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Interview mit Michael Koch „Auszeichnungen sind eine starke Verpflichtung“

| Autor / Redakteur: Ines Stotz / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die Michael Koch GmbH wurde mit dem „Premier“ ausgezeichnet. Michael Koch spricht im Interview mit elektrotechnik über die Auszeichnung und darüber welche Verpflichtungen sich daraus ergeben.

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Michael Koch, Geschäftsführender Gesellschafter der Michael Koch GmbH: „Der Weg zum Premier war auch ein Weg zu wesentlich mehr Kundennutzen.“
Michael Koch, Geschäftsführender Gesellschafter der Michael Koch GmbH: „Der Weg zum Premier war auch ein Weg zu wesentlich mehr Kundennutzen.“
(Bild: Michael Koch GmbH)

Herr Koch, Ihr Unternehmen hat den ‚Großen Preis des Mittelstandes‘ erhalten. Firmenauszeichnungen gibt es nun ja wie Sand am Meer, aber Sie sagen, auf diesen sind Sie wirklich stolz. Warum?

Weil wir mit dem ‚Premier‘ sozusagen die Deutsche Meisterschaft des Mittelstandes errungen haben. Wissen Sie, der ‚Große Preis des Mittelstandes‘ wird auf Landesebene vergeben – zwölf Ländergruppen, jeweils drei Große Preise. Das war bei uns nach dem sogenannten Finalisten in 2006, also einem zweiten Platz, schon im Jahr 2007 der Fall. Danach ging es auf Bundesebene weiter. Dort erreichten wir 2011 den geteilten zweiten Platz. Und jetzt eben die höchste Auszeichnung, den Premier, eine feine Porzellanstatue, die in der 20-jährigen Geschichte des Wettbewerbs insgesamt erst 36 Mal vergeben wurde. Eine davon steht jetzt im Fabrikle!

Rückblickend kamen wir selbst ins Staunen, wie sich unser Unternehmen in den zehn Jahren Wettbewerbsteilnahme entwickelt hat. Anfangs bekamen unsere Kunden durch unsere Leistungen Sicherheit und absolute Zuverlässigkeit, mittlerweile können sie mit uns nicht nur die Energieeffizienz ihrer Antriebe erhöhen, sondern sogar ihre Produktivität steigern und dadurch mehr Geld verdienen. Der Weg zum Premier war also auch ein Weg zu wesentlich mehr Kundennutzen. Und es geht weiter, wir hören damit nicht auf.

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Für den Preis mussten also nicht nur mehrere Qualifizierungsstufen durchlaufen werden, sondern es flossen in einen bundesweiten Vergleich auch mindestens fünf Wettbewerbskriterien ein. Welche sind das?

Die Unternehmensentwicklung der letzten Jahre inklusive Planjahr, also die harten betriebswirtschaftlichen Fakten. Dann die Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, was für Mittelständler ja immer ein wichtiges Anliegen ist. Modernisierung und Innovation sind das dritte Kriterium, also das Schaffen der Voraussetzungen für eine gute Zukunft. Das Engagement in der Region, man kann auch CSR dazu sagen, hat als viertes Kriterium großes Gewicht. Und all das funktioniert nicht ohne das fünfte, nämlich Service und Kundennähe, Marketing. Diese fünf Kriterien fächern sich übrigens in rund 50 Fragenkomplexe auf. Die Beteiligung am Wettbewerb ist zwar kostenlos, man muss sich jedoch schon ein bisschen Zeit einplanen. Aber es lohnt sich, selbst wenn man nicht ausgezeichnet wird, denn man beschäftigt sich intensiv mit den angesprochenen Erfolgsfaktoren. Für uns ist dies inzwischen ein wichtiges Element in der Unternehmensplanung.

Wirkt sich der Preis denn auch auf Mitarbeiter, Partner und Kunden aus?

Auf die Mitarbeiter auf jeden Fall, der Premier ist die Motivationsspritze schlechthin! Wer wurde denn schon mal Deutscher Meister? Wir alle freuen uns gemeinsam sehr über die erhaltene Auszeichnung und sind auch heftig stolz darauf. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, alle haben ihren Anteil dazu beigetragen. Es ist eine Auszeichnung für das Fabrikle in seiner Gesamtheit. Unsere Partner freuen sich ebenfalls mit uns, schließlich haben auch sie einen Anteil an unserem Erfolg. Bei den Kunden hoffen wir, dass sie sich durch die Auszeichnung bestätigt sehen, den richtigen Lieferanten ausgewählt zu haben. Und die potentiellen Kunden dürfen uns ohne Risiko einen Vertrauensvorschuss geben. Geschenktes Vertrauen ist für uns die Verpflichtung, es zu rechtfertigen.

Apropos Kunden – Sie liefern teilweise direkt an Kunden, teilweise als OEM über Firmen wie SEW, B&R, J. Schneider, Pilz und Kollmorgen. Hilft der Preis dabei, den OEM-Anteil auszubauen?

Sobald sich ein Kunde entscheidet, unser Produkt sozusagen unter seinem eigenen Logo zu vermarkten, hat er weit mehr Kriterien untersucht, als nur den Preis. Es muss einfach alles passen, das gegenseitige Vertrauen muss groß und die Zuverlässigkeit bei beiden Partnern gegeben sein. Es ist eine Verbindung, die über den Preis weit hinausgeht, der seinerseits aber in jedem Fall natürlich wettbewerbsfähig sein muss. Für uns ist jedes OEM-Produkt eine echte Auszeichnung. Und auch hier gilt wie zuvor: Auszeichnungen und Vertrauen sind für uns ganz bestimmt auch immer eine sehr starke Verpflichtung.

Auf der Innovationsseite arbeiten Sie auch mit Christian Vardin zusammen, einem der globalen Vordenker beim Thema Simulationsunterstützung für Servoantriebe. In seinem Auslegungsprogramm für ein- und mehrachsige Servoantriebe Servosoft wird ihr Energiespeicher demnächst auch enthalten sein. Wann ist es soweit?

Christian Vardin und mich verbindet ein Stück gemeinsamer Geschichte, kurz darauf haben wir uns fast zeitgleich selbständig gemacht. Wir schätzen einander sehr und haben gegenseitig großen Respekt vor den jeweiligen Leistungen. Ich bin sehr froh, dass wir schon seit Anbeginn an zusammenarbeiten. Mit der neuen Version 4.0 seiner Software werden wie bisher unsere sicheren Bremswiderstände und nun auch unsere Energiespeicherlösungen in Servosoft integriert sein, so dass der Anwender den Einsatz in seinem Servosystem simulieren und somit auch bewerten kann. Die Version 4.0 soll kurz vor der Hannover Messe fertig sein.

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