Antriebstechnik Danfoss-Manager Møller-Jensen: „Industrie 4.0 ist keine Revolution“

Redakteur: Stefanie Michel

Die Bedeutung des Themas Industrie 4.0 hat Ole Møller-Jensen, Präsident von Danfoss Power Electronics, auf der Hannover Messe 2013 überrascht. Dennoch mag er darin keine Revolution erkennen. „Aus unserer Sicht ist Industrie 4.0 eine Evolution“, so der Manager vor der Presse in Norborg (Dänemark).

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Ole Møller-Jensen: „Es ist interessant, dass Industrie 4.0 in Deutschland auch ein politisches Thema ist. Damit hat die deutschen Industrie einen gemeinsamen Schwerpunkt, was sowohl für die Unternehmen als auch ihre Kunden von Vorteil ist.“
Ole Møller-Jensen: „Es ist interessant, dass Industrie 4.0 in Deutschland auch ein politisches Thema ist. Damit hat die deutschen Industrie einen gemeinsamen Schwerpunkt, was sowohl für die Unternehmen als auch ihre Kunden von Vorteil ist.“
(Bild: Michel)

„Es ist interessant, dass Industrie 4.0 in Deutschland auch ein politisches Thema ist. Damit hat die deutschen Industrie einen gemeinsamen Schwerpunkt, was sowohl für die Unternehmen als auch ihre Kunden von Vorteil ist“, erklärte Ole Møller-Jensen im Rahmen einer Presskonferenz am Danfoss-Hauptsitz in Norborg. „Aus unserer Sicht ist Industrie 4.0 eine Evolution“, so der Manager. Viel eher sei das Internet eine Revolution und mit Industrie 4.0 würden man erst lernen, das Internet zu nutzen und in die Produktionsprozesse zu integrieren.

Smart Factory liefert liefert individuell konfigurierte Massenprodukte

Gleichwohl sind die Kernelemente von Industrie 4.0 von großer Bedeutung für den dänischen Antriebstechnikhersteller: Vernetzung, Einbindung von IT-Systemen, Intelligenz und individuelle Massenproduktion. Dass diese Themen keine Zukunftsvisionen mehr sind, zeigte das Unternehmen am Beispiel von Danfoss Power Electronics in Gråsten.

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Diese Smart Factory ist der VLT-Hauptstandort und liefert individuell konfigurierte Produkte in einer Massenproduktion. Dies ist möglich, weil das Produktionssystem direkt mit dem Bestellsystem verbunden ist. Sobald also ein Auftrag im System aufgenommen wird, generiert das System einen eindeutigen Code und eine dazugehörige Stückliste, sodass die Produktion unverzüglich beginnen kann. Auf diese Weise entstehen innerhalb von 2 Stunden kundenspezifische Frequenzumrichter, die schließlich getestet und mit passendem Handbuch innerhalb von 24 Stunden verschickt werden können.

Industrie 4.0 und Energieeffizienz gehören zusammen

„Wir haben damit bereits lange vor Industrie 4.0 begonnen. Deshalb ist das für uns nichts neues. Dennoch ist das eine gute Entwicklung, denn es beweist, dass unsere Vision einer zukünftigen Produktion richtig war“, freut sich Møller-Jensen über die Entwicklung. Auch mit den Danfoss-Produkten sieht er sich gut gerüstet: „Ich denke, unsere Produkte sind bereit für Industrie 4.0.“ So kann ein VLT-Antrieb beispielsweise herstellerunabhängig kommunizieren.

Der Grund, warum Danfoss einen solchen Weg bereits ohne die Vision von Industrie 4.0 beschritten hat, ist auch das Thema Energieeffizienz. Møller-Jensen: „Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit bieten, selbst die effizientesten Lösungen zu bauen.“ Die „4. industrielle Revolution“ wird nicht die Bedeutung Effizienz und Ressourcenschonung verdrängen. Ganz im Gegenteil: Auch Danfoss selbst setzt für seine Produktionsstätten die eigenen effizienten Produkte ein.

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