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Jedes System muss seine Alltagstauglichkeit beweisen
Beim CM eines Zwei-Takt-Kreuzkopfmotors etwa werden die Lager des Kurbeltriebs auf Abnutzung überwacht. Die Lagerabnutzung wird durch eine eigentlich einfache und präzise Positionsmessung der Kolben im unteren Totpunkt jeder Umdrehung gemessen. Die Trends der gemessenen Daten werden unter Berücksichtigung von verfälschenden Einflüssen bereinigt und analysiert. Die dafür benötigten Komponenten wie Sensoren, Messwertumsetzer und Auswerteelektroniken müssen jedoch in einer Umgebung mit hohen Temperaturen und starken Vibrationen zuverlässig und präzise über lange Zeit funktionieren. Der wissenschaftlich-physikalisch basierte Ansatz muss in ein alltagstaugliches, robustes System überführt werden.
Damit die elektronischen Komponenten in der rauen Umgebung Schiff dauerhaft überleben können ist es wichtig, dass sie bezüglich mechanischer und klimatischer Umgebungsbedingungen sowie den Anforderungen der elektromagnetischen Verträglichkeit hinreichend getestet werden. Auf diesem Gebiet gehört der Germanische Lloyd als Klassifikationsgesellschaft für die Maritime Industrie zu den erfahrenen Ansprechpartnern für ganze Systeme. Die Komponenten werden nach den Richtlinien des Germanischen Lloyd baumustergeprüft, um die Einsatzfähigkeit unter harten Bedingungen zu gewährleisten. Aaber auch die Beurteilung der eingesetzten Software nach den GL-eigenen Richtlinien für Rechner und Rechnersysteme gewährt ein sicheres und optimales Zusammenspiel der Bauteile. Schließlich sollen Systeme wie Condition Monitoring den Wartungsaufwand minimieren und nicht selbst Anlass für kostenverursachende Reparaturen sein.
Bereits in wenigen Jahren wird Condition Monitoring eine „Allerweltstechnologie“ sein. Mit der zunehmenden Miniaturisierung der Systeme ist schon in den vergangenen Jahren das Einsatzspektrum stark angestiegen. Und an den Investitionskosten wird der CM-Einsatz in der Schifffahrt nicht scheitern, wenn es um die Entscheidung zum Kauf einer CM-überwachten Maschine oder eines Nachrüst-Sets geht, das Schwingungen, Drehmomente, Gewichtsbelastungen oder Temperaturen misst. Sowohl die Preise für Sensoren und andere Hardware als auch für die nötige Software sind in jüngerer Vergangenheit gefallen — so kann der Trend weiter Fahrt aufnehmen.
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