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ErP-Richtlinie Auf die Plätze,fertig, los

| Redakteur: Carina Schipper

Kühlschrank, Kaffeemaschine und Co. unterliegen Energieeffizienzklassen. Auch in der Industrie schreibt die EU Normen vor. Ein Beispiel sind elektrische Antriebe. Die Bewertung erfolgt in drei Klassen. Eaton hat sich auf die höheren Anforderungen vorbereitet.

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Die ErP-Richtlinie verlangt von den Herstellern konstruktive Veränderungen ihrer Produkte.
Die ErP-Richtlinie verlangt von den Herstellern konstruktive Veränderungen ihrer Produkte.
(Bild: Eaton)

Fließt elektrische Energie vom Netz zum Motor und von dort aus gewandelt zum Prozess, findet eine Überführung von elektrischer in mechanische Energie statt. Dabei entstehen in einzelnen Komponenten Verluste, die vom jeweiligen Betriebspunkt – definiert durch Drehzahl und Drehmoment – abhängen. Die Klassifizierung elektrischer Antriebe durch die EU bedeutet für die Hersteller eine erhebliche Auweitung der Dokumentation, denn sie müssen alle Verluste in den acht Betriebspunkten angeben. Die IE-Einordnung richtet sich bei Frequenzumrichtern nach der verlorenen Leistung im Betriebspunkt bei 90 % Aussteuerungsgrad und 100 % drehmomentblidendem Strom bezogen auf Verluste des normativen Referenzumrichters im gleichen Betriebspunkt. Liegt der Wert bei einem Viertel der Verluste des Referenzumrichters, entspricht das IE1. Bleiben die Ergebnisse unter 25 %, so gehört das Gerät zur Stufe IE2.

Eaton ist „IE 3 ready"

Die ErP-Richtlinie und die neue Klasse IE3 setzen bei den Herstellern von Elektromotoren einige Anpassungen in der Bauart ihrer Produkte in Gang, hieß seitens Eaton auf deren Pressekonferenz. So wirken sich diese konstruktiven Veränderungen auf die elektrischen Eigenschaften des Antriebs aus. Dickere Wicklungsdrähte im Stator senken den ohmschen Widerstand genauso wie dickere Rotorstäbe und Kurzschlussringe. Eine optimierte Belchschnittgeometrie verringert magnetische Streuverluste und hochwertiges Blechmaterial Hysterese-Verluste. Alles in allem, fasst Miessen zusammen, steigt die Induktivität hocheffizienter Motoren, was bedeutet, dass sich die Ansprüche an die Schaltgerätetechnik wie Schütze und Motorschutzschalter ändern. Eaton hat das Verhalten der Technik unter den neuen Bedingungen unter die Lupe genommen und seine Leistungsschütze der DIL-Serie für den Direktanlauf sowie für den Stern-Dreieck-Anlauf und im Zusammenspiel mit Soft-Startern (DS 7 oder PowerXL Frequenzumrichtern) an IE 3 angeglichen. Im Fall der Motorschutzschalter PKZ und PKE liegen die Werte der Ansprechgrenzen des Kurzschlussauslösers jetzt entsprechend höher, heißt es aus Bonn. Grund dafür ist der bishe gebräuchliche Anlaufaktor acht, der wie er in der DIN EN 60947-4-1 definiert ist, nicht mehr für die Klassifizierung IE3 ausreicht. Das Schutzelement löst gegeben Falls aus, obwohl kein Fehler vorliegt oder Kurzschluss entstanden ist. An diesem Punkt lauert Gefahr, beispielsweise beim Flattern der Schütze der Kontaktbrand oder das Verkleben der Kontakte. Um diesen Risiken aus dem Weg zu gehen setzt Eaton mit seinen Produkten einen Anlaufaktor 12 bis 15,5 an und ist so gerüstet für die neueste Generation der Energieeffizienzklassen.

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