B&R Aus sicherer Position in eine sichere Zukunft

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Speziell vor dem Inkrafttreten der neuen Maschinenrichtlinie beherrschte die Sicherheitsdatenübertragung über industrielle Feldnetzwerke die Diskussion. Seither wurde es ruhiger. Wo die B&R-Safety-Produktpalette im Marktvergleich steht und welche Entwicklungen auf diesem Gebiet in näherer Zukunft zu erwarten sind, wollte die Redaktion von Franz Kaufleitner wissen. Er ist bei B&R Produktmanager für die Integrated Safety Technology.

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Franz Kaufleitner, Produktmanager Integrated Safety Technology, B&R: „Schon derzeit liegt die Anzahl der mit B&R-Safety ausgestatteten Maschinen bzw. Anlagen im Feld im vierstelligen Bereich. Unsere Kunden, die integrierte Sicherheitstechnik einsetzen, können ihre Maschinen und Anlagen wesentlich sicherer gestalten als das bisher möglich war. Dafür steht ein breites, zertifiziertes Produktportfolio zur Verfügung.“ Bilder: B&R
Franz Kaufleitner, Produktmanager Integrated Safety Technology, B&R: „Schon derzeit liegt die Anzahl der mit B&R-Safety ausgestatteten Maschinen bzw. Anlagen im Feld im vierstelligen Bereich. Unsere Kunden, die integrierte Sicherheitstechnik einsetzen, können ihre Maschinen und Anlagen wesentlich sicherer gestalten als das bisher möglich war. Dafür steht ein breites, zertifiziertes Produktportfolio zur Verfügung.“ Bilder: B&R
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Kaufleitner, etwa zur Jahrtausendwende wurde das Thema netzwerkbasierte Sicherheitstechnik erstmals in der Branchenöffentlichkeit diskutiert, nachdem ein namhafter Steuerungshersteller entsprechende Entwicklungen angekündigt hatte. Wann begann man sich bei B&R mit der Thematik zu beschäftigen?

Im Jahr 2004 wurde innerhalb der Technologie-Entwicklung bei B&R ein Projektteam für sicherheitsgerichtete Steuerungstechnik über Powerlink gebildet und die Entwicklung gestartet. Schon in der frühen Definitionsphase setzte sich die Ansicht durch, dass ein Sicherheitssystem nur dann nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn es nicht an einen bestimmten Bus und dessen Übertragungsprotokoll gebunden ist. Schließlich können sich die Maschinenbauer als Hauptanwender nicht immer aussuchen, welche Steuerung und damit wessen Industrial-Ethernet-System sie einsetzen. Daher definierten wir ein vom Übertragungsmechanismus völlig unabhängiges Sicherheitsprotokoll, das auf allen ausreichend schnellen Bussystemen mitreisen kann. Das ist heute unter der Bezeichnung openSafety ein Begriff.

Wie lange dauerte die Entwicklung und seit wann ist openSafety tatsächlich als einfach zu integrierende Hardware verfügbar?

Zunächst nahm natürlich die Definitionsphase einen großen Teil unserer Kräfte in Anspruch. Schließlich muss die integrierte Sicherheitstechnik als Gesamtsystem betrachtet werden, dessen Auslegung unter allen Umständen passt und das mit verschiedenen Steuerungssystemen ebenso zusammenspielt wie mit künftigen Komponenten, deren genaue Spezifikation wir noch nicht kennen.

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Danach war die Entwicklung der Hardware nur ein Teil der Arbeit, die für die Implementierung der über Powerlink integrierbaren Sicherheitstechnik geleistet werden muss. Gleichzeitig mit der Hardwareentwicklung musste die passende Entwicklungsumgebung geschaffen und nahtlos in Automation Studio integriert werden. Damit die echte Verdrahtung durch virtuelles Verdrahten per Programmierung ersetzt werden konnte, mussten auch die dafür benötigten PLCopen-konformen Funktionsbausteine entwickelt werden. Parallel dazu erfolgten die Dokumentation und die Laboruntersuchungen als Grundlage für die Zertifizierung, ohne die diese Technik für unsere Kunden weniger wertvoll wäre, und natürlich die Zertifizierung selbst.

Alle diese Schritte waren nach etwas mehr als drei Jahren abgeschlossen. Seit 2008 ist von B&R ein komplettes und durchgängig zertifiziertes Sicherheitssystem verfügbar, bestehend aus der Sicherheitssteuerung SafeLogic, den mit der X20 Serie anreihbaren SafeIOs, dem SafeDesigner als Entwicklungswerkzeug und natürlich dem sicheren Netzwerkprotokoll openSafety.

Mittlerweile gibt es ja kaum mehr Steuerungsanbieter, die nicht auch integrierte Sicherheitstechnik im Portfolio haben. Wie steht B&R im Vergleich zu anderen da?

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