Finanzierung

Crowdfunding hat Grenzen

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Zwei Märkte miteinander verbinden

Die Geschäftsidee des 2011 unter dem Namen Ao-Terra gegründeten Betriebs kombiniert den klassischen Heizungsmarkt mit dem stark zunehmenden Cloud-Markt. Die Sachsen stellen für ihre Kunden cloudbasierte Rechenleistungen bereit und verwenden die Abwärme der Server zum Heizen von Gebäuden oder Erwärmen von Wasser. Als Energieträger dienen Wasser und Luft. Die dezentralen Rechenzentren besitzen eine direkte Wasserkühlung mit einer Ausgangstemperatur von 55° C. Ein Wärmetauscher gibt die Energie an einen Pufferspeicher weiter. Damit lässt sich beispielsweise Trinkwasser aufbereiten oder Heizen. Bei Gebäuden mit zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung nutzt das System die luftseitige Abwärme der Server. Mitgründer Dr. Jens Struckmeier beschreibt die Technologie anhand des Beispiels eines Mehrfamilienhauses der Wohnungsgenossenschaft Aufbau in Dresden: „Im Keller stehen 20 Server. Die Wärmeenergie übernimmt die Trinkwasseraufbereitung, einen Teil der Gebäudeheizung und wird ergänzt durch das Fernwärmenetz der Drewag in Dresden. Unsere Schränke liefern 110.000 kWh Wärme im Jahr und sparen 240 t CO2.“ Die Serveranlagen gehören Cloud & Heat und die Firma übernimmt auch die Instandhaltung der Geräte. Ein- bis zweimal im Jahr prüfen die Service-Mitarbeiter die Rechenzentren und tauschen Filter aus. „Viele Komponenten arbeiten redundant.“, berichtet Struckmeier, „So müssen wir nicht bei jedem Pumpenausfall sofort einen Serviceeinsatz machen.“ Das System läuft auch bei kleineren Störungen oder Ausfällen weiter.

Kurze Wege gewährleisten Energieeffizienz

Die Rechenzentren beruhen auf einer Cloud-Lösung, was zwei Vorteile nach sich zieht. Der erste Aspekt ist Flexibilität hinsichtlich des Standorts. Die Serverschränke lassen sich direkt am Ort der benötigten Wärme aufstellen. Die Energie muss bis ihrem Verwendungsort keine langen Wege zurücklegen. Nur wenig geht oder nichts geht verloren. Zusätzlich sparen die Kunden durch den Wegfall der Gebäudekosten und der Klimatisierung der Cloud-Server Energie und Geld, heißt es aus Dresden. „Durch die Abwärmenutzung betreiben wir die effizientesten Rechenzentren, die es auf dem Markt gibt.“, behauptet Struckmeier. Der zweite Nutzen bezieht sich ebenfalls auf die räumliche Unabhängigkeit der Serverschränke.„Dezentrales Rechenzentrum bedeutet, dass Ihre Daten über mehrere Standorte hinweg gespeichert werden. Dies ermöglicht eine höhere Verfügbarkeit der Daten und führt zu einer kürzeren Latenzzeit bei lokalen Diensten.“, betont Cloud & Heat auf seiner Homepage. Die Sicherheit spielt dabei eine wichtige Rolle. „Gleichzeitig achten wir auf höchste Sicherheitsstandards: Die genauen Standorte werden nicht bekannt gegeben. Zu den Serverschränken in den Gebäuden haben die Gebäude-Eigentümer keinen Zugang. Zugang zu den Serverschränken haben ausschließlich Mitarbeiter von Cloud & Heat. Darüber hinaus sind die Serverschränke mit verschiedenen Mechanismen und Algorithmen geschützt. Die Ablage der Daten erfolgt komplett verschlüsselt.“

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