Industrie 4.0, IIC und IoT

Cisco will pragmatisch handeln

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Noch einmal zurück zu den Normen. Cisco ist Gründungsmitglied des Industrial Internet Consortiums, kurz IIC. Was sind die Ziele?

Das IIC ist weniger eine Normierungsgruppe, wir versuchen vielmehr dort ganz pragmatisch standardisierte Referenzarchitekturen zu schaffen, um relativ schnell in die Umsetzung zu kommen. Alle Hersteller aus der Industrie, Software- und Netzwerkfirmen sind eingeladen, sich einzubringen – wie es bereits zum Beispiel SAP, Siemens und Bosch tun, um die durch Technologiesilos geschaffenen Hürden aus dem Weg zu räumen. Einfach gesagt: Das Konsortium will es den Unternehmen quer durch alle Industriezweige ermöglichen, Anlagen, Abläufe und Daten einfacher zu verknüpfen und zu optimieren. Uns geht es darum, schnell umsetzbare Ergebnisse zu erhalten, um so schnell einen Nutzen für den Kunden zu schaffen. Denn an eine Referenzarchitektur kann sich jeder relativ schnell andocken und mit diesen Strukturen arbeiten, während eine Normung deutlich länger dauert. Was trotzdem natürlich parallel notwendig ist. Aber das ist nicht der Kern des IIC.

Eine schnelle Handlungsfähigkeit steht also im Vordergrund?

Genau, die Handlung steht im Vordergrund und die Amerikaner sagen so schön ‚execution’, die Umsetzung. Das IIC versucht sehr schnell umsetzbare Ergebnisse zu schaffen.

Können Sie sich vorstellen, dass sich zwischen der Plattform Industrie 4.0 und dem IIC eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickeln wird?

Ein klares Ja. Denn wir sehen keine Konkurrenzsituation, das ist ganz wichtig zu betonen. Wir wollen eine Partnerschaft und sind ganz offen für eine Zusammenarbeit. Industrie 4.0 hat ganz viele Aspekte und die können wir aus unserer Sicht nicht alle abdecken. Zum Beispiel wenn es um die Arbeit mit Robotern geht. Wir beschäftigen uns mehr mit dem Zusammenwachsen von IT und Automatisierung auf der Technologieebene.

Gibt es erste Beispiele?

Ja. Wir haben uns beispielsweise an der Smart Factory KL des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt. Dabei handelt es sich um eine ganz pragmatisch komplett umgesetzte Architektur im laufenden Betrieb. In der Connected Factory befindet sich eine Infrastruktur, die wir mit gestaltet haben. Dazu gehören zum Beispiel unsere Industrie-Switches, Kameras für die Maschinenüberwachung und Server.

Wir müssen uns einfach immer wieder beweisen, dass wir zusammen mit anderen eine komplette Automatisierungsanlage ausstatten können. Schließlich muss sich in der realen Welt eine Vielzahl von Firmen kombinieren lassen, die jede für sich eine eigene Expertise hat. Es wird die Zukunft sein, diese heterogenen Welten zusammen zu bringen durch standardisierte Referenzarchitekturen, um damit eben auch den Mehrwert für den Kunden zu generieren.

(ID:43510191)