All About Automation – im Interview Automatisierer treffen sich 4x im Jahr vor der Haustüre

Autor Ines Stotz

Mit der Ausgabe in Leipzig schloss das dritte Jahr der All About Automation. Elektrotechnik hat sich mit der geschäftsführenden Gesellschafterin Tanja Waglöhner über die bisherigen Erfahrungen, Erfolge und die weitere Ausrichtung der Regionalmessen unterhalten.

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Messehalle Hamburg-Schnelsen
Messehalle Hamburg-Schnelsen
(Bild: Untitled Exhibitions)

Frau Waglöhner, im Frühjahr 2014 startete die Messereihe All About Automation am Standort Friedrichshafen. Wenn Sie als Messemacher zurückblicken, wie sind die vergangenen Veranstaltungen in Friedrichshafen, Essen und zuletzt in Leipzig gelaufen?

Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der All About Automation Messereihe. Jeder Standort hat sich weiterentwickelt, seine Relevanz in der jeweiligen Region erweitert und mehr Aussteller und Besucher angezogen.

Gibt es regionale Unterschiede in Süd-, Mittel- und Ostdeutschland?

Es gibt Unternehmen, die in allen Regionen als Aussteller mit dabei sind und zunehmend auch regional tätige Engineering-Dienstleister, die natürlich ausschließlich auf der Messe ausstellen, in deren Region sie beheimatet sind.

Sie sagten am Start: Beim Konzept der All About Automation steht die Zeit für den Kunden in der Region im Vordergrund. Wie wurde das angenommen?

Face-to-face Kontakt bleibt, auch bei sich wandelndem Informationsverhalten, beim Aufbau von Vertrauen und in der Kundenbindung wesentlich. Gerade wenn es sich, wie bei der Automatisierung, um komplexe Lösungen handelt. Dafür muss man als Besucher bei der All About Automation keine weiten Wege und damit viel Zeit und Kosten auf sich nehmen. Man trifft sich gewissermaßen vor der Haustüre. Wir fragen bei Ausstellern und Besuchern nach jeder Messe ab, ob die Qualität der Gespräche gestimmt hat. Dass sie dies tut, und im Vergleich zu anderen Messen sogar als höher eingeschätzt wird, zeigt: die Idee geht auf.

Haben Sie seitdem Ihr Grundkonzept geändert?

Nein. Wir sind jetzt im dritten Jahr der All About Automation und im Moment dürfen wir sagen: never change a running system.

Der Fokus liegt also auf dem Messestand. Dennoch fanden jetzt als Partner-Aktion zum ersten Mal in Leipzig die Automation-Workshops der Strobl GmbH statt. Wie war hier die Resonanz bzw. wie gut hat dies Ihre Veranstaltung ergänzt? Zudem finden noch Vorträge auf der Talk Lounge statt. Gibt es Überlegungen das Messekonzept noch mehr auszuweiten?

Der Fokus ‚Fachgespräch auf dem Messestand‘ schließt ergänzende, die Messe unterstützende, Aktionen nicht aus. Alles was dazu beiträgt, die zwei All About Automation Tage als den Fixtermin für eine Region zum Thema Industrieautomation zu etablieren, hilft den ausstellenden Unternehmen. Die Bedeutung des regionalen Ansatzes wird unterstrichen. Durch die überschaubare Größe der Messe und die kurzen Anfahrtswege haben die Besucher ausreichend Zeit, sich neben den Gesprächen auf den Ständen noch den ein oder anderen interessanten Vortrag anzuhören.

In Friedrichshafen beispielsweise waren es in diesem Jahr über 130 Aussteller, in Leipzig 85. Welcher Größenrahmen ist für Ihr Messeformat optimal?

Optimal ist, wenn sich für Aussteller und Besucher die Teilnahme lohnt. Dafür braucht es ein interessantes Ausstellerspektrum. Dieses muss sich nicht an Zahlen fest machen. Die Industrieregion am Bodensee ist anders als die in Mitteldeutschland. Sicherlich greift das Konzept der übersichtlichen, auf Fachlichkeit ausgerichteten Regionalmesse auch noch bei mehr Ausstellern. Die Zufriedenheit ist aber jetzt schon sehr hoch.

Gibt es Aussteller und Besucher, die bereits zum wiederholten Mal dabei waren?

Im nächsten Jahr dürfen wir bereits die zehnte All About Automation feiern. Und wir haben nicht wenige Unternehmen, die dann auch zum zehnten Mal dabei sein werden. Der neue Standort Hamburg kam vor allem auf Wunsch der Aussteller zustande. Hier entwickelt sich ein Messekonzept, das mit den Ausstellern wächst und von ihnen getragen wird.

Bei den Besuchern kommt es stark auf die aktuell geplanten Investitionen an. Die All About Automation dreht sich um einsetzbare Produkte und erprobte Lösungen. Die Besucher kommen zu einem hohen Anteil mit konkreten Aufgabenstellungen. Dieser Bedarf ist nicht jedes Jahr bei jedem einzelnen gegeben. Aber im Jahr darauf kommt der Kollege, der gerade an einer Lösung arbeitet.

Und gibt es Aussteller, die von den großen Messen, wie SPS IPC Drives und Hannover Messe, abwandern?

Die All About Automation ist als Regionalmesse nicht vergleichbar mit den großen, internationalen Leitmessen. All About Automation ist Vertriebsunterstützung und Anwendung. Politik, Imagepräsentation, Diskussion zukünftig möglicher Entwicklungen, aufwändiger Standbau und die große Show großer Messen sind hier nicht wichtig und auch nicht richtig. Jedes Unternehmen beantwortet für sich, welche Unternehmensziele mit dem Instrument Messe erreicht werden sollen, welches Budget dafür bereit steht und welches Portfolio an Messen dafür am besten geeignet ist.

Im Januar wird es die erste Ausgabe auch in Hamburg geben. Damit decken Sie auch den Norden ab. Ist die All About Automation dann komplett oder haben Sie noch weitere Standorte im Visier? Vielleicht im Ausland?

Wir haben jetzt viermal im Jahr, im Schnitt alle drei Monate eine All About Automation. Dazu kommen für die Aussteller Leitmessen, Branchenmessen, Tagungen, Roadshows. Wünsche nach weiteren Regionen sind von Seiten der Aussteller bei weiterem Erfolg der Messen mittelfristig da. Die Aufgabe wird dann sein, diese in den Terminkalender einzupassen. Doch zunächst gilt unser Augenmerk der Etablierung der jetzigen vier Standorte.

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