ERP-Software Das sind die ERP-Trends 2017

Redakteur: Robert Horn

Für den „VDMA IT-Report 2016“ hat der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus in einer Befragung eine Reihe von aktuellen Trends ermittelt. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei als Rückgrat der digitalen Transformation das ERP-System ein. Michael Finkler, einer der Geschäftsführer von ERP-Anbieter Proalpha, hat daraus ein Thesenpapier für 2017 entwickelt.

Das Thesenpapier von Proalpha zeigt Trends für ERP-Software im Jahr 2017 auf.
Das Thesenpapier von Proalpha zeigt Trends für ERP-Software im Jahr 2017 auf.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ein zentraler Trend ist laut „VDMA IT-Report 2016“ unübersehbar: Die Digitalisierung gewinnt in den nächsten Jahren vor dem Hintergrund zahlreicher gestarteter Industrie 4.0-Projekte in der Branche weiter an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen setzen mobile Apps ein und verwenden Cloud-Lösungen, analysieren große Datenmengen mit Hilfe von Business Intelligence oder setzen auf das Internet der Dinge. Vor allem diese acht Trends spielen im Jahr 2017 eine entscheidende Rolle.

1. Cloud-Lösungen verändern IT-Landschaft nachhaltig

Nach anfänglich verhaltener Einsatzbereitschaft – so die VDMA-Trendbefragung – haben sich Cloud-Lösungen nun aufgrund des umfangreichen Angebotes am Markt, verbesserter technischer Voraussetzungen und des gestiegenen Bedarfes nach schnell einsatzfähigen Lösungen einen festen Platz in der IT-Landschaft erobert. Mehr als 80 % der befragten Firmen messen diesem Thema mittlerweile eine wichtige Bedeutung bei. „Für die nächsten zwei Jahre ist mit einem weiteren Anstieg bei der Nutzung von Cloud-Lösungen zu rechnen, wie die Planungen der Unternehmen verdeutlichen“, heißt es in der VDMA-Studie.

Mit ERP aus der Business Cloud gewinnen mittelständische Unternehmen an Skalierbarkeit, erklärt der ERP-Anbieter Proalpha. So zum Beispiel, wenn die IT-Ressourcen mit dem Wachstum nicht Schritt halten oder kleinere Auslandsniederlassungen schnell anzubinden sind. Die Cloud „made in Germany“ hilft dabei nicht nur, IT-Investitionen niedrig zu halten. Sie bietet auch ein Plus an Sicherheit – mehr, als die meisten kleineren Mittelständler heute im eigenen Rechenzentrum gewährleisten können. Mehr Flexibilität und Individualisierbarkeit ermöglichen Angebote mit ERP-Hosting oder Mietmodelle, auch ergänzend zum ERP-System im eigenen Rechenzentrum.

2. ERP ist das Rückgrat für die digitale Transformation

„Industrie 4.0 kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die einzelnen Prozesse in der Produktion eng miteinander verzahnt sind. Das ERP-System leistet diese Verzahnung, verknüpft sämtliche Glieder der Produktionskette miteinander und optimiert so die Geschäftsprozesse“, heißt es im Positionspapier „Die Zukunft von ERP im Kontext von Industrie 4.0“ des Digitalverbands Bitkom. Bereits jedes dritte deutsche Unternehmen – so eine Bitkom-Umfrage – setzt ERP-Lösungen ein, weitere 21 % planen konkret deren Einführung.

Proalpha unterstützt die Kernthese der Bitkom-Analyse: „Die ERP-Software ist der neue Integrationshub für die Industrie 4.0“. Dies zeigt sich auch bei etlichen erfolgreichen Industrie 4.0-Projekten von Proalpha-Kunden, bei denen das ERP-System das Rückgrat bildet. Sie zeigen auch, dass die Industrie 4.0 kein reines Produktionsthema ist. Logistik, Montage, Entwicklung sowie Instandhaltung und Service profitieren gleichermaßen von der Vernetzung der Systeme und der Automatisierung von Prozessen.

3. Mobile Anwendungen spielen im industriellen Umfeld eine wichtigere Rolle

Die Bedeutung von mobilen Anwendungen setzt sich laut der VDMA-Studie weiter fort. Gaben 2014 rund 42 % der Befragten an, dass die smarten Softwarehelfer „relevant für das Unternehmen“ sind, liegt dieser Wert heute bereits bei 76 %. Rund die Hälfte dieser Firmen bewerten industrielle Apps mit einer mittleren bis sehr hohen Bedeutung für ihre Unternehmensprozesse. Wobei mobile Anwendungen im ERP- und CRM-Umfeld mit 15 % (externe Apps) und 9 % (eigene Apps) bei den Einsatzfeldern eher noch im unteren Drittel rangieren.

Dass eine größere Mobilität die Produktivität in Verkauf, Lager, Service oder Fertigung steigert, steht außer Frage, erklärt auch ERP-Anbieter Proalpha. Denn sie ermöglicht flexibles Arbeiten, egal von welchem Ort. Damit Abläufe optimal funktionieren, muss sich aber die mobile Technologie den Prozessen anpassen und nicht umgekehrt. Proalpha setze deshalb nicht auf „die eine App“, sondern auf adaptierbare Web-Applikationen – immer direkt vernetzt mit dem ERP-System. Dieser Ansatz sorge für mehr Flexibilität und Investitionssicherheit bei gleichzeitig geringerem Aufwand für Wartung und Pflege.

4. Dokumenten Management wird zum integrierten Teil von ERP-Lösungen

Die Einführung von Dokumenten-Management-Systemen (DMS) ist in der VDMA-Studie mit einer Nennung durch 24 % der Befragten unter die geplanten Top-3-Investitionen bis 2018 geklettert. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2014 rangierte dieses Thema erst auf Platz 9. Die Erkenntnis in immer mehr mittelständischen Unternehmen: Wenn relevante Dokumente für alle beteiligten Mitarbeiter in kürzester Zeit verfügbar sind, laufen Geschäftsprozesse besonders schnell und reibungslos.

Bei Proalpha ist das DMS-Modul schon seit Jahren integrierter Bestandteil der ERP-Lösung, erklärt der Hersteller. Sämtliche E-Mails, Belege, Rechnungen, Zeichnungen und andere Unterlagen lassen sich per Drag & Drop einem Geschäftsfall zuordnen und mit diesem archivieren. Das DMS-Modul stellt zugleich die revisionssichere Archivierung der Dokumente gemäß den GoBD (Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) sicher.

5. Mit Business Intelligence im ERP auch große Datenmengen analysieren

Laut der VDMA-Befragung steht die Analyse großer Datenmengen (Big Data Analytics) im Zusammenhang mit Industrie 4.0 im deutschen Mittelstand erst am Anfang und wird aktuell lediglich von 16 % der befragten Unternehmen aktiv betrieben. Trotzdem hat das Thema Business Intelligence (BI) für jeden zweiten Maschinenbauer bereits heute schon eine mittlere bis sehr hohe Bedeutung. Vorreiter mit einem Einsatzanteil von 10 % sind der Service und die Instandhaltung. Auf den weiteren Plätzen folgen Produktion (8 %) und Logistik (4 %). „Der heute vergleichsweise noch geringe Anwendungsanteil wird in den kommenden zwei Jahren deutlich ansteigen, rund ein Viertel der Befragten plant bis 2018 entsprechende Einführungen“, heißt es in der Studie.

6. Die Integration von CRM und ERP schreitet weiter voran

Etwa ein Drittel der für eine internationale Studie der Marktforscher von IDC befragten Mittelständler in Deutschland setzt heute sowohl ERP-Lösungen als auch Systeme für das Customer Relationship Management (CRM) ein. Deren Kopplung bringt zahlreiche Vorteile: Von der durchgängigen und effizienteren Gestaltung von Prozessen bis hin zur Vermeidung von Redundanzen durch doppelte Datenpflege. Denn auch der Vertrieb benötigt heute aktuelle Informationen zu möglichen Produktvarianten, Lieferzeiten oder Serviceleistungen.

Ein in das ERP-System integriertes CRM-Modul ermöglicht eine 360-Grad-Sicht auf die Kunden und Interessenten und unterstützt so deren individuelle Betreuung vom Angebot bis zum After-Sales-Service. Als zentrale Plattform stellt das ERP-System allen Abteilungen konsistente Informationen in Echtzeit für ein systematisches Kundenbeziehungsmanagement zur Verfügung. Umfassende CRM-Funktionalitäten, darunter Marketingaktionen oder die Kontakt- und Verkaufschancenverwaltung, bringen Effizienz in die Abläufe. Anhand von Wettbewerbsinformationen, Forecasts und Vertriebscontrolling lassen sich so sämtliche Kundenbeziehungen mit Weitsicht steuern.

7. Das Internet der Dinge stellt neue Anforderungen an das ERP

Das „Internet of of Things“ (IoT) ist ein integraler Bestandteil vieler Industrie 4.0-Projekte. Dadurch ist die Fertigungsbranche unter allen Wirtschaftszweigen auf diesem Gebiet in Deutschland der Vorreiter. Laut der Studie „Wettbewerbsfaktor Analytics im Internet der Dinge” der Universität Potsdam haben bereits 15 % der befragten Unternehmen IoT-Anwendungen zur Effizienzsteigerung in ihre bestehenden Prozesse integriert. Hauptanwendungsbereich ist dabei die Prozessüberwachung, hier sind 39 % der Betriebe schon mit konkreten Projekten unterwegs.

Die für die Umsetzung erforderliche Hardware wie Strichcodes, Sensoren und RFID-Chips sind inzwischen längst kein Kostenfaktor mehr. Dies wird die weitere Entwicklung des Internet der Dinge in den nächsten Jahren beschleunigen. Die große Herausforderung besteht allerdings in der korrekten Erfassung und Analyse der anfallenden Daten, damit sie in Lieferketten- und Fertigungsprozessen produktiv genutzt werden können. Proalpha etwa nutzt die Integration Workbench (INWB) zur Interaktion mit den zahlreichen Datenquellen und sorgt mit dieser einfach zu konfigurierenden Schnittstelle für durchgängige Prozesse über Systemgrenzen hinweg.

8. Anbindung von Lieferanten und Kunden über ein Web-Portal

Industrie 4.0 macht nicht an den eigenen Unternehmensgrenzen halt. „Vernetzt sind neben den Abläufen in der eigenen Fabrik auch die Partner und Zulieferer sowie idealerweise die Kunden“, heißt es in der aktuellen Studie „Digitale Transformation der Fertigungsindustrie“ des Beratungsunternehmens KPMG. Gelinge es Strukturen zu schaffen, die einen permanenten Austausch ermöglichen, entstehe ein umfassendes System, das Mensch, Maschine und das gesamte zugehörige Umfeld vollständig integriert – ein sogenanntes Wertschöpfungsnetzwerk.

Auch hier übernimmt das ERP-System eine Schlüsselrolle. So lassen sich Kunden, Lieferanten, Vertreter und auch eigene Mitarbeiter ganz einfach über einen Web-Browser an die Software anbinden. Mit den Web-Portalen, die vollständig ins ERP-System integriert sind, geht das völlig unabhängig von Endgerät, Plattform und Standort. Jeder berechtigte Nutzer kann darüber in Echtzeit online auf für ihn bestimmte Daten aus der ERP-Komplettlösung zugreifen und erhält dabei nur die Informationen, die er für seine Arbeit benötigt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesternportal MM Maschinenmarkt.

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