Panel Solutions Best Practice im Schaltschrankbau

Redakteur: Ines Stotz

Mit dem Einsatz von Best Practice-Lösungen im Schaltschrankbau lassen sich die Gesamtbetriebskosten (TCO) durch die Kombination von Faktoren wie einheitliches Produktdesign, Montagefreundlichkeit und effizienten Lieferservice minimieren. Sogar ein wirkungsvoller Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangelproblems durch den „Babyboomer-Effekt“ ist möglich.

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Durch die Push-In Plus-Technologie, deren Einsteckkraft geringer als bei einer Kopfhörerbuchse ist, lässt sich die Verdrahtungszeit um bis zu 60 % verkürzen.
Durch die Push-In Plus-Technologie, deren Einsteckkraft geringer als bei einer Kopfhörerbuchse ist, lässt sich die Verdrahtungszeit um bis zu 60 % verkürzen.
(Bild: Omron)

In ganz Westeuropa gehen die Babyboomer – die Jahrgänge zwischen 1946 und 1964 – in Scharen in den Ruhestand. Zurück bleiben diverse Herausforderungen, nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Branchen, aus denen sie ausscheiden. Wenngleich die nationalen Statistiken innerhalb der EU variieren: Die „Babyboom-Ausbuchtung“ wandert überall in der Bevölkerungspyramide nach oben, sodass ein schmalerer Sockel junger Arbeitnehmer entsteht. Im Schaltschrankbau wird der Verlust traditioneller Montagefertigkeiten akut: Viele Mitarbeiter, die Projekte verwalteten, Schaltschränke entwarfen, Schaltpläne lasen und die mechanische und elektrische Montage am Schaltschrank durchführten, entfallen auf diese Bevölkerungsgruppe. Es besteht ein wirkliches Risiko, dass ihr Know-how zusammen mit ihnen in den Ruhestand geht.

Wettbewerbsvorteil durch Best-Practice-Prinzipien

Diese Herausforderung fällt zusammen mit dem Preisdruck seitens der Kunden. Wie kann sich also ein Hersteller hochwertiger Schaltschränke von seinen Mitbewerbern abheben? „Schaltschrankhersteller sind eine eher konservative Gemeinschaft“, meint Lars de Bruin, Marketing Manager bei Omron Panel Solutions EMEA. „Wir müssen mehr von ihnen dazu anhalten, Best-Practice-Prinzipien zu befolgen und diese Anforderungen als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Dann erwarten wir einen Trickle-Down-Effekt von den größeren Schaltschrankherstellern zu den kleinen Unternehmen.“

Die Einführung von Lean-Manufacturing-Prinzipien und speziellen Montagetechniken senkt die Herstellungskosten und reduziert auch die Gesamtbetriebskosten (TCO) für den Kunden. Dank moderner Computersysteme und Kostenberechnungsmethoden wie der Prozesskostenrechnung werden die Bestandteile der Gesamtkosten transparenter bzw. sichtbarer und damit einfacher zu messen und zu steuern.

Zu den Lean-Manufacturing-Verfahren, die im Schaltschrankbau eingesetzt werden können, gehören die Verwendung von IKT-Werkzeugen für Entwurf, Planung, Bestandskontrolle und Produktionsmanagement sowie die intelligente Zuführung an Arbeitsplätzen, sodass Komponenten nicht unnötig zwischen verschiedenen Bereichen transportiert werden müssen.

Omron als Komplettlieferant

Fast alle Einkaufsabteilungen befassen sich aktiv mit der Reduzierung bzw. Konsolidierung von Lieferanten, die einen Gesamtkostenvorteil erbringt. Wenngleich kein globales Unternehmen das gesamte Spektrum der im Schaltschrankbau verwendeten Komponenten abdeckt, sieht sich Omron als Komplettlieferant für alle Datenverteilungs- und Steuerungslösungen für Schaltschränke. Auch bei Niederspannungsschaltanlagen ist die Produktpalette wettbewerbsfähig, jedoch weniger umfangreich. Alle Produkte werden just in time geliefert.

Durch Komponenten mit einheitlichen Abmessungen ist gewährleistet, dass der Platz im Schaltschrank optimal genutzt wird und dass alle Elemente auf die effizienteste Art und Weise zusammenpassen. Dies trägt zu einer schnellen Realisierung von Projekten bei und ermöglicht rasche Anpassungen, die auf einem einheitlichen Kerndesign basieren. Durch die Push-In Plus-Technologie, deren Einsteckkraft geringer als bei einer Kopfhörerbuchse ist, kann die Verdrahtungszeit um bis zu 60 % verkürzt werden.

In der Anfangsphase des Schaltschrankdesigns wird durch die Verfügbarkeit von CAD/CAE-Daten über Datenbanken wie Eplan und Zuken die Entwicklungszeit reduziert und die Produktivität der Konstruktionsabteilung gesteigert. „Einige wenige Schaltschrankhersteller verwenden sogar parametrische Designverfahren, auch wenn dies noch immer eine Seltenheit darstellt“, sagt de Bruin.

Niederländischer Schaltschrankbauer profitiert

Wie dies in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel von Aqualectra, einem der größten Schaltschrankbauer in Benelux mit Sitz in Heerhugowaard in den Niederlanden. „Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass der Markt für Schaltschrankbauer derzeit boomt. Doch wir können uns noch über Wasser halten und einen guten Geschäftsverlauf fortsetzen“, erklärt der Geschäftsführer Tom Stringer. Er investiert massiv in ergonomische Werkzeuge und gute Arbeitsmittel für seine Mitarbeiter. „Die Gewinnspannen im Schaltschrankbau sind gering. Daher können wir unseren Kunden nur dann gute Produkte zu erschwinglichen Preisen anbieten und dennoch profitabel bleiben, wenn wir kontinuierlich Innovationen implementieren“, ergänzt er.

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Während diese Faktoren dazu beitragen, den Verlust von Qualifikationen durch das Ausscheiden der Babyboomer aufzufangen, ist es gleichermaßen wichtig, dass die Branche ihre Zukunft schützt. Hierzu müssen der Zugang von Nachwuchskräften gefördert, die Qualität der Ausbildung aufrechterhalten sowie Normen und Zertifizierungen gepflegt werden. Die Verantwortung hierfür fällt den größeren Unternehmen im Schaltschrankbau und deren Schlüssellieferanten zu. „Die junge Generation hat eine völlig andere Sichtweise auf viele Geschäftsprozesse, was begrüßenswert ist“, betont de Bruin.

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