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Buchen ja, Eichen nein? Do's und Dont's bei Gewitter

| Autor/ Redakteur: VDE e.V. / Stefan Liebing

Nach den hohen Temperaturen der letzten Wochen folgen nun schwere Hitze-Unwetter. Jedes Jahr kommt es bei solchen Unwettern zu schweren Unfällen. Der VDE hat zum richtigen Verhalten bei Gewittern ein umfangreiches Informations-Angebot, das alle wichtigen Fragen abdeckt.

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Der VDE hat in Zusammenarbeit mit electrosuisse und dem OVE eine Broschüre rund um Verhaltenstipps und Schutzmaßnahmen zum Thema Blitzschutz zusammengestellt.
Der VDE hat in Zusammenarbeit mit electrosuisse und dem OVE eine Broschüre rund um Verhaltenstipps und Schutzmaßnahmen zum Thema Blitzschutz zusammengestellt.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der VDE-Ausschuss Blitzschutz und Blitzforschung gibt ausführliche Verhaltenstipps beim Aufenthalt im Freien, sei es unterwegs im Auto, mit dem Fahrrad, beim Camping, bei Sportaktivitäten oder Veranstaltungen. Immerhin werden in Deutschland im Sommer über eine Million Blitze pro Monat gezählt, an besonders aktiven Gewittertagen über 200.000 Blitze pro Tag.

VDE-Blitzexperte Thomas Raphael: „Im Sommer kann es leicht passieren, dass ein Gewitter einen im Freien überrascht und man keine Zeit mehr hat, ein sicheres Gebäude aufzusuchen. Dann sollte man unbedingt wissen, wie man das Unwetter sicher übersteht.“

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Erstmals wird als neue Empfehlung ausgesprochen, dass man Schutz suchen soll, sobald Donner gehört wird. Liegen 10 Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner, besteht Lebensgefahr. Erst 30 Minuten nach dem letzten Donner kann Entwarnung gegeben und die Outdoor-Aktivität fortgesetzt werden.

Während des Gewitters sollten Betroffene keinesfalls den höchsten Punkt im Gelände bilden und nicht als Gruppe Schutz suchen, sondern einen Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Personen, zu Wänden, Stützen, Metallzäunen und anderen Gegenständen einhalten. Zudem sollten sie die Nähe zu besonders einschlaggefährdeten Objekten wie Bäumen, Deichen oder Bergspitzen vermeiden, da hier die Gefahr eines Überschlags oder einer hohen Schrittspannung besteht.

Besonders gefährlich sind Bäume: Ein Abstand zum Stamm und allen Ästen von 10 Meter ist optimal. Wichtig ist außerdem die richtige Körperhaltung während des Gewitters: Die Experten raten mit geschlossenen Füßen in die Hocke zu gehen.

Werden trotzdem Personen vom Blitz getroffen, ist die sofortige Erste Hilfe lebensrettend. Die Überlebenschancen sind dabei außerordentlich hoch: Nur etwa 30 Prozent der vom Blitz getroffenen Personen überleben das Ereignis nicht.

Deshalb geben wir auf den folgenden Seiten weitere Ratschläge zum Verhalten bei Gewitter und eine kurze Einführung in die Erste Hilfe bei Blitzunfällen.

Verhalten bei Gewitter

Statistik der Blitze in Deutschland, Österreich und Schweiz (Durchschnittswerte 2007-2012, logartihmische Darstellung)
Statistik der Blitze in Deutschland, Österreich und Schweiz (Durchschnittswerte 2007-2012, logartihmische Darstellung)
( Bild: VDE e.V. )

Richtiges Verhalten vermindert erheblich das Risiko, von einem Blitz verletzt zu werden. Bei herannahendem Gewitter sollte man den Aufenthalt im Freien vermeiden und rechtzeitig geschützte Bereiche aufsuchen. Voraussetzung ist die richtige Einschätzung der Wetterlage. Schutz bieten Gebäude mit Blitzschutzsystemen, Autos (mit Ganzmetallkarosserien), Kabinen von Baumaschinen, Eisenbahnwagen oder Metallkabinen von Seilbahnen.

  • Bei Wahrnehmung von Donner ist ein Gewitter weniger als 10 km entfernt. Dann sollten umgehend gefährdete Bereiche wie z. B. ein freies Feld oder einzelstehende Bäume verlassen werden.
  • 10 Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner: Ein Blitzschlag kann unmittelbar auftreten - Lebensgefahr!

Wurde eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenommen, ist das Gewitter vorüber.

Blitzinformationsdienste im Internet bieten eine gute Möglichkeit, sich frühzeitig über herannahende Gewitter zu informieren. Auf Landkarten werden die Anzahl der Blitze und die Einschlagsgebiete der letzten Stunden dargestellt.

...in Gebäuden

In Gebäuden mit Blitzschutzsystemen besteht für Mensch, Tier und Technik prinzipiell keine Gefahr.

In Gebäuden ohne Blitzschutzsystem sollten bei nahendem Gewitter bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden:

  • den Kontakt mit allen metallenen Leitungen meiden, die von außen ins Haus führen: Wasser-, Gas-, Strom- und Telefonleitung, Fernwärmeversorgung, Antennenkabel
  • nicht duschen oder baden
  • nicht über ungeschützte Telefonanlagen telefonieren

In Gebäuden ohne fachgerechten „Überspannungsschutz“ können auch weiter entfernte Blitzschläge hohe Spannungen in Leitungen verursachen. Ziehen Sie bei aufkommendem Gewitter alle Stecker (Stromversorgung, Antennen-, Daten-, Telefonleitung etc.) an Fernsehgeräten, HiFi-Anlagen, DVD-Recordern, SAT-Empfängern, PCs und deren Peripheriegeräten.

Handys und schnurlose Telefone können Sie gefahrlos benutzen.

Einen gewissen Schutz vor Überspannungen bieten spezielle Geräte, die an die Netz-, Antennen- und Signalleitungen angeschlossen werden. Sie ersetzen jedoch kein vollständiges Blitzschutzsystem.

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In Holzhütten oder Scheunen aus Holz besteht Lebensgefahr - besser draußen das Gewitter abwarten. In Steinhütten ohne Blitzschutzsystem sollten Sie in der Mitte des Gebäudes mit geschlossenen Füßen in die Hocke gehen. In teilweise offenen Unterständen aus Metall wie Wartehäuschen wählen Sie die Mitte der offenen Seite, möglichst weit entfernt von den Wänden.

...im Freien und in den Bergen

Achten Sie darauf, nicht den höchsten Punkt im Gelände zu bilden. Eine Bodenmulde, ein Hohlweg, die Sohle eines Steinbruchs oder der Fuß eines Felsvorsprungs geben einen gewissen Schutz.

Die geschützten Bereiche sollten Sie möglichst nicht in geschlossenen Gruppen, sondern einzeln aufsuchen. In jedem Fall ist ein Abstand von mindestens einem Meter - besser drei Meter - zu anderen Personen und zu Wänden, Stützen, Metallzäunen und anderen Gegenständen einzuhalten.

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Vermeiden Sie die unmittelbare Nähe zu besonders einschlaggefährdeten Objekten. Das sind einzeln stehende Bäume, Baumgruppen, Waldränder, Bergspitzen, Deiche, Holzmasten von Freileitungen. Hier besteht die Gefahr eines Überschlags oder einer hohen Schrittspannung. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohem Baumbestand ist die Gefahr dagegen geringer. Ein Abstand zu allen Bäumen und Ästen von mindestens 10 m ist optimal.

Es gilt nicht das Sprichwort: "Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen." Der Blitz schlägt in alle Baumarten gleich ein.

Wer sich in der Nähe von Metallmasten, unter Freileitungen oder unter einem überhängenden Dach eines Gebäudes aufhält, ist gegen den direkten Blitzschlag geschützt. Mindestens einen Meter Abstand, besser drei Meter, muss man dann zu Wänden, Stützen, insbesondere zu Teilen des Blitzschutzsystems einhalten. Dabei halten Sie die Füße geschlossen.

In den Bergen

Der Aufenthalt im Gebirge während eines Gewitters kann für Wanderer und Bergsteiger aufgrund der vielen exponierten Stellen und wegen des sich rasch ändernden Wetters sehr gefährlich sein.

Im felsigen Untergrund kann sich der Blitzstrom über weite Entfernungen ausbreiten. Beim Berühren einer Felswand mit Händen oder Füßen oder durch Anlehnen kann ein Teil des Blitzstroms über den Körper fließen und eine Person mehrere Meter weit fortschleudern.

Brechen Sie beim Herannahen eines Gewitters die Bergtour so rechtzeitig ab, dass Sie noch vor dem Gewitter eine sichere Berghütte (mit Blitzschutzsystem) oder das Auto oder ein Quartier im Tal erreichen. Ist das nicht möglich, bieten die teilweise an Klettersteigen aufgestellten metallenen Biwakschachteln einen gewissen Schutz. Relativ sicher sind Sie auch in Höhlen, unter Felsvorsprüngen und am Fuß von Felswänden. Dann sollten Sie möglichst einen Meter Abstand - besser drei Meter - zu den Wänden einhalten.

Drahtseile, nasse Kletterseile, Leitern und Gitter aus Metall sowie feuchte Felswände sollten nicht berührt werden. Gewitter bedeuten zudem erhöhte Steinschlag- und Lawinengefahr.

...im Straßenverkehr und beim Camping

Fahrradfahren bei Gewitter - gefährlich!
Fahrradfahren bei Gewitter - gefährlich!
( Bild: VDE e.V. )

Während eines Gewitters sollte das Fahrzeug deshalb nicht verlassen werden. Beim Blitzeinschlag in ein Fahrzeug fließt der Blitzstrom über die metallene Außenhaut zur Erde ab. Einen geringeren Schutz bieten Fahrzeuge mit Glasfaser-Karosserie z.B. Wohnmobile sowie Cabriolets ohne Dachgerüst oder Überrollbügel aus Metall – auch bei geschlossenem Verdeck. Autofahren während eines Gewitters ist trotzdem gefährlich:

  • Das Fahrzeug kann beschädigt werden: an den Reifen durch die Wärme des abgeleiteten Stroms, an der Elektronik durch das elektromagnetische Feld des Blitzstroms. Prüfen Sie nach einem Gewitter die Funktionen der Fahrzeugelektronik.
  • Der grelle Blitz und der gleichzeitige laute Donner können Ursache für verhängnisvolle Fahrfehler sein, aber auch starker Regen behindert oft die Sicht.
  • Ampelanlagen und sonstige Signalanlagen können ausfallen oder nicht mehr richtig funktionieren.

Empfehlung: Unterbrechen Sie für die Dauer eines heftigen Gewitters die Fahrt.

Rad- und Motorradfahrer müssen die Fahrt bei Gewitter auf jeden Fall unterbrechen, ein schützendes Gebäude aufsuchen oder mindestens drei Meter entfernt vom Fahrzeug in die Hocke gehen, möglichst auf Asphalt.

Beim Camping

Der Aufenthalt in einem Zelt ohne Metallgestänge oder einem Campingwagen ohne Metallkonstruktion ist genauso gefährlich wie der Aufenthalt im Freien.

Empfehlungen:

  • Zelte, Caravans und Wohnwagen nie an exponierten Stellen (auf Anhöhen, direkt neben Stangen und Masten, am Waldrand, unter allein stehenden Bäumen) aufstellen
  • mindestens drei Meter Abstand zu benachbarten Zelten und Campingwagen halten
  • auf keinen Fall zwischen Zelten/Campingwagen metallene Spanndrähte ziehen
  • sind Gebäude oder Autos in der Nähe, diese bei Gewitter aufsuchen
  • im Zelt bei Gewitter in die Hocke gehen, möglichst auf einer isolierenden, trockenen Unterlage; Abstand zu den metallenen Zeltstangen halten, die Zeltwand nicht berühren
  • alle zum Stellplatz geführten Leitungen durch Herausziehen der Stecker unterbrechen, Außenantennen abbauen oder einziehen

...beim Sport und in der Freizeit

Golfen bei Gewitter? Schutz suchen in Autos oder Schutzhütten mit Blitzschutzsystem.
Golfen bei Gewitter? Schutz suchen in Autos oder Schutzhütten mit Blitzschutzsystem.
( Bild: VDE e.V. )

Golfplätze zählen aufgrund des Geländeprofils sowie der einzeln stehenden Bäume und Baumgruppen zu den besonders gefährlichen Orten bei Gewitter. Auf Golfplätzen kommt es relativ häufig zu Verletzungen und Todesfällen durch Blitzschlag. Bei einem aufziehenden Gewitter muss das Golfspiel unverzüglich unterbrochen werden.

Auch auf Fußballplätzen kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Blitzunfällen, bei denen Sportler von Blitzen direkt getroffen und schwer verletzt wurden. Schiedsrichter und Trainer sollten daher bei aufziehendem Gewitter die Spieler vom Platz rufen und in eine sichere Unterkunft begleiten.

Für Jäger gilt, dass Hochsitze besonders gefährdet sind. Beim Herannahen eines Gewitters müssen rechtzeitig geschützte Bereiche aufgesucht werden.

Beim Wassersport

Schwimmen oder Waten ist bei Gewitter lebensgefährlich. Im Wasser verteilt sich der Blitzstrom über große Flächen. Aufgrund der guten Leitfähigkeit des Wassers fließen auch in mehr als 100 Meter Entfernung vom Einschlagsort noch Ströme, die beim Schwimmer einen Schock auslösen und zum Ertrinken führen können.

Boote, vor allem solche mit Masten, sind auf der ebenen Wasserfläche exponierte Punkte, entsprechend hoch ist die Gefahr eines Blitzschlags. Bleiben Sie während des Gewitters nicht auf dem Deck stehen, auf keinen Fall Angeln. Hocken Sie sich mit geschlossenen Beinen möglichst tief ins Boot und vermeiden Sie die Berührung des Riggs und anderer Metallteile.

Taucher sollten auf keinen Fall bei herannahendem Gewitter einen Tauchgang beginnen.Badende, Wassersporttreibende und Angler sollten bereits beim Aufziehen eines Gewitters das Wasser sowie die Uferzone verlassen und sich in geschützte Bereiche begeben.

Bei Veranstaltungen

Für Zuschauer und Akteure gelten bei Gewitter dieselben Regeln wie beim Aufenthalt im Freien.

Zuschauer auf offenen Tribünen sind grundsätzlich gefährdet. Ist jedoch eine Überdachung aus Stahl oder Stahlbeton oder ein Blitzschutzsystem vorhanden, gilt die Tribüne als geschützter Bereich. Wenn Sie nicht sicher wissen, ob die Tribüne geschützt ist, verlassen Sie diese rechtzeitig.

Grundsätzlich sollten bei einem Gewitter keine Metallteile, Säulen, Wände, Sperrzäune, Drängelgitter berührt werden. Halten Sie mehr als einen Meter Abstand.

Betreiber von Veranstaltungsstätten und Veranstalter von Open-Air-Veranstaltungen finden weitere Informationen unter www.vde.com/blitzschutz-veranstaltungen

Blitzschutzsysteme an Gebäuden

Blitzschutzsysteme an Gebäuden leiten bei einem Einschlag den Blitzstrom gefahrlos zur Erde ab. Das vermeidet Brände und Gebäudeschäden und schützt die Personen im Gebäude.

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Ein Blitzschutzsystem muss errichtet werden, wenn behördliche Auflagen oder andere Rechtsvorschriften wie beispielsweise die Bauordnung, Versammlungsstättenverordnung dies vorschreiben. Ansonsten ist die Errichtung eine freiwillige Entscheidung des Gebäudeeigentümers. Allerdings kann beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ein Blitzschutzsystem durch den Versicherer gefordert werden.

Unabhängig von behördlichen Auflagen sollten Gebäude auf jeden Fall ein Blitzschutzsystem haben, wenn z.B.

  • sie ihre Umgebung deutlich überragen wie Gebäude auf Bergkuppen, Hochhäuser, Türme
  • sie als Fluchtunterstand dienen
  • leicht entflammbare Materialien im Dachbereich verwendet wurden
  • explosive Stoffe gelagert werden oder explosionsgefährdete Bereiche vorhanden sind
  • EDV-Systeme mit wichtigen Daten oder Einrichtungen für die Energieversorgung
  • besonders geschützt werden müssen
  • Menschen und Kulturgüter in besonderer Weise zu schützen sind.

Ist kein Blitzschutz vorhanden, treten bei einem Einschlag häufig Schäden (z.B. durch Feuer) sowohl am Gebäude als auch an Fernsehgeräten, Telefonanlagen usw. auf. Im deutschsprachigen Raum sind in der Regel nur Schäden in Folge von direkten Blitzschlägen (Brände, Explosionen, Krafteinwirkungen) durch die Feuerversicherung versichert. Für indirekte Blitzschäden und daraus resultierende Kurzschluss- und Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen und Geräten ist meist eine separate Versicherung abzuschließen.

Die Planung und Installation von Blitzschutzsystemen dürfen nur von Blitzschutzfachkräften durchgeführt werden. In Deutschland finden Sie Fachleute z.B. im Verzeichnis "VDE geprüfte Blitzschutzfachkräfte" www.vde.com/blitzschutzfachkraefte

Wie viel kosten Blitzschutzsysteme?

Wird ein Blitzschutzsystem bereits beim Bau mit eingeplant, ist es für ein Einfamilienhaus ab 2.500 € zu realisieren. Wird ein Blitzschutzsystem nachträglich eingebaut, sind die Kosten in der Regel höher.

SAT-Antenne richtig schützen - durch eine isoliert angeordnete Fangstange
SAT-Antenne richtig schützen - durch eine isoliert angeordnete Fangstange
( Bild: VDE e.V. )

Der Äußere Blitzschutz hat die Aufgabe, die Blitzschläge in das Gebäude „einzufangen“ und den Blitzstrom vom Einschlagspunkt zur Erde abzuleiten. Das bewahrt das Gebäude vor Schäden und schützt die Menschen im Inneren vor Verletzungen durch stromführende Teile oder Schrittspannungen.

Zum Äußeren Blitzschutz gehören die Fangeinrichtung auf dem Dach, die Erdungsanlage (meist ein Fundamenterder) und die Ableitungen als Verbindungen dazwischen.

Alle metallenen Einrichtungen auf dem Gebäude (z. B. Dachrinnen) werden auf kürzestem Wege mit dem Blitzschutzsystem verbunden. Aus dem Dach herausragende Schornsteine, Antennenmasten, Lüftungsrohre, Lichtkuppeln und dergleichen werden mit getrennt angeordneten Fangstangen versehen, die ebenfalls mit den Fangleitungen verbunden werden. Von den Fangeinrichtungen führen Ableitungen an (oder in) den Gebäudewänden den Blitzstrom senkrecht nach unten zur Erdungsanlage.

Innerer Blitzschutz

Um gefährliche Spannungen im Gebäude bei einem Blitzschlag zu vermeiden, werden die metallenen Einrichtungen an der Stelle, wo sie ins Gebäude eintreten, mit der „Haupterdungsschiene“ verbunden:

  • Gasleitungen
  • Warm- und Kaltwasserrohrleitungen
  • Heizungsrohrleitungen
  • der Erdungsanschluss am Fundament
  • Schirme und Erdungsleiter der informations- und kommunikationstechnischen Leitungen und Anlagen z.B. Telefon, Kabelfernsehen
  • der grün-gelbe Leiter der Stromversorgung
  • Stahlkonstruktionen

Überspannungen durch Blitzschlag in das Gebäude oder in der Nähe können durch mehrere hintereinander geschaltete Schutzgeräte unschädlich gemacht werden. So besteht selbst für empfindliche Elektronik keine Gefahr mehr.

In der Hausstromversorgung werden folgende Schutzgeräte eingesetzt:

Blitzstromableiter (nicht zu verwechseln mit Blitzableitern); sie schützen die zentrale Stromversorgung im Bereich des Stromzählers.

Leistungsfähige Überspannungsableiter in der Stromversorgungs-Unterverteilung reduzieren die verbleibende Überspannung.

Zusätzliche Überspannungsableiter dienen dem Geräteschutz; sie werden direkt vor empfindlichen elektronischen Geräten als Zwischenstecker eingesetzt.

Es gibt auch Schutzgeräte, die gegen Überspannung sowohl in den Strom- als auch in Antennen-, Telefon- oder Datenleitungen wirksam sind. So erhalten Sie einen umfassenden Schutz: lückenlos vom Hauptverteiler bis zur Steckdose, vom NTBA bis zum Computer, Fax, Modem, Telefon oder von der Antenne bis zum TV-Gerät.

Zusammenfassung: Alles auf einen Blick

Wann ist ein Gewitter gefährlich nahe?

  • Bei Wahrnehmung von Donner gefährdete Bereiche verlassen
  • Folgt der Donner einem Blitz nach 10 Sekunden oder weniger: Lebensgefahr!
  • Wurde eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenommen: Entwarnung.

Geschützte Bereiche aufsuchen!

Schutz bieten Gebäude (möglichst mit Blitzschutzsystem), Autos, Kabinen von Baumaschinen, Eisenbahnwagen usw.

Im Freien

Schutz vor direkten Blitzschlägen:

  • unter Freileitungen, in der Nähe von Gebäuden und Masten
  • im Wald in der Mitte zwischen den Bäumen mit 10 m Abstand
  • in Bodenmulden, am Fuß eines Steinbruchs oder Felsvorsprungs
  • sich klein machen, in die Hocke gehen

Schutz vor Blitzüberschlägen: Abstand halten!

  • möglichst 10 m von Bäumen (Stamm, Äste)
  • mindestens 1 m, besser 3 m, von Gebäuden, Metallmasten, Felswänden
  • mindestens 1 m, besser 3 m, von Metallzäunen, Weidezäunen, Brückengeländern
  • einzeln stehen, in Gruppen sich nicht berühren, Abstand 1 m, besser 3 m, zueinander

Schutz vor Schrittspannungen:

  • die Füße eng nebeneinander stellen
  • möglichst auf Asphalt oder Gehwegen bleiben

Unbedingt meiden:

  • einzeln stehende Bäume, Baumgruppen, Waldränder, Bergspitzen, Masten oder Hütten aus Holz
  • freie Flächen wie Fußballplätze, Golfplätze, Pferdeweiden, Deiche
  • auf der Erde liegen oder sich mit den Händen auf der Erde abstützen
  • in Gruppen stehen und sich gegenseitig berühren
  • Wandern, Baden, Tauchen, Wassersport

Straßenverkehr:

  • vom Fahrrad, Motorrad absteigen und Schutz suchen
  • bei heftigem Gewitter mit dem Auto auf einem Parkplatz halten

Herausgegeben von VDE

Dies Informationen hat der VDE in Zusammenarbeit mit electrosuisse und dem OVE herausgegeben. Aktualisierungen und weitere Informationen rund um das Thema Blitzschutz finden Sie auf den Seiten des VDE Bitzschutz + Blitzforschung

Die Broschüre "Blitze: So können Sie sich schützen" können Sie beim VDE kostenlos bestellen oder herunterladen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de

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