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50,2-HZ-PROBLEMATIK

Betreiber von Solarstromanlagen sollen nachrüsten

| Redakteur: Reinhard Kluger

Vorsorge will man treffen, falls die Netzfrequenz aufgrund der vielen Solaranlagen doch einmal 50,2 Hz überschreitet. Eine Nachrüstung solls richten. Betroffen sind 315000 Solarstromanlagen.

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Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik: „Daher haben wir im Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) die Vorschriften für Neuanlagen angepasst, die von Netzbetreibern und der Industrie für Solarwechselrichter freiwillig vorzeitig umgesetzt wurden. Damit werden in Zukunft auch Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz netzstützende Funktionalitäten übernehmen und Probleme bei der Frequenzhaltung im europäischen Netz vermieden.“ <em id="ForP_8AC8B538-DDC5-0CAD-425C5EFE56BBC001">Bild: VDE</em>
Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik: „Daher haben wir im Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) die Vorschriften für Neuanlagen angepasst, die von Netzbetreibern und der Industrie für Solarwechselrichter freiwillig vorzeitig umgesetzt wurden. Damit werden in Zukunft auch Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz netzstützende Funktionalitäten übernehmen und Probleme bei der Frequenzhaltung im europäischen Netz vermieden.“ <em id="ForP_8AC8B538-DDC5-0CAD-425C5EFE56BBC001">Bild: VDE</em>
( Archiv: Vogel Business Media )

Eine Gemeinschaftsinitiative aus Netzbetreibern und Solarbranche empfiehlt der Bundesregierung Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit im deutschen und europäischen Stromnetz. Gemäß einer wissenschaftlichen Studie ist hierzu die teilweise Nachrüstung von Solarstromanlagen erforderlich, um die sogenannte 50,2-Hertz-Problematik zu lösen. Diese Maßnahme wird der stärkeren Rolle von Sonnenenergie und der anderen erneuerbaren Energien bei der zukünftigenStromerzeugung gerecht.

Noch freiwillig

Im ersten Halbjahr 2011 lieferten die erneuerbaren Energien ca. 20 Prozent der erzeugten Strommenge in Deutschland, die Photovoltaik hatte dabei einen Anteil von über 3,5 Prozent. Die technischen Vorschriften für den Betrieb von dezentralen Stromerzeugern stammen aus einer Zeit, als sie eine geringe Rolle spielten. Daher wurden nun die Vorschriften vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE/FNN) für Neuanlagen angepasst und seit Mai 2011 von den Netzbetreibern und der Industrie für Solarwechselrichter freiwillig vorzeitig umgesetzt. So sollen in Zukunft Probleme bei der Frequenzhaltung im europäischen Netz vermieden werden. Die Regeln betreffen alle dezentralen Stromerzeuger,darunter auch die Photovoltaik. Ziel ist die „sanfte“ Trennung der Anlagen vom Netz in Momenten mit Überfrequenz, die allerdings extrem selten auftreten. Die Leistungsreduktion erfolgt zwischen 50,2 Hertz und 51,5 Hertz.

Für Anlagen mit mehr als 10 kWp

Da die hohe Zahl der bereits installierten Anlagen einen großen Einfluss auf die Netzstabilität im deutschen und europäischen Stromnetz hat, ist eine Regelung zur Nachrüstung erforderlich. Die Nachrüstung wird in Deutschland für alle nach dem 1.9.2005 in Betrieb genommenen Photovoltaikanlagen mit mehr als 10 kWp Spitzenleistung empfohlen. Sie soll zwischen 2012 und 2014 an rund 315.000 mittleren bis großen Solarstromanlagen technisch umgesetzt werden, die am Niederspannungsnetz angeschlossen sind. Kleine Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern wären demnach von der Nachrüstpflicht nicht betroffen. Die nachzurüstenden Solarwechselrichter wurden zwar stets nach den aktuellen Vorschriften installiert und eingestellt, die notwendige Weiterentwicklung der Abschaltbedingungen macht aber den Eingriff in den Bestand erforderlich. Die Nachrüstempfehlung stellt die nach Meinung der Experten einfachste und günstigste Lösung dar. Es handelt sich daher in den weit überwiegenden Fällen um ein Software- Update oder um eine Änderung von Parameter-Einstellungen im Solarwechselrichterdurch den Installateur.

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