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Sicherheitsrelais

Auch in korrosiver Atmosphäre Anlagen immer zuverlässig abschalten

| Autor/ Redakteur: Horst Kalla* / Ines Stotz

In der Prozessindustrie wie Offshore- oder Chemieanlagen müssen auch empfindliche elektronische Komponenten korrosiven Stoffen wie Säuren, Salze oder Feuchtigkeit widerstehen. SIL3-Sicherheitsrelais mit einem speziellen Schutzlack schaffen das – nachweislich.

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Salzige Gischt sprüht beständig gegen Offshore-Anlagen wie Ölplattformen.
Salzige Gischt sprüht beständig gegen Offshore-Anlagen wie Ölplattformen.
( Bild: © Michael Rosskothen/Fotolia.com )

Ob Anlagen und Anlagenteile in der Prozessindustrie oder Offshore-Anlagen – sie eint ein raues, widriges Umfeld. So sprüht salzige Gischt beständig gegen Windräder oder Ölplattformen, aber auch in der chemischen Industrie befinden sich in einzelnen Bereichen Spuren von Chlorgasen oder Schwefelwasserstoff in der Luft. Derartige Atmosphären sind Gift für metallische Werkstoffe, denn sie bewirken Korrosionsschäden mit konsekutivem frühzeitigem Produktverschleiß. Dies betrifft längst nicht nur Komponenten, die frei im Feld installiert sind, auch der Schaltschrank bietet nicht immer Schutz vor äußeren Einflüssen. Sofern keine weiteren Schutzmaßnahmen vorgesehen sind, wie etwa eine Druckbelüftung des Schaltschranks, dringt potenziell Luft ins Schaltschrankinnere – sie schleust korrosiv wirkende Stoffe wie Säure, Salz oder Feuchtigkeit mit ein.

Wenn Korrosion die Verfügbarkeit der eingesetzten Produkte reduziert, stellt dies insbesondere in Sicherheitssystemen eine ernstzunehmende Gefahr dar: Eine Produktbeschädigung senkt das geforderte Sicherheits-Integritätslevel (SIL) ab, dies kann bis zum kompletten Schutzausfall reichen – oftmals schleichend und unbemerkt. Weidmüller hat seine Sicherheitsrelais der Safeseries deshalb produktseitig auf hohe Funktionalität und Schutz hin entwickelt und sie – vor dem Feldeinsatz – intensiven Tests unterzogen, die über das geforderte Maß hinausgingen.

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Einsätze in G3-Umgebung vorbehaltlos möglich

Zum Schutz der empfindlichen Elektronik wird bei jedem Sicherheitsrelais mittels eines speziellen Sprühverfahrens ein Schutzlack in definierter und stets gleicher Stärke aufgebracht, der korrosiven Stoffe wie Säuren, Salze oder Feuchtigkeit nachhaltig widersteht. Zudem hat das Weidmüller Labor die Sicherheitsrelais einen Monat lang, ohne Unterbrechung, diversen Schadgasen ausgesetzt. Durchgeführt wurde eine Mischgasprüfung in Anlehnung an die Norm EN 60068 – dem sogenannten 4-Komponenten-Schadgastest. Die Schadgaskonzentration wurde dem ISA (Instrumentation Society of America ISA S71.04-1985), Level G3, angepasst und war somit wesentlich höher, als die Norm für den 4-Komponenten-Schadgastest eigentlich vorschreibt. Dies simuliert die Umweltbedingungen in der Praxis weitaus realistischer.

Denn erstens überschreitet eine Testdauer von 30 Tagen den höchsten in der Norm vorgegebenen Zeitwert, zweitens waren die Prüflinge während dieser Zeit ununterbrochen in Betrieb. Verschiedene Funktionsprüfungen stellten drittens sicher, dass der Schutzlack auf der Leiterplatte die Schadgase tatsächlich zuverlässig abhält.

Abschließende mikroskopische Untersuchungen wiesen den einwandfreien Zustand der Sicherheitsrelais nach: Die Schadgase hatten das Material trotz der harten Prüfbedingungen nicht angegriffen. Mit anderen Worten: Kunden können SIL3-Produkte von Weidmüller bedenkenlos auch in korrosiven Umgebungen einsetzen, die mit dem Level G3 beschrieben sind. Eine Herstellererklärung zur Qualitätssicherung für das Sicherheitsrelais SCS 24V DC SIL3 weist die erfolgreich absolvierten Schadgasprüfungen nach, sie ist auf der Weidmüller Homepage zu finden.

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