Remote I/O-System Damit die Pasta-Produktion sicher läuft

Autor Dipl. -Ing. Ines Stotz

Deutsche Maschinenbauer spielen weltweit in der Champions League, sowohl im Premium- als auch im mittleren Segment. Doch auch die Asiaten bringen sich hier in Stellung. Um im Zuge der Globalisierung weiter bestehen zu können, müssen die Unternehmen hierzulande neue Strategien entwickeln. Weidmüller will den Wandel aktiv begleiten – und hat ein ganz konkretes Angebot.

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Anselmo baut Maschinen für die Pasta-Herstellung und hat seine Produktionsanlagen mit dem Remote I/O-System von Weidmüller ausgestattet.
Anselmo baut Maschinen für die Pasta-Herstellung und hat seine Produktionsanlagen mit dem Remote I/O-System von Weidmüller ausgestattet.
(Bild: © whitestorm - Fotolia)

Das mittlere Segment wird künftig den größten Anteil am Umsatzzuwachs ausweisen. Das glaubt Michael Matthesius, Industrie Manager Maschinenbau bei Weidmüller. „Deshalb wird der deutsche Maschinenbau als eine Strategieoption ein duales Geschäftsmodell entwickeln müssen.“ Eine Erfolgsgröße könnten Maschinen in modularer Bauweise sein, das heißt individuelle Massenproduktion zu den Kosten einer Serienfertigung. Doch das Kriterium „modular" allein reiche nicht aus. Eine weitere Strategieoption sei die fortschreitende Dezentralisierung, die damit einhergeht. Überzeugt sind die Detmolder bereits jetzt entsprechende Lösungen anbieten zu können. Denn sie nehmen aktuelle Trends stets genau unter die Lupe: „Dadurch haben wir Aufgaben, die wir zukünftig lösen werden“, erklärt Matthesius. „Weidmüller will sich als Link zwischen Markttrends und der Entwicklung positionieren, um seinen Kunden konkrete Perspektiven zu bieten, die beste Lösung mit dem höchstmöglichen Mehrwert.“

Essenzielle Trends, die den Wandel im Maschinenbau herausfordern und beschleunigen, werden unter dem Begriff Industrie 4.0 und Smart Factory subsumiert. Der Industriemanager zählt einige Beispiele auf: Verkettung und Vernetzung von Maschinen oder Anlagen, deutlich stärkere Dominanz der Software, verstärkte Durchdringung von Automatisierungslösungen, das Erfassen/Auswerten und Nutzen von Datenmaterial, vorbeugende Wartung sowie die markante Zunahme von interdisziplinären Fragestellungen. Weitere virulente Themen werden Datensicherheit und -integrität, Cloud-Computing und ein vereinfachtes Handling gleichwie Programmieren der Maschinen sein. Insgesamt gilt es, Innovationen schneller umzusetzen. Hierbei kommt der Software und Kommunikationstechnik eine Schlüsselfunktion zu: „Im ganzheitlichen Ansatz liegt die Zukunft der Kommunikation. Eine durchgängige Kommunikation vereinfacht und beschleunigt Prozesse, schafft Transparenz und reduziert Kosten“, sagt Matthesius.

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Pasta-Produktion – besser mit dezentraler Struktur

Dass sich die Trends im Maschinenbau bereits heute professionell umsetzen lassen, verdeutlicht der Experte an einem Beispiel. Es geht dabei um eine traditionelle italienische Spezialität, die auch überall in Deutschland heiß geliebt wird, wenn es ums Essen geht: Pasta. Auch weit darüber hinaus sind die Teigwaren äußerst beliebt: Das italienische Unternehmen Anselmo liefert seine Maschinen und Systeme für die Pasta-Herstellung in 25 Länder auf 4 Kontinenten.

Modernste Produktionsmethoden sind da ein Muss. Jüngst stand das Redesign der Automatisierungsarchitektur für die kompletten Produktionsanlagen an. „Gefragt war ein Remote I/O-System, womit Anselmo schmaler planen, einfacher installieren, schneller in Betrieb nehmen und Stillstände vermeiden kann“, berichtet Carsten Renk, Produktmanager Remote I/O bei Weidmüller. Gemeinsam mit den Detmolder Spezialisten analysierten die Italiener die Automatisierungsstruktur, „beide Partner entwickelten ein in sich stimmiges Lösungskonzept mit dezentraler Struktur.“

Flexible Anlagen sicher betreiben

Ziel war ein noch flexiblerer Anlagenaufbau entlang der Produktionslinien, den die verteilten Remote- I/Os U-Remote von Weidmüller nun erlauben. Feldbuskoppler gemäß Profinet IRT stellen eine präzise und schnelle Synchronisierung zwischen I/Os, Steuerung und beweglichen Analgenteilen sicher. Neben U-Remote Stationsbussen spielen SILCL 3 Einspeisemodule ihre Vorzüge aus – zum problemlosen Aufbau dezentraler Safety-Lösungen. Sicherheitsmodule können über Profisafe oder Fail-Safe-over-Ethercat (FSoE) zusammen mit einer Sicherheitssteuerung betrieben werden. Die sicheren Einspeisemodule hingegen benötigen keine Sicherheits-SPS, sie schalten nachfolgende Ausgangsmodule direkt ab. Mit ihnen lässt sich ein kaskadiertes Abschalten von Ausgangskreisen realisieren.

Sichere digitale I/O-Module für Profisafe oder FSoE

Dezentrale Sicherheitseinrichtungen im Maschinen- und Anlagenbau lassen sich mit dem Remote I/O-System U-Remote zu einem ganzheitlich kooperierenden Sicherheitssystem vernetzen“, fasst Carsten Renk zusammen. Damit würden Investitionen geschützt, Mitarbeiter abgesichert und die Wertschöpfung der Anlage gesteigert.

Dass das nicht nur bei einem Pasta-Hersteller gut ankommt, zeigt, dass sich das Remote I/O-System vom Start im Jahr 2013 an, im Markt etabliert hat. Grund genug für einen weiteren Ausbau mit den Sicherheitsmodulen 4DI/4DO und 8DI zum Anschluss an Profisafe oder Fail-Safe-over-Ethercat (FSoE). Die beiden Module mit gelb ausgeführter Anschlussebene ergänzen die bereits vorhandenen sicheren Einspeisemodule des U-Remote Systems.

Das Sicherheitskombinationsmodul 4DI/4DO vereint digitale Ein- und Ausgänge in einem einzigen kompakten Modul von 11,5 mm Baubreite, jeweils zwei Ein- und Ausgänge sind P- oder N- schaltend parametrierbar. Dadurch lässt es sich in zweikanaligen Eingangsstrukturen vorteilhaft zur Querschlusserkennung verwenden – ein Vorschaltgerät ist nicht erforderlich. Die sicheren Einspeisemodule benötigen keine Sicherheits-SPS, sie schalten nachfolgende Ausgangsmodule direkt ab. So lässt sich auch ein kaskadierendes Abschalten von Ausgangskreisen realisieren.

Webserver gestattet Prüfen vor Ort oder aus der Ferne

Die Ferndiagnose über den U-Remote Webserver vereinfacht die Inbetriebnahme und beschleunigt Wartungsarbeiten. Das Schweizer Unternehmen Ferag, das Maschinen für die Druckindustrie produziert, hat diese Möglichkeit besonders beeindruckt. „Denn das durchgängige Engineering schafft Transparenz und schnellen Zugriff“, begründet Andreas Hoffmann, Produktmanager Remote I/O bei Weidmüller. Ob Diagnosen per Fernzugriff oder die Simulation von Eingängen sowie das Forcen der Ausgänge vor Ort – U-Remote benötigt hierzu keine spezielle Software, sondern lediglich einen Standard-Browser. Prozesse und Abläufe lassen sich auch ohne angeschlossene Steuerung simulieren.

„Wir bieten so nicht nur ein ausgefeiltes Produktportfolio, sondern haben ein komplettes Lösungsangebot. Unsere Industriemanager kennen, dank ihrer tiefgehenden fachlichen Expertise, die Trends und Kundenanforderungen in einzelnen Branchen ganz genau“, fasst Michael Matthesius zusammen. So will das Unternehmen die Entwicklung von Maschinen mit immer mehr Kunden weiterhin frühzeitig begleiten.

SPS IPC Drives: Weidmüller, Halle 9, Stand 351

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