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Motion & Drives Bezahlen, was man braucht

Redakteur: Reinhard Kluger

Noch gezielter auf Wasser- und Abwasseranwendungen ausgelegt als das Vorgängermodell ist der neue VLT AQUA Drive. Eine breite Palette an Funktionen erlaubt Konfigurationen nach Maß. Dank des hohen Wirkungsgrades spart der Umrichter Energie. Weitere Merkmale: geringer Platzbedarf, flexible Einbaumöglichkeiten und einfache Inbetriebnahme.

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Die modulare Bauweise ermöglicht Frequenzumrichternach Maß, denn dieeinzelnen Module erlauben das optimaleAnpassen an individuelle Gegebenheiten.
Die modulare Bauweise ermöglicht Frequenzumrichternach Maß, denn dieeinzelnen Module erlauben das optimaleAnpassen an individuelle Gegebenheiten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Andreas Schreitmüller ist sich sicher: „Das wird der neue Standard für Wasser- und Abwassertechnik“, prognostiziert der Verkaufsleiter der Danfoss GmbH die Chancen des neuen Frequenzumrichters VLT AQUA Drive. Dieser löst den VLT 8000 AQUA ab. Der AQUA Drive lässt sich noch besser auf die Wasser- und Abwasseranwendungen anpassen als der Vorgänger. Für dieses Gerät hat der dänische Antriebshersteller eine neue Hardwareplattform konzipiert mit dem Ziel, komplette Frequenzumrichter maßgeschneidert konfigurieren zu können. Andreas Schreitmüller: „Der Kunde zahlt nur für die Funktionen, die er auch benötigt.“ Dieses modulare Umrichter-Konzept erlaubt es, einzelne Module optimal an die individuellen Anforderungen des Anwenders anpassen zu können. Ausgelegt sind die Frequenzumrichter für einen Leistungsbereich von 0,37 bis 450 kW.

Die modulare Bauweise ermöglicht es Danfoss, die Montagekosten zu senken. Jeder Anwender kann trotz der Individualität seines Gerätes auf die Funktionssicherheit vertrauen, erhält er doch jeweils ein getestetes Komplettgerät. Schreitmüller: „Ausgelegt für zehn Jahre Dauereinsatz.“

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Realisiert hat man auch ein innovatives Kühlkonzept, bei dem keine Luft durch den Umrichter geblasen wird. Damit lassen sich die Wartungskosten im Betrieb senken sowie die Elektronik auch bei aggressiver Umgebung besser schützen. Der AQUA Drive bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Energie einzusparen. Dank des sehr hohen Wirkungsgrades von besser als 98% minimiert er Verluste. Auf Grund der integrierten Netzrückwirkdrossel lassen sich Trafos, Zuleitungen, Sicherungen und Schütze eine Stufe kleiner auslegen. Dank der kompakten Bauweise spart er zudem Platz und Montagekosten. Ein weiteres Kennzeichen ist der Energiesparmodus, er hält den Pumpenverschleiß und die Energieaufnahme möglichst gering. Bei niedrigem oder keinem Durchfluss stoppt der Frequenzumrichter die Pumpe. Mittels Drucküberwachung erkennt er einen Abfall sofort und startet die Pumpe erneut. Wie Danfoss verspricht, lässt sich mit der integrierten Funktion „Automatische Energieoptimierung“ zusätzlich je nach Anlagenkonfiguration bis zu 5% Energie einsparen.

In den Schutzarten IP 20, IP 55 und IP 60

Durch die integrierte Sollwertverschiebung gleicht der Frequenzumrichter die Druckverluste in der Rohrleitung aus. Das automatische Absenken des Drucksollwertes durch den Frequenzumrichter spart somit kostbare Energie ein.

Wegen der serienmäßigen EMV-Ausstattung halten die Frequenzumrichter die Grenzwerte nach Kategorie C1 und C2 gemäß der Produktnorm EN 61800-3 ohne zusätzliche externe Komponenten ein. Noch wichtiger jedoch für den täglichen Einsatz ist das Einhalten der Umgebungsnorm EN 55011, Klasse B (Wohnbereich) und Klasse A1 (Industriebereich). Weil alle EMV-Anforderungen erfüllt werden, erübrigen sich vorgeschriebene Warnhinweise und Einschränkungen nach der Produktnorm.

Lange Motorkabel (geschirmt bis 150 mm) sind serienmäßig ohne zusätzliche Ausgangsdrosseln möglich. Das macht den Umrichter flexibler beim Einbau in Anlagen und zusätzliche Platz- und Montagekosten können entfallen. Im Programm ist das Gerät in der Schutzart IP 20, IP 55 und IP 66. So lässt sich ein sicherer Anlagenbetrieb auch in rauer Umgebung realisieren und ein schaltschrankloser Aufbau. Danfoss hat bei der Entwicklung der Frequenzumrichter besonderen Wert auf einfache Bedienbarkeit, sprich Inbetriebnahme und Wartung, gelegt. Realisiert hat man ein selbsterklärendes Bedienkonzept, das der Anwender leicht handhaben kann. Ohne lange zu überlegen wie und wo, kann der Anwender rasch loslegen und die Inbetriebnahme oder ein Umparametrieren vornehmen, wie Andreas Schreitmüller betont: „Es gibt keine Tasten-Doppelbelegungen.“ Eine Eigenschaft, die den Anwender bei der einfachen Inbetriebnahme und Bedienbarkeit unterstützt.

Hat man den Trockenlaufschutz bereits im VLT 8000 AQUA realisiert, so hat Danfoss den VLT AQUA Drive noch intelligenter gemacht, um Pumpen optimal antreiben und schützen zu können. Er bietet eine Nullmengenabschaltung, Wasserüberlastabschaltung sowie Drucksollwertverschiebung. Weitere Merkmale sind automatische Pumpenumschaltung, Ruhemodus, Kaskadenregelung und sensorless Pumpcontrol.

Gab es bisher nur einen PID-Regler, so hat der neue Frequenzumrichter jetzt vier unabhängige PID-Regler. Das erlaubt das Regeln von Funktionen ohne externe Steuerung sowie das schnelle Anpassen an den Sollwert. Pfiffig und nützlich für die Praxis sind integrierte „Smart-Logic“-Funktionen wie Vergleicher, Logikregler oder Timer. Dank dieser nützlichen Logikfunktionen lassen sich externe Komponenten einsparen. Und weil in der Fabrik und im Betrieb immer alles ganz schnell gehen muss, gilt es, Installationszeit zu reduzieren. Dazu tragen steckbare Federzugklemmen für die Steuerungsleitungen bei, die zudem für eine hohe Betriebssicherheit sorgen. Auch die Leistungskabel lassen sich einfach und sicher anschließen und erlauben eine kostengünstige Montage sowie eine EMV-gerechte Verdrahtung.

Und weil es Abwasser- und Wassertechnik rund um die Welt gibt, ist der Anwender mit dem Einbau von Frequenzumrichtern auch im Ausland bestens gerüstet: Das grafische Bediendisplay unterstützt 27 verschiedene Sprachen, und wie Andreas Schreitmüller betont: „Auch Russisch oder Chinesisch.“(klu)

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