Smart Grid

Bedingt abwehrbereit - Smart Grids in Deutschland

| Redakteur: Robert Weber

Hinkt Europa hinterher?

Darüber hinaus will die Bundesregierung neue Standards mit dem IT-Sicherheitsgesetz einfordern. Mindeststandards bei der Sicherheit der Computersysteme sollen Hacker ausbremsen, hofft man im Bundesinnenministerium. Die Diskussion um Smart Meter Gateways hält Thomas Hemker von Symantec für richtig, aber verfrüht. Zunächst müsse man bestehende Lücken schließen, empfiehlt der IT-Experte.

Für Stefan Palm von Moxa, taiwanesischer Anbieter von Schutzlösungen vergleichbar zu Smart Meter Gateways, ist die Zertifizierung durch das BSI eine Einstiegshürde für die Industrie. Das Unternehmen entwickelt zurzeit für andere Märkte eine Cloud-Lösung, die eine Daten- und Kommunikationssicherheit garantieren soll. Aus seiner Sicht hinken die europäischen Staaten bei dem Thema intelligenter Netze und deren einfache und sichere Abschirmung hinterher. „Die Europäer sind sensibler“, erklärt Palm und macht dafür auch die NSA-Debatte mitverantwortlich. Der Plan von Moxa: Im Rest der Welt Rollout-Referenz zu etablieren und dann den europäischen Kunden ihre Lösung anzubieten.

Und die Industrie und vor allem die kleinen und mittelständischen Zulieferer? Versichern gehen Stromausfälle? Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG bietet Unternehmen Versicherungsschutz gegen den Ausfall öffentlicher Stromversorgung an. Den Umfang und die Bedingungen unserer Versicherungslösungen legt das Unternehmen in der Regel im Einzelfall und im Gespräch mit dem Kunden fest – ein Zukunftsprodukt? Pohl setzt eher auf Prävention: „Unternehmen sollten sich zeitnah gegen Angriffe aus dem Grid schützen und nicht warten, bis die Politik Sicherheitsmaßnahmen qua Gesetz erzwingt und Behörden Richtlinien veröffentlichen.“ Er fordert Security Tests. Allerdings: Die Überprüfungen kosten Geld und Zeit.

Franz Krieger wollte sich schützen, wollte den Test machen und stieß an die Grenzen der Energiewende und steht bei der Security erst einmal alleine. Die Verhandlungen mit dem Energieversorger für einen Test laufen wieder. Doch fest steht: Der Unternehmer wartet auf die Sicherung der Netze durch den Energieversorger – vielleicht sogar bis erst 2016. Bis dahin hofft er, dass seine Fräsmaschine läuft und er von Hackern nur aus der Tagesschau erfährt.

*Name von der Redaktion geändert.

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