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Kartellamt Bericht: 2014 mehr Wettbewerb im Strommarkt

| Redakteur: Robert Weber

Das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur veröffentlichten regelmäßig den Monitoringbericht Energie. In 2014 verzeichneten beide Bundesbehörden mehr Wettbewerb im Strommarkt und mehr Gas aus Russland. Es hapert aber beim Netzausbau.

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Der Plan: Bisher sind nur wenige neue Stromtrassen in Deutschland gebaut worden.
Der Plan: Bisher sind nur wenige neue Stromtrassen in Deutschland gebaut worden.
(Bild: Alexrk2 unter CC BY-SA 3.0-Lizenz, wikipedia)

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Wettbewerbsverhältnisse auf den Strommärkten haben sich weiter verbessert. Der Marktanteil der vier größten Anbieter bei der konventionellen Stromerzeugung ist auf 67 Prozent gesunken. Auch aufgrund der hohen Liquidität der Stromgroßhandelsmärkte sind die früheren marktbeherrschenden Stellungen bei der Belieferung von Industrie- und Gewerbekunden inzwischen Geschichte.

Andreas Mund, Präsident des Bundeskartellamts, sieht mehr Wettbewerb im Strommarkt.
Andreas Mund, Präsident des Bundeskartellamts, sieht mehr Wettbewerb im Strommarkt.
(Bild: Bundeskartellamt)

Sämtliche Kundengruppen nutzen vermehrt die Möglichkeit der freien Wahl ihres Stromanbieters. Mit der EEG-Novelle wurden nun auch im Bereich der erneuerbaren Energien die Weichen für mehr Wettbewerb gestellt. All diese Faktoren wirken sich für die Stromkunden preisdämpfend aus.“

Netzausbau kommt nicht mit

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur ergänzt: „Die Ergebnisse des Monitorings zeigen, dass die Energiewende im Erzeugungsbereich schnell voran schreitet. Vor allem der Anteil erneuerbarer Energien ist weiter gestiegen. Der Netzausbau kommt zwar voran, kann mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien aber immer noch nicht Schritt halten. Als Folge mussten die Netzbetreiber 2013 verstärkt Maßnahmen zur Wahrung der Netz- und Systemstabilität tätigen. Wir dürfen daher in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, den Netzausbau weiter zu beschleunigen.“

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sieht Nachholbedarf beim Netzausbau.
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sieht Nachholbedarf beim Netzausbau.
(Bild: Bundeskartellamt)

Bis zum dritten Quartal 2014 wurden 438 km von 1.887 km der nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) von 2009 geplanten Stromleitungskilometer fertig gestellt. Die Realisierung der nach dem Bundesbedarfsplangesetz in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur geplanten Projekte kommt in Gang. So liegt der Bundesnetzagentur ein Antrag für die geplante Höchstspannungsleitung von Bertikow nach Pasewalk vor und in Kürze ist mit Anträgen für weitere großräumige Projekte zu rechnen.

Mehr Gas aus Russland

Zu den Entwicklungen im Gasbereich führt der Präsident der Bundesnetzagentur weiter aus: „Die Erdgasimporte sind 2013 im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Insbesondere die Direktimporte aus Russland durch die Ostseepipeline haben zugenommen. Ebenso erhöhte sich der Export im Berichtsjahr, was die Bedeutung Deutschlands als Erdgastransitland für Europa verstärkt. Deutschland bleibt vor dem Hintergrund der geringen Inlandsförderung abhängig von Erdgasimporten. Für die Versorgungssicherheit mit Erdgas wirkt sich positiv aus, dass die Erdgasspeicher in Deutschland zu Beginn des Winters sehr gut gefüllt sind. Mit knapp 97 Prozent war der Füllstand gegenüber den Vorjahren Anfang November sogar außergewöhnlich hoch.“

Kartellamtspräsident Mundt: „Die Marktöffnung ging zunächst im Strombereich schneller vonstatten als im Gasbereich. Ich freue mich, dass die Liberalisierung nun auch auf den Gasmärkten vermehrt Früchte trägt. Auf der Großhandelsstufe hat die Liquidität der Märkte zugenommen. Die ehemals netzbezogenen Erdgasmärkte sind zu einem bundesweiten Großhandelsmarkt zusammengewachsen. Im Bereich der Sondervertragskunden besteht inzwischen ein bundesweiter Markt mit ausgeprägtem Wettbewerb. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring schlagen sich u.a. auch in der Freigabe des Zusammenschlusses EWE / VNG nieder.“ Den kompletten Energiebericht können Sie hier herrunterladen.

> Bild: Alexrk2 unter CC BY-SA 3.0-Lizenz, wikipedia

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