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Cockpit-Panorama für alle Fluggäste

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Sensoren und Objektive, die was aushalten

Dazu gehören ein 5 Megapixel Spezialsensor und die Sunex-Objektive DSL949 und DSL213, um HD-Qualität zu erzeugen. „Besonders wichtig war uns die Qualität der Linse und die Vielseitigkeit des Produkts“, bemerkt Daudon. Mit beidem liegt das Unternehmen aus Bordeaux richtig: „Der Sensor besticht durch seine hohe Auflösung, HD-Fähigkeit und große Zuverlässigkeit. Mit Low Light- und Low Dark Current-Features ist er insbesondere für Anwendungen unter schwierigen Lichtverhältnissen ausgelegt und reduziert per automatischer Schwarz-Level-Kalibration das Bildrauschen“, erklärt Emmanuel Maridor, Managing Director von Framos Frankreich.

Und ein ebenfalls von Framos gewähltes Sunex-Objektiv wurde beispielsweise von Airbus Defense and Space erworben, um im Dezember 2014 als Teil des „Fruit Fly Lab“ vom Ames Research Center der NASA eine Reise ins All anzutreten – dort kann es immerhin bis zu -272 °C kalt werden. „Zudem soll im Falle von Otonomy trotz widriger Außen- und Wetterbedingungen ein klares Bild geliefert werden, unabhängig von Regen, Nebel und Eis“, erklärt der Gründer.

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Auch ein Blick auf mehr Sicherheit

Doch Entertainment ist nicht alles, was das Kamerasystem kann. Zwar wird die Lösung schon genutzt, um am Boden beim Ein- und Aussteigen die Sicherheit zu erhöhen und visualisiert zu bekommen, wie das Fahrwerk ein- und ausgefahren wird. In Zukunft will Otonomy jedoch einen größeren Schwerpunkt auf das Thema Security legen. Das bringt neue Anforderungen mit – beispielsweise eine höhere Kameraauflösung und einen erweiterten Wellenlängenbereich für Nachtsicht. Zudem müssen dann die Aufnahmen gespeichert werden, um im Problemfall Aufschluss geben zu können.

Compliance ist Trumpf

Aufgrund der Regularien ist es nicht möglich, vorgefertigte Kameras zu nutzen, denn selbst der Entwicklungsprozess muss im Luftfahrtbereich auf sehr spezifische Art dokumentiert werden. Gleiches gilt für die Dokumentation der Schnittstelle zwischen Kamera und Computer. Deshalb hat das französische Unternehmen, das nach EN9100 und den europäischen Standards EASA 21g und 145 zertifiziert ist, mit Komponenten von Framos seine ganz eigene Kameralösung entwickelt, zu der auch ein PC gehört. Um die Freigabe einzuholen, musste sich die Lösung Hardware-seitig auch dem Standard DO-160 (Environmental Conditions and Test Procedures for Airborne Equipment) von RTCA stellen.

Für Technik-Pionier Guillaume Daudon stand bei seiner Entscheidung neben der hohen Qualität im Vordergrund, dass er einen verlässlichen Partner mit einfachen Bestellprozessen und einer hohen Produktverfügbarkeit an der Seite hat. Er schätzt die unkomplizierte Zusammenarbeit: „Es ist von Vorteil, dass wir Off-the-Shelf-Bauteile nutzen können, die nicht extra für uns entwickelt werden mussten. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Kunden mit der erreichten Bildqualität sehr zufrieden sind und dass der Austausch zwischen Linse und Ethernet-Output-Signal exzellent funktioniert“, resümiert der Otonomy-Chef.

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