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Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Bundesregierung fördert weitere Lernende Energieeffizienz-Netzwerke

| Autor/ Redakteur: Anne-Catherine Jung / Carina Schipper

Lernende Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN-Netzwerke) können Unternehmen dabei helfen, Einsparpotenziale zu finden und auszuschöpfen – und das mit relativ geringem Aufwand: Die 365 teilnehmenden Betriebe der bisherigen LEEN-Netzwerke, die vom Fraunhofer ISI begleitet wurden, waren mit dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen zufrieden und bewerteten die Netzwerkarbeit positiv. Jetzt unterstützt das Bundesumweltministerium interessierte Unternehmen bei der Teilnahme an neuen Energieeffizienz-Netzwerken.

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Ein wichtiger Baustein der LEEN-Netzwerke sind Betriebsführungen bei den Teilnehmerbetrieben.
Ein wichtiger Baustein der LEEN-Netzwerke sind Betriebsführungen bei den Teilnehmerbetrieben.
(Bild: Fraunhofer ISI / Franz Wamhof)

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) weitere Lernende Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN-Netzwerke) und erleichtert mit mehreren Maßnahmen die Teilnahme an neuen LEEN-Netzwerken:

  • Initiatoren und Netzwerkträger werden bei ihrer konzeptionellen Arbeit der Netzwerkentwicklung durch erfahrene Netzwerkentwickler des Projektteams kostenfrei unterstützt.
  • Die Lizenzgebühren für das LEEN-Managementsystem entfallen für alle Betriebe, die an einem LEEN-Netzwerk teilnehmen, das im Rahmen der Netzwerke-Initiative bis Ende 2017 startet.
  • Die ersten zehn LEEN-Netzwerke mit zehn bis 15 teilnehmenden Betrieben, die ab 2015 entstehen, werden mit bis zu 4.000 Euro pro Betrieb bezuschusst. Netzwerke mit nur acht oder neun teilnehmenden Betrieben, die jedoch weitere Interessenten nachweisen, können eine Teilförderung beantragen.

Detailliertere Informationen zur Förderbekanntmachung stehen auf der Webseite www.energie-effizienz-netzwerke.de zur Verfügung.

Die Erfahrungen in bestehenden oder bereits abgeschlossenen LEEN-Netzwerken zeigen, dass Unternehmen durch die Teilnahme an solchen Netzwerken schnell und kostengünstig Einsparpotenziale finden und ausschöpfen können, was zur Senkung der Treibhausgasemissionen sowie zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz führt. Bei den 365 teilnehmenden Betrieben der vom Fraunhofer ISI begleiteten 30 Pilot-Netzwerke identifizierten die energietechnischen Berater rund 3.600 rentable Energieeffizienzmaßnahmen, pro Betrieb im Durchschnitt also zehn Maßnahmen. Für deren Realisierung waren pro Betrieb im Durchschnitt knapp 600.000 Euro zu investieren, was zu Einsparungen bei den Energiekosten in Höhe von knapp 200.000 Euro pro Jahr einbrachte. Da es sich hierbei ausschließlich um Maßnahmen mit langlebiger Wirkung aus dem Bereich der Querschnittstechnologien handelt, sind drei Jahre Amortisationszeit – das heißt eine 30-prozentige Verzinsung – für die meisten Unternehmen in Ordnung bis sehr willkommen, so das Ergebnis einer Umfrage unter den Teilnehmern. Im Durchschnitt konnten die Netzwerk-Betriebe ihren energietechnischen Fortschritt von 1 % pro Jahr auf gut 2 % pro Jahr verdoppeln.

Nutzen überwiegt im Vergleich zum Aufwand

Außenstehende vermuten oft, dass dieser Ansatz viel zu aufwendig sei, insbesondere das Monitoring. Umfragen unter den Teilnehmern der 30 Pilot-Netzwerke zeigen hingegen, dass knapp 80 % den Nutzen im Verhältnis zum Aufwand als ziemlich hoch bewerten, mehr als 70 % schätzen den Zeitaufwand für die Netzwerkarbeit als eher gering ein. Zudem nutzen mehr als 60 % der Teilnehmer die Kontakte über die Netzwerktreffen hinaus, um sich bei ihren Kollegen von den anderen Netzwerkteilnehmern über Energieeffizienzmaßnahmen zu informieren.

Mit der Initiierung und Durchführung weiterer LEEN-Netzwerke wird die zwischen Bundesumweltministerium, Bundeswirtschaftsministerium und Wirtschaftsverbänden vereinbarte Initiative für 500 Energieeffizienz-Netzwerke unterstützt: Aufgrund der positiven Erfahrungen in bestehenden oder bereits abgeschlossenen Energieeffizienz-Netzwerken haben 20 Verbände und Organisationen der deutschen Wirtschaft und die Bundesregierung vereinbart, 500 neue Netzwerke zu gründen. Die Bundesregierung geht auf Basis der Erfahrungen mit bisherigen Energieeffizienz-Netzwerken in Deutschland davon aus, dass die Initiierung und Durchführung von 500 zusätzlichen Netzwerken zu jährlichen Einsparungen von bis zu 75 Petajoule Primärenergie beziehungsweise 5 Millionen t Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 führen kann.

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