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Kuka Auf zwei Hochzeiten: Kuka setzt auf Industrie 4.0 und IIC

| Redakteur: Carina Schipper

Kuka und zahlreiche prominente Automatisierer, darunter Harting und Beckhoff, arbeiten an einem leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard zur Umsetzung der Fabrik der Zukunft. Als Plattform in Deutschland dient Industrie 4.0. Jetzt erklärt Kuka, sich künftig auch international zu beteiligen und dem Industrial Internet Consortium (IIC) beizutreten.

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(Bild: BMW )

Eine wichtige Voraussetzung für Smart Factory liegt in der nahtlosen Kommunikation verschiedener Maschinen, Objekte und Services – und zwar auch in Echtzeit. Das schwäbische Roboter- und Automatisierungsunternehmen ruft aus diesem Grund bereits seit längerem nach einem neuen, leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard. Dabei erhält es Unterstützung von führenden Unternehmen der Automatisierungsbranche. Im März versammelte Kuka die Vertreter von 15 namhaften Herstellern der deutschen sowie der US-amerikanischen Produktionsautomatisierungsindustrie. Das gemeinsame Ziel des Treffens bestand darin, den sich für Industrie 4.0 abzeichnenden Kommunikationsstandard OPC UA (IEC 62541) um die für den Maschinenbau wichtige Echtzeit-Eigenschaft zu erweitern. Dies soll jedoch nicht – wie in der Vergangenheit üblich – durch eine weitere proprietäre Lösung geschehen, sondern durch Verwendung eines anderen, sich anbahnenden neuen Standards, des IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks).

Die internationalen Firmenvertreter begrüßten diese Kuka-Initiative und versicherten mehrheitlich ihre aktive Unterstützung der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen einer OPC UA-Arbeitsgruppe innerhalb der OPC Foundation. Ausdrückliches Ziel der Echtzeiterweiterung von OPC UA um TSN ist es nicht, herkömmliche Feldbusse zu ersetzen. Diese sind als interne oder lokale Maschinen- bzw. Anlagenbusse für I/O- bzw. Antriebskommunikation unabdingbar und es bleibt der Entscheidung des Maschinen- bzw. Anlagenherstellers überlassen, welche Technik er lokal hierfür einsetzen möchte. Die Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation (Peer-to-Peer) als wichtiger Teil von Industrie 4.0 kann jedoch nicht mehr wie bisher üblich über einzelne Bits und Bytes eines Feldbusses abgewickelt werden. Service Oriented Architecture (SOA) lautet die Devise bei Industrie 4.0, auch bei der Echtzeitkommunikation. Mit herkömmlichen Feldbussen ist das weitestgehend nicht möglich. Aber auch die bei herkömmlichen Feldbussen notwendigen statischen Konfigurationen der Kommunikationsbeziehungen und die fehlende Möglichkeit von mobilen und ad hoc Kommunikationsbeziehungen verlangen nach einer neuen Lösung.

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