, durch Unempfindlichkeit gegen Schmutz, durch Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Messwerte.

*Gerhard Vock, Geschäftsführer, BaumerThalheim GmbH & Co. KG

(ID:205421)