Dokumentationssoftware Augmented Reality erweitert die Realität für Maschinen

Redakteur: Sariana Kunze

Technische Dokumentation auf einem Smartphone oder einem Tablet ist nichts Neues. Aber wenn zu der mobilen Technischen Dokumentation noch virtuelle Realität dazu kommt, dann ist das etwas Neues: Augmented Documentation.

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Augmented Documentation macht übersichtliche Visualisierung für den Anwender direkt „auf“ der Maschine möglich.
Augmented Documentation macht übersichtliche Visualisierung für den Anwender direkt „auf“ der Maschine möglich.
(Bild: Docufy)

Ob Schulung, Bedienung, Fehlerbehebung oder Wartung: Insbesondere bei komplexen Maschinen und Anlagen müssen Mitarbeiter die Betriebsanleitung stets griffbereit haben und damit umzugehen wissen. Allerdings benötigen Anwender beim Suchen in gedruckten oder digitalen Dokumenten viel Zeit, um die richtige Information zu finden oder gezielte Hinweise direkt an der Maschine vor Ort zu erhalten. Augmented Reality eröffnet neue Möglichkeiten: Mit wenigen Klicks auf dem Tablet wird die richtige Anweisung direkt „auf“ der Maschine, sprich auf dem Bild der Maschine via Tablet, visualisiert. Und zwar farblich gekennzeichnet, übersichtlich angeordnet und interaktiv verknüpft. Der Nutzer kann so gezielt auswählen, welche Informationen er benötigt und sich Details anzeigen lassen. Diese erweiterte Realität für den Maschinen- und Analgenbau hat der Spezialist für Dokumentationssoftware Docufy mit Topic-Pilot auf den Markt gebraucht. Gemeinsam mit den Firmen Re'flekt und Kothes! wurde die Dokumentationssoftware mit einer Augmented Reality-App (AR-App) verknüpft.

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Software erkennt Maschinen via Tablet

Für Augmented Documentation geht der Anwender mit einem Tablet an eine Maschine. Um diese zu identifizieren, scannt er deren QR-Code oder startet das Tracking, d.h. die Kamera seines Tablets vergleicht die geometrischen Daten einer Maschine mit einem vorher erstellten 3D-Modell. Ergänzend können dazu auch Sensoren an einer Maschine angebracht werden. Die Software erkennt nun nicht nur die Maschine sondern auch, vor welchem Bauteil sich der Anwender befindet. Anhand der Anmeldedaten weiß die Software zudem, ob es sich um einen Bediener oder beispielsweise einen Wartungstechniker handelt. Dementsprechend werden die passenden und relevanten Daten aus der Technischen Dokumentation direkt auf dem Tablet angezeigt und durch vorher definierte Augmented Reality-Inhalte wie Wartungshinweisen, Demo-Videos oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen ergänzt. Zu den schriftlichen Handlungs- oder Montageanleitungen kann es mittels Audiodatei sogar gesprochene Anweisungen geben.

So wird aus der Wirklichkeit Augmented Documentation

Grundlage der Augmented Documentation-App ist das 3D-Modell der zu dokumentierenden Maschine. Es werden die Points of Interest (Ort von Interesse) in geometrischen Strukturen mit eindeutigen Schlüsseln, sogenannten P-Klassen, verknüpft. Als Informationsmodell findet hierbei die Produkt-Information-Klassifizierung Verwendung. Jede Information wird so klassifiziert und in Cosima go!, dem XML-Redaktionssystem von Docufy, abgespeichert. Damit ist sie quasi eindeutig beschriftet und so jederzeit abrufbar. Informationen sind dabei jedoch nicht nur Textbausteine, die beispielsweise die Funktion eines Schalters erklären, sondern auch Produktfotos, Sicherheitshinweise, Demovideos, etc., die das Produkt oder Merkmal inhaltlich ergänzen bzw. noch näher beschreiben.

Ist die Klassifizierung abgeschlossen, lassen sich im Redaktionssystem die Informationen einfach, schnell und punktgenau dem entsprechenden Point of Interest (POI) des 3D-Modells zuordnen. Dabei dient die P-Klasse als Schlüssel, die I-Klasse drückt die Art der Information aus. In einem automatischen Publikationsprozess werden das 3D-Modell und alle zugehörigen Informationen anschließend auf Knopfdruck in das Publikations-Tool TopicPilot übertragen: Aus 3D-Modellen, redaktionellen Inhalten und der Wirklichkeit wird so Augmented Documentation. Anwendungen können dabei mit geringem Aufwand vollständig und auf Basis von Standardsoftware in der Technischen Dokumentation erstellt werden. Damit können kostspielige neue IT-Projekte entfallen. Die Inhalte der Dokumentation können jederzeit direkt aus dem Redaktionssystem in die AR-App geladen und mobil publiziert werden. Uwe Reißenweber, Geschäftsführer der Docufy erläutert: „Ein Vorteil an der Kombination von Topic-Pilot mit der AR-App von Re'flekt ist, dass sich der Nutzer nicht mehr darum kümmern muss, wie er herausfindet, um welches Maschinenbauteil es sich handelt. Das erledigt das Tracking. Und er muss nicht einmal mehr unterscheiden, welche Informationen nun für ihn oder eine andere Nutzergruppe bestimmt sind. Diese Selektion geschieht durch die unterschiedlichen Anmeldedaten des Nutzers ganz automatisch. Die individuelle Informationsbeschaffung geht dadurch sekundenschnell und der Anwender bekommt genau das - und auch nur das - was er gerade braucht.“

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