Induktiver IO-Link Koppler

Autobauer überträgt Messdaten berührungslos

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Verkabelung ist einfach zu teuer

Ein Längenmesstaster von Marposs dient der präzisen Messwertermittlung im Zuge der Werkzeugbearbeitung und Qualitätskontrolle. Er gleicht die unvermeidlichen Schwankungen bei den Abmessungen der Gussteile aus und stellt somit exakte und identische Bearbeitungsergebnisse sicher. Bereits in der Entwurfsphase stellt sich die Frage, auf welche Weise Signale und Daten vom beweglichen und drehbaren Werktisch zur Maschinenbasis und damit zur Steuerungsebene gelangen sollen. „Den hohen Produktivitäts- und Zuverlässigkeitsanforderungen unseres Auftraggebers entsprechend kamen konventionelle Verkabelungslösungen ebenso wenig in Frage wie Schleifringsysteme: zu aufwändig, anfällig, verschleißbehaftet und damit unzuverlässig“, sagt Peter Frommer, Projektleiter Steuerungstechnik bei Heller. Zudem stellt der Längenmesstaster in Verbindung mit einem Messverstärker von Marposs zunächst lediglich ein analoges Signal zur Verfügung. Dies hätte die Übertragung über ein spezielles geschirmtes Kabel notwendig gemacht. Im Wartungsfall wäre dies eine Lösung, die mit hohen Kosten verbunden wäre.

Verlustfreies Handling analoger Messdaten

Es war eine Technik gefragt, die Daten nicht nur zuverlässig vom mobilen zum fixen Anlagenteil übertragen kann, sondern gleichzeitig eine Lösung für das einfache und verlustfreie Handling analoger Messdaten anbot. Eine Lösung für diese Problemstellung liefert das induktive Kopplersystem (BIC) von Balluff. Signale und Energie können berührungslos über einen Luftspalt von bis zu 5 mm übertragen werden. Das berührungslose Übertragungssystem ist durch seine Auslegung nach IO-Link leistungsfähig und einfach, so der Hersteller. Die bidirektionale Schnittstelle sorgt unterhalb der Busebene für einen unkomplizierten Signal- und Datenaustausch und vereinfacht Installations- und Verkabelungsprozesse. Denn für sämtliche Übertragungsaufgaben kommt ein gewöhnliches ungeschirmtes dreiadriges Standardkabel zum Einsatz. IO-Link ist abwärtskompatibel zu allen Standardsensoren und unempfindlich gegenüber Störeinflüssen, führt Balluff weiter aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Sensorhub bündelt IO-Link Signal

Bei den von Heller hergestellten Bearbeitungszentren stehen sich der Sender (Remote) und Empfänger (Base) in der Be- und Entladeposition austauschbereit gegenüber. Im vorliegenden Fall ist das System doppelt ausgelegt: Ein Kopplerset ist für die Übertragung des Längenmesswertes, das andere für die Übermittlung der Positionsabfragedaten im 1/1000 mm Bereich zuständig. Aus dem analogen Signal des Längenmesstasters erzeugt ein Analog-Adapter (AD-Wandler) von Balluff ein IO-Link Signal, das per Standardkabel direkt an den Remote-Sender gelangt. Ein Balluff-Sensorhub sammelt die 16 induktiven Sensoren ein und das gebündelte IO-Link Signal wird an den zweiten Remote-Koppler übertragen. Selbst unter extremen Bedingungen arbeiten die in der Schutzart IP 67 ausgelegten berührungslosen Koppler verschleiß- und ausfallfrei, Späne und Kühlschmierstoffe beeinträchigen die Übertragung nicht. „Die induktiven Kopplersysteme von Balluff erlauben einen kompakten konstruktiven Aufbau, die Installation wie auch der Austausch der Geräte sind denkbar einfach. Gleiches gilt für Parametrierung und Diagnose“, betont Peter Frommer.

Die bidirektionalen IO-Link Induktivkoppler eignen sich dort, wo eine feste Verdrahtung von Sensoren und Aktoren stört oder wo man das Risiko unvorhersehbarer Ausfällen aufgrund von Materialermüdung nicht eingehen will. Als schnell trennbare Einheiten bietet das intelligente Übertragungssystem maximale Flexibilität bei Formatwechseln, spart Rüstzeiten und ermöglicht die Ankopplung von bis zu 16 Sensoren. In Kombination mit einem IO-Link-Master kann das System an nahezu jeden marktüblichen Feldbus angeschlossen werden.

(ID:44152377)