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Elektromobilität

Bis Ende 2018 sollen 200.000 Elektroautos in Deutschland fahren

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Elektromobilität entwickelt sich langsamer als erhofft – doch laut dem Fakten-Check Elektromobilität von Horváth & Partners wird noch dieses Jahr die 200.000-Marke überschritten. Für die Zukunft erhofft sich das Beratungsunternehmen eine höhere Entwicklungsdynamik.

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Die Elektromobilität in Deutschland wächst – obwohl von der Automobilindustrie nur wenige Impulse kommen.
Die Elektromobilität in Deutschland wächst – obwohl von der Automobilindustrie nur wenige Impulse kommen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Von dem ehrgeizigen Plan, im Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zu haben, ist man bisher noch weit entfernt – Ende 2017 waren knapp 123.000 E-Fahrzeuge zugelassen, von denen wiederum 62.000 rein elektrisch waren. Immerhin entspricht das einem Plus von knapp 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – die Zuwachsrate lag seit 2012 erstmalig wieder über der durchschnittlichen Wachstumsrate der vorangegangenen drei Jahre.

Wenn diese Wachstumsgeschwindigkeit beibehalten wird, ist das ursprünglich für 2020 ausgegebene Millionenziel der Bundesregierung, dessen Erfüllung Kanzlerin Merkel bereits im Mai 2017 als unrealistisch bezeichnete, Anfang 2022 erreicht. Das ermittelte die Managementberatung Horváth & Partners in ihrem jährlichen „Fakten-Check Mobilität 3.0“.

Automobilhersteller bieten wenige Elektrofahrzeuge zur Auswahl

Der Fakten-Check Elektromobilität 3.0
Der Fakten-Check Elektromobilität 3.0
(Bild: Horváth & Partners)

Studienleiter Dr. Oliver Greiner stellt fest: „Die hohe Wachstumsrate ist wirklich erfreulich - insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich 2017 nur wenige Treiber der Elektromobilität positiv entwickelt haben.“ Vor allem fehle noch immer eine ausreichend ansprechende und wirtschaftlich attraktive Auswahl an Elektro-Modellen.

Tatsächlich kam 2017 mit dem Opel Ampera-e lediglich ein neues reines Elektrofahrzeug auf den Markt. Die von vielen Automobilherstellern angekündigte Elektromobilitätsoffensive dürfte auch 2018 auf sich warten lassen, vermutet das Beratungsunternehmen. Von den renommierten Automobilherstellern will lediglich Audi mit dem Q5 e-tron Quattro Ende 2018 einen neuen reinen Elektro-SUV auf den Markt bringen. Frischen Wind in die Elektromobilität könnte zudem das für 2018 angekündigte rein elektrische Fahrzeug e.Go Life des deutschen Start-Up e.Go Mobile bringen.

200.000 Elektrofahrzeuge bis Ende 2018

Aus Sicht der Experten von Horváth & Partners soll die Marke von 200.000 Elektrofahrzeugen in Deutschland dieses Jahr dennoch durchbrochen werden – das liegt auf der einen Seite an der Einführung weiterer Plug-In Hybride, welche Verbrennungs- und Elektromotoren kombinieren, sowie an der Verbesserung bestehender Elektromobile. So gab es 2017 eine Reihe von zusätzlichen Ausstattungslinien und „Facelifts“ für reine Elektrofahrzeuge, die oft mit einer größeren Batterie und damit einhergehend mit einer höheren Reichweite versehen werden.

„Dass wir trotz des noch immer eingeschränkten Angebots an attraktiven Elektromobilen weiterhin hohe Wachstumsraten verzeichnen können, ist ein ermutigendes Zeichen für eine höhere Dynamik in den nächsten Jahren“, meint Dr. Thomas Becker, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie. Mit Blick auf die rasante Entwicklung der Elektromobilität in China, wo mittlerweile über 1,2 Mio. Elektrofahrzeuge auf der Straße fahren, scheint diese Dynamik auch dringend nötig.

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