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Baden-Württemberg zeichnet Industrie-4.0-Lösung aus

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das Land Baden-Württemberg hat das fahrerlose Transportsystem des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gewürdigt. An dem Projekt beteiligt war auch der Safety-Hersteller Hima aus dem badischen Brühl, der die sichere Steuerungstechnik für das System entwickelt hat.

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Fahrerlose Transportsysteme lassen sich nur schwer mit Lichtgittern, Schutzzäunen oder anderen herkömmlichen Schutzmaßnahmen kombinieren. Hima hat dafür mit seinem Safety System-on-Chip HI-Core-1 eine Alternative entwickelt.
Fahrerlose Transportsysteme lassen sich nur schwer mit Lichtgittern, Schutzzäunen oder anderen herkömmlichen Schutzmaßnahmen kombinieren. Hima hat dafür mit seinem Safety System-on-Chip HI-Core-1 eine Alternative entwickelt.
(Bild: Hima)

Hima hat zusammen mit dem Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und weiteren Unternehmen wie EBM-Papst das fahrerlose Transportsystem Karis Pro entwickelt. Die Leistungen des gesamten Projekt-Konsortiums wurden nun vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Initiative „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ gewürdigt. Mit dem Wettbewerb sucht die „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ nach neuartigen Konzepten aus der Wirtschaft, die mit der intelligenten Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen erfolgreich sind. Die Jury bewertet neben dem Innovationsgrad auch die konkrete Praxisrelevanz.

Stellvertretend für das Projekt hat EBM-Papst die Auszeichnung entgegengenommen, die von Staatssekretär Peter Hofelich verliehen wurde. Die prämierten Unternehmen haben eine Ehrenurkunde zur Auszeichnung als einer der 100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg erhalten.

Industrie 4.0 braucht Sicherheit

Karis Pro – kurz für „Kleinskaliges Autonomes Redundantes Intralogistik System für die Produktion“ – wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und wurde über die Arbeitsgemeinschaft Technologie im Intralogistik-Netzwerk Baden-Württemberg initiiert. Hima hat für dieses Projekt ein flexibles, leistungsfähiges Sicherheitskonzept geliefert. Denn Sicherheit ist in der Industrie 4.0 eines der zentralen Themen – vor allem, wenn mobile autonome Transportsysteme sich frei durch Fabriken bewegen und in der Nähe von Menschen operieren.

Himas Safety-System-on-Chip HI-Core-1 überwacht bei Karis die Geschwindigkeit der jeweiligen Transporteinheit. Als sichere Steuerung in jedem der vier Antriebsmotoren kümmert es sich zudem darum, dass Sicherheitsfunktionen wie STO (Safe Torque Off – sicher abgeschaltetes Drehmoment), SLS (Safely-Limited Speed – sicher begrenzte Geschwindigkeit) oder SBC (Safe Brake Control – sichere Bremsansteuerung) umgesetzt werden.

Flexibles Transportsystem navigiert selbstständig

Das Grundprinzip von Karis Pro ist der Einsatz redundanter, baugleicher Einzelelemente, welche selbstständig navigieren und Ladungsträger transportieren. Darüber hinaus soll das System erkennen, wenn aufgrund von Änderungen in der Produktion das System angepasst werden muss. Daraufhin simuliert es Alternativen und baut sich selbst um. Wandlungsfähig und trotzdem kostengünstig soll das System damit sein.

Das System ist ein hochflexibles Materialflusssystem, bestehend aus mehreren baugleichen Transporteinheiten. Jedes Element orientiert sich autonom in seiner räumlichen Umgebung und ist in der Lage, dezentral gesteuert Einzeltransporte durchzuführen. Mehrere Elemente können selbstständig Förderstrecken aufbauen oder sich als Unstetigcluster zusammenschließen, um große Ladungen gemeinsam zu transportieren.

Der flexible Ansatz soll es Unternehmen ermöglichen, ihre Produktion effizienter zu gestalten und gleichzeitig Kosten zu senken. Auch durch eine einfache Anpassung an wechselnde Produktportfolios, bessere Ausschöpfung der Transportkapazitäten und hohe Verfügbarkeit durch Redundanz sollen Anwender profitieren. (kj)

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Über den Autor

Katharina Juschkat

Katharina Juschkat

Redakteurin, Vogel Communications Group