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Bildverarbeitung Cockpit-Panorama für alle Fluggäste

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Flugreisende können bald einen umfassenden Blick auf die Landschaft unter ihnen genießen ~ praktisch wie aus Pilotensicht. Für die bessere Aussicht und mehr Sicherheit sorgt ein Start-up mit Komponenten des Bildverarbeitungsspezialisten Framos.

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Damit Flugreisende solch eine Aussicht genießen können, werden hochauflösende Videos von Außenkameras auf die Monitore im Inneren übertragen.
Damit Flugreisende solch eine Aussicht genießen können, werden hochauflösende Videos von Außenkameras auf die Monitore im Inneren übertragen.
(Bild: Otonomy Aviation)

Wow, was für ein Rundblick! Gleichzeitig hat die Rangelei um einen begehrten Fensterplatz im Flugzeug ein Ende. Denn jetzt kann jeder Passagier sehen, was man während des Fluges auch aus dem Cockpit sieht. Die Idee, Fluggäste mit atemberaubendem Cockpit-Panorama zu versorgen, hatte das französische Start-up Otonomy Aviation. Die externe High-Definition-Kamera des Technologie-Pioniers kommt aktuell in Business-Jets zum Einsatz.

Sie hat als Herzstück einige Bauteile, die vom deutschen Bildverarbeitungs-Experten Framos kommen. Das gesamte Kamerasystem muss auch extreme Temperaturen aushalten können, weshalb nur robuste und hochverlässliche Produkte in Frage kommen, um eine hohe Qualität zu erreichen und den strengen Luftfahrtregularien rund um Hardware im Flugzeug zu genügen. So können die Fluggäste sich detaillierte Landschaftsaufnahmen in HD anschauen, die eine Außenkamera aufnimmt und auf die Screens im Flugzeug und bald auch an mobile Endgeräte überträgt.

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Der Kamera-Spezialist hat seinen Sitz im französischen Bordeaux. Rund 15 Mitarbeiter sind für das junge Unternehmen tätig. Otonomy Aviation besetzt eine echte Marktnische: Die Kundenliste gleicht dem Who-is-who der Flugzeughersteller: Airbus, Gulfstream, Dassault, bald kommt Boing dazu.

Eine Idee lernt fliegen

Guillaume Daudon gründete das Unternehmen im Jahr 2007 und entwickelte den ersten Prototyp seiner Überwachungskamera. Das Fundraising stand 2009, dann folgten 3 Jahre technische Entwicklung. Seit 2012 ist das Produkt auf dem Markt, für den weiteren Ausbau des Start-ups kommen vom Venture-Capital-Geber Oseo zusätzliche Mittel. 2014 erreichte Otonomy einen Jahresumsatz von 2 Mio. Dollar. Bisher gehörten zur Zielgruppe nur private oder corporate Business-Jet-Halter, doch das soll sich im nächsten Ausbauschritt mit der Industrialisierung des Produkts ändern. Künftig könnten auch die Reisenden auf Linienflügen in den Genuss der neuen Technologie kommen. „Alles wird mobil. Deshalb soll demnächst die Darstellung der Kamerabilder nicht nur über verdrahtete und kabellose Bildschirme im Flugzeug erfolgen, sondern auch über andere mobile Geräte wie das iPad“, sagt Daudon. Die Bullaugen lassen nur eine sehr begrenzte Aussicht zu, und was könnte beim Fliegen besser unterhalten als ein umfassenderer Blick auf die Landschaft, praktisch aus Pilotensicht?

Strenge Regularien und widrige Außenbedingungen in der Luftfahrt

Aufgrund der Vielzahl an Regularien in der Luftfahrtindustrie ist das Konzept alles andere als einfach umsetzbar. Ein Beispiel sind die strengen EMI-Anforderungen (Electromagnetic Interference) an die Radiofrequenz-Nutzung im Flugzeug. Daneben stellten vor allem die Außenkamera und deren Einzelkomponenten die Entwickler vor Herausforderungen. Extreme Temperaturschwankungen zwischen 50 und -50 °C verlangen dem Equipment einiges ab. Gut, dass die Framos-Bauteile den rauen Umweltbedingungen und den strengen Regularien standhalten.

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