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Karneval Das verraten Karnevalskostüme über ihren Träger

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Karneval-Begeisterten tanzen wieder und feiern die fünfte Jahreszeit. Die Jecken haben alle eines gemeinsam: Sie sind verkleidet. Ein Psychologe verrät, was die Karnevalskostüme über ihre Träger aussagen.

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Der Diplom-Psychologe Rolf Schmiel analysiert die Kostüme zur fünften Jahreszeit.
Der Diplom-Psychologe Rolf Schmiel analysiert die Kostüme zur fünften Jahreszeit.
(CC0 Public Domain, pixabay.com)

„Statt das wahre Ich zu verbergen, tritt die Persönlichkeit meist offen zu Tage“, ist Diplom-Psychologe Rolf Schmiel überzeugt. Für ein Kölner Unternehmen analysierte er im Rahmen einer internen Studie das Kommunikationsverhalten von 83 Karnevalisten.

Der Cowboy

Frei, unabhängig, männlich und mutig, so das Image des amerikanischen Kuhhirten. Wer sich an den tollen Tagen den Colt umschnallt und den breitkrempigen Hut aufsetzt, hat ansonsten nicht viel zu melden. Berufliche und private Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Und auch sexuell läuft wenig. In der Verkleidung des Cowboys kann das Opfer zum Täter werden, wenngleich auch nur sinnbildlich.

Der Scheich

Kaum ein Kostümball ohne Kaftan-Träger. Unter der weißen Robe verbirgt sich oft ein knausriger Typ, dem Geld so ziemlich alles bedeutet. Nur hat er nicht genug davon. Schon die Verkleidung verrät die Krämerseele: Küchenhandtuch, Bettlaken, schwarze Kordel und Sonnenbrille. Das findet sich alles kostenlos im heimischen Hausstand. Der Sparkurs ist ihm schon in die Wiege gelegt worden, er hing lange an Mutters Schürze und wird zu Hause auch emotional kurz gehalten.

Die Prinzessin

In jeder Frau steckt eine Prinzessin mit immer währender Schönheit, mit Reichtum und Macht, für die sich Männer verzehren und ihr Leben riskieren. Zumindest erwecken Karnevalsprinzessinnen gerne diesen Eindruck. Außerhalb der fünften Jahreszeit sieht es aber meist ausgesprochen trostlos aus: Der Partner macht zu Hause keinen Finger krumm, Anerkennung ist für ihn ein Fremdwort, es hapert an Allem, ganz besonders an Schuhen, Handtaschen und Schmuck.

Das Kätzchen

Katzen sind intelligent, stolz und unabhängig, sie können sich einschmeicheln aber auch ihre Krallen zeigen. Kein Wunder also, dass es Karneval vor zweibeinigen Katzen nur so wimmelt. Aber die signalisierte Souveränität ist nur vorgetäuscht, sind die tollen Tage vorbei, wird aus dem sexy Kätzchen schnell wieder die graue Maus, die kaum einer zur Kenntnis nimmt.

Der Clown

Eines der tragischsten Kostüme im Karneval. Denn der Clown ist nicht nur geschlechtslos, er vermag auch wie keine andere Verkleidung den Träger optisch zu verfremden. Den dem ist eher zum Weinen zumute, statt zum Lachen, er fühlt sich zudem weder als Mann noch als Frau akzeptiert. Weil im Alltag selten Anlass für gute Laune besteht, wird diese nun vorgespielt – was bei den Umstehenden aber nur selten richtige Heiterkeit auslöst.

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