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Verfahrenstechnik Beschleunigungszeit: Drei Jahre

| Redakteur: Carina Schipper

Die Chemie-Industrie will mit der Initiative ENPRO in Sachen Markteinführung und energieeffiziente Herstellungsprozesse Gas geben. Die Konzerne BASF, Bayer, Evonik und andere Unternehmen aus der Branche sowie einige Universitäten forschen an Prozessen und Produktentwicklung.

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Innerhalb von drei Jahren will die Chemie-Industrie durch die Initiative ENPRO mithilfe eines Vier-Punkte-Plans eine schnellere Markteinführung und energieeffiziente Herstellungsprozesse vorantreiben.
Innerhalb von drei Jahren will die Chemie-Industrie durch die Initiative ENPRO mithilfe eines Vier-Punkte-Plans eine schnellere Markteinführung und energieeffiziente Herstellungsprozesse vorantreiben.
(Gerd W. Zinke, unter CC-BY-SA-3.0-Lizenz, commons.wikimedia.org)

Die Chemiker setzen das Kooperationsprojekt ist mit einer Laufzeit von rund drei Jahren an. Insgesamt fließt ein Budget von 11,3 Mio. Euro in vier technische Teilprojekte. Der erste Bereich beschäftigt sich mit Prozessabläufen und der schnelleren Entwicklung von Produkten. Chemiker erproben Produkte und Verfahren zunächst in kleinen Stoffmengen im Labor. Das zieht einen diskontinuierlichen Prozess in den Entwicklungsschritten bis hin zur Serienreife nach sich, so ENPRO. Das Ziel des Zusammenschlusses in diesem Punkt besteht darin, die Produkte und Techniken im Labor so weit voranzutreiben, dass diese ohne Zwischenschritte in die industrielle Produktion übergehen können.

Ein anderes Forschungsfeld bezieht sich auf effiziente und kontinuierliche Trennverfahren. Am Ende eines Prozesses bleibt meist ein Stoffgemisch übrig, dass wieder von einander getrennt werden muss, erklären die Experten. Die Stofftrennung stellt einen wichtigen verfahrenstechnischen Schritt dar, der jedoch einen Großteil der Investitions- und Betriebskosten für Produktionsanlagen verantwortet. Daher liegt das Hauptaugenmerk der Forschungsarbeit von ENPRO auf:

  • nicht-invasiven Messtechniken,
  • Automatisierung,
  • Simulation energie- und materialeffizienter Prozesse,
  • Bewertungsmethoden des Energie- und Materialverbrauchs.

Der dritte Ansatzpunkt der Initiative befasst sich mit der Modularisierung der Verfahren und Prozesse. Enpro will auf diesem Gebiet eine Art Baukastensystem aufbauen. Dort sollen sich zukünftig die Mitarbeiter aus einem Pool an häufig verwendeten, standardisierten Schlüsselkomponenten bedienen können. Eine modulbasierte Engineering-Software stellt Anlagenplanung, Komponentenauswahl und ein Bewertungstool für die Energieeffizienz bereit. Im letzten Schritt will ENPRO Informationsbarrieren, , die in vielen Fällen zu Arbeitsverzögerungen führen, überwinden. Für einen energieeffizienten Anlagenbetrieb und reibungslose Wartungsmaßnahmen muss laut den Chemie-Spezialisten der Zugang zu allen Planungsdaten über alle Entwicklungsstadien hinweg gewährleistet sein.

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