IoT

Bauer Hake verbindet 240 Milchkühe mit dem Internet der Dinge

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

HealthyCow24 von SCR Dairy informiert den Bauern in Echtzeit über den Zustand seiner Kühe.
HealthyCow24 von SCR Dairy informiert den Bauern in Echtzeit über den Zustand seiner Kühe. (Bild: Bulls EyeBulls Eye/flickr.com / BY 2.0)

Steffen Hake aus dem niedersächsischen Wagenfeld-Ströhen beginnt morgens seine Arbeit nicht zuerst mit seinem Weg in den Stall zu seinen 240 Milchkühen. Bauer Hake setzt sich erst einmal an seinen Computer und checkt, ob es seinem Vieh gut geht. Dabei hilft ihm HealthyCow24, eine Internet of Things-Lösung (IoT) auf der Basis von Windows Embedded Software und Microsoft Azure.

Jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb nutzt laut dem Branchenverband BITKOM bereits digitale Anwendungen: „Der Mähdrescher, der satellitengesteuert über den Acker navigiert, die Kuh, die eine SMS schickt, wenn sie kalbt, oder die Drohne, die Saatgut und Düngemittel verteilt: Die Digitalisierung verändert auch die Landwirtschaft nachhaltig“, heißt es in der Studie.

Internet of Things optimiert Brunst und Kalben

Bauer Hake hat die Digitalisierung gewagt, obwohl sein Betrieb ganze viereinhalb Mitarbeiter hat: ihn selbst, seinen Vater, einen Nachbar, einen Melker – und den Großvater, der aber nicht mehr voll arbeitet. Nur wenige Kleinbetriebe setzen der Bitkom zufolge konsequent auf die digitale Transformation.

Anders Steffen Hake: Er setzt die vom Microsoft-Partner SCR Dairy aus Israel entwickelte IoT-Lösung vor allem ein, um das Kalben seiner Kühe überwachen zu können – wichtigste Voraussetzung für die Milchproduktion. „Eine Kuh wird nicht einfach besamt und bekommt ein Kalb“, erklärt Hake. „Sie hat einen Drei-Wochen-Zyklus, den man dadurch erkennt, dass sie unruhig wird.“ Maximal zwölf Stunden später muss die Kuh besamt werden, damit sie trächtig wird. „Bei einer größeren Anzahl von Kühen wird das schnell unübersichtlich.“

(HealthyCow24 informiert in Echtzeit über den Zustand der Kühe)

Halsbänder mit Bewegungsmeldern informieren über Brunstverhalten

Teil der Lösung von SCR Dairy ist Heatime: Halsbänder mit Bewegungsmeldern, die das Verhalten der Kuh aufzeichnen und Alarm schlagen, wenn die Kuh brünstig ist. Zusätzlich misst der Sensor auch das Fressverhalten. „Wenn eine Kuh zum Beispiel kurz vorm Kalben weniger frisst als normal, erhalte ich ebenfalls eine Meldung und kann eingreifen.“ Die Messdaten ruft Hake aus der Microsoft Cloud sowohl auf dem PC, als auch von seinem Smartphone aus ab – wichtig für einen Landwirt, der nur wenig Zeit am Schreibtisch verbringen kann.

Im Ergebnis, so Hake, geht es seinen Kühen besser, er verbraucht weniger Medikamente und verbessert seine Ertragslage. Und er verbringt weniger Zeit im Stall: „Um zu erkennen, ob eine Kuh in der Brunst ist, musste man früher viermal am Tag für 20 bis 30 Minuten im Stall sein“, erinnert er sich. „Die Zeit fällt jetzt weg, und ich kann sie für andere Sachen nutzen.“

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