Anlässlich unseres 100-jährigen Bestehens präsentieren wir – elektrotechnik AUTOMATISIERUNG – die Pioniere der industriellen Automation. In einer exklusiven Berichtserie zeigen wir deren Errungenschaften. Mit den Wegbereitern der Automation lassen wir Technologien und Entwicklungen Revue passieren, betrachten die Gegenwart und wagen einen Blick in die Zukunft!

Elektro-Engineering – Eplan im Exklusiv-Interview

Das Thema Daten gewinnt noch mehr Bedeutung

| Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Ines Stotz

Maximilian Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung, Eplan und Cideon, beides Unternehmen der Friedhelm Loh Group: „Wir müssen schneller wachsen als der Wettbewerb.“
Maximilian Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung, Eplan und Cideon, beides Unternehmen der Friedhelm Loh Group: „Wir müssen schneller wachsen als der Wettbewerb.“ (Bild: Eplan)

Auch wer in überschaubaren Märkten unterwegs ist, muss weiteres Wachstum generieren. Lösungsanbieter Eplan setzt da auf eine klare Strategie: Länder und Anwendungsfelder erschließen, in denen noch Reserven brachliegen. Und: Märkte permanent mit Innovationen befeuern. Die Monheimer entwickeln ihre Produkte gezielt entlang der Wertschöpfungskette.

Welche Entwicklungen prägen derzeit den E-CAE-Markt? Sowohl bei Eplan, als auch in der gesamten Branche?

Maximilian Brandl: Es zeigen sich drei große Trends, die immer wichtiger geworden sind, und die, so stellt es sich für mich im Augenblick dar, in Zukunft noch wichtiger werden. Das erste große Thema: Wir, Eplan, entwickeln uns vom Engineering kommend entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter. So haben noch vor fünf oder vor sieben Jahren viele unserer Kunden eine reine Lösung fürs Elektro-Engineering gesucht. Jetzt fragen sie sich: Wie kann ich meine nachfolgenden Prozesse optimieren? Wie kann ich zum Beispiel die Schaltschrankfertigung schneller, besser machen, mit weniger Fehlerquellen? Wie kann ich die nachfolgenden Prozesse optimieren? Wie kann ich die Prozesse nach vorne treiben, bis hin zum Vertrieb?

Wichtig ist jetzt der Gesamtprozess. Es kann lohnender sein, fürs Engineering zwei, drei oder vier Stunden mehr aufzuwenden, wenn Kunden dafür in der Fertigung – zum Beispiel für die Herstellung eines Schaltschranks – dann um zehn, elf, zwölf oder gar dreizehn Stunden produktiver und schneller werden. Oder weniger Fehler machen. Es ist ein Thema, das den Markt prägt. Man schaut mehr auf den gesamten Prozess, auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Das zweite Thema ist jetzt besonders aktuell. Da geht es um die bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Engineering-Disziplinen. Vor fünf bis sieben Jahren arbeiteten die einzelnen Abteilungen eines Unternehmens getrennt voneinander, nacheinander, rein sequentiell. Hier ein Beispiel eines Kunden, der mir sagte: „Bei uns besteht zwischen Elektrokonstruktion und Maschinenbau eine Demarkationslinie. Beide müssen erst noch lernen, besser zusammenzuarbeiten. Heute haben wir mehr Kunden, bei denen die einzelnen Abteilungen agil miteinander zusammenarbeiten, die sehr viel mehr auf parallele Prozesse ausgerichtet sind. Zahlreiche Arbeitsschritte können jetzt automatisiert ablaufen. Das ist der zweite große Trend.

Und der dritte: die Daten. Daten werden immer wichtiger, weil man nur damit den kompletten Prozess automatisieren kann. Je mehr gute vollständige Daten zur Verfügung stehen, desto besser kann man den Gesamtprozess optimieren. Wenn jetzt ein Roboter in der Fertigung automatisiert Löcher in einen Schaltschrank bohrt, dann benötigt man dazu die Bohrbilder oder die Bohrschablonen der entsprechenden Elektrokomponenten, um zu wissen, welche Löcher man mit welchem Durchmesser zu bohren, oder mit welchem Gewinde zu schneiden hat. Das Thema Daten gewinnt künftig noch mehr an Bedeutung, genauso wie die Themen Mechatronik und die Optimierung der Wertschöpfungskette. Alle drei Themen spiegeln einen Trend wider, der vor vielen Jahren begonnen hat und der noch weit in die Zukunft gehen wird.

Früher gab es sehr viele CAD-Anbieter. Heute gibt es wenige. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen denn mittel- und langfristig in ihrer Branche positioniert?

Brandl: Zum einen müssen wir weltweit noch stärker wachsen. Zu unterschiedlich sind noch unsere Marktanteile in Europa und in anderen Ländern. Unser Ziel im Weltmarkt ist klar definiert: bester und größter Anbieter in unserem Segment zu werden. Wir sind nicht so groß wie Dassault, wie Siemens, PTC oder Autodesk, die im Mechanikbereich weltweit als die größten Unternehmen gelten, nur um ein paar zu nennen. Wir müssen uns mit unserer Software flexibel an andere Systeme anbinden können, müssen uns in unterschiedliche Softwarelösungen, die beim Kunden vorhanden sind, integrieren. Das heißt, wir müssen immer der beste Spezialist sein. Deswegen ist unser Anspruch eigentlich einfach: Wir müssen sehr, sehr innovativ sein. Wir sind fokussiert auf unser Segment Elektro-Engineering und müssen da besonders gut und besonders spezialisiert aufgestellt sein.

Ergänzendes zum Thema
 
Nachgefragt bei Maximilian Brandl: „Wir haben drei Ziele für die Zukunft festgelegt.“

In welchem Bereich sehen Sie Eplan denn besonders gut aufgestellt?

Brandl: Wir sind Weltmarktführer im E-CAD-Markt mit allem, was dazu gehört. Wir sind zum Beispiel kein Weltmarktführer in Simulationssoftware oder derjenige, der die Entwicklung von PDM-Systemen treibt. In der Tat hat eine Markt-Konsolidierung stattgefunden. Wir spüren, dass Projekte, gerade auch bei Mittelständlern und größeren Mittelständlern bis hin zu Konzernen, immer internationaler werden. Da werden weltweit Systeme harmonisiert. Es gibt den Anspruch an einen Lösungsanbieter, weltweiten Support zu bieten, vertreten idealerweise direkt vor Ort. Das hängt damit zusammen, dass Projekte global anspruchsvoller werden. Einerseits gibt es inzwischen Kernfunktionalität, andererseits aber eben auch das Thema Vernetzung horizontal wie auch vertikal. Man muss in der Lage sein, diese Schnittstellen und diese Konnektivitäten letztendlich zu ermöglichen und zu beliefern. Und da haben wir uns schon sehr gut aufgestellt.

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