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Robotik

Dating-Plattform für Roboter

| Redakteur: Robert Weber

Serviceroboter sind in aller Munde. Doch wie kann so ein System in den Betriebsablauf integriert werden? Eine Plattform soll den Austausch zwischen Anwendern und Roboterbauern erleichtern. Auch die Simulation von Anlagen ist geplant.

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Auch BMW setzt auf Serviceroboter. Vier kollaborative Roboter von Universal Robots fixieren die Schall- und Feuchtigkeitsisolierung auf der Türinnenseite für X3 Modelle.
Auch BMW setzt auf Serviceroboter. Vier kollaborative Roboter von Universal Robots fixieren die Schall- und Feuchtigkeitsisolierung auf der Türinnenseite für X3 Modelle.
( Bild: BMW )

Bei Daimler im Werk Ludwigsfelde sollen bald Roboter die Werker bei der Cockpitmontage des Sprinters unterstützen, denn das Anbringen von 40 Clipmuttern pro Einheit kostet die Werker am Montageband viel Kraft. Rund 150 Mio. Euro will der Autokonzern investieren, ein Teil auch in die neuartige Robotik, die ein Zusammenspiel von Mensch und Maschine ermöglicht. Werksleiter Sebastian Streuff interessiert sich für den Leichtbauroboter IIWA. Daimlers Strategie ist klar. Doch viele Unternehmen zögern beim Thema Serviceroboter oder sind oft ratlos. Das Forschungsprojekt Manuserv soll den Entscheidern helfen. Ziel ist die Entwicklung eines Werkzeugs zur Unterstützung industrieller Anwender bei der Klärung der Frage, ob sich eine teilweise Automatisierung spezifischer manueller Arbeitsprozesse empfiehlt. Im Fall einer positiven Antwort soll das System dem Anwender außerdem Informationen zu den konkreten technischen Gestaltungsoptionen geben. Die dazu erforderlichen Basisinformationen können durch Hersteller entsprechender Servicerobotik hinterlegt werden, was einen zweiten Fokus von Manuserv verdeutlicht: Auf Basis einer Internetplattform wird der Austausch von Anwendern und Roboterherstellern verbessert, um den Transfer innovativer Servicerobotik in die Praxis zu erleichtern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Anforderung, automatisierungsrelevante Einflussgrößen zu erfassen. Auf Basis dieser Sprache ist im Anschluss ein Planungssystem zu detaillieren, welches Aussagen zu den im Arbeitsprozess implementierbaren servicerobotischen Systemen sowie den entsprechenden Ablaufplänen treffen kann. Die Verifikation der Planungsergebnisse erfolgt mit Hilfe eines Simulationssystems, das zugleich eine visuelle Unterstützung potentieller Anwender bietet. Die in der Simulation ermittelten Analyseresultate bilden die Basis für die technisch-wirtschaftliche Bewertung der gefundenen Lösungen. Als Schnittstelle zum Kunden wird in Kooperation mit der Icarus Consulting parallel eine Internetplattform gestaltet. Zur abschließenden Validierung wird ein Soft- und Hardwaredemonstrator entwickelt und in enger Kooperation mit den Anwendern im Rahmen geeigneter Referenzprozesse erprobt. Abschließend erfolgt die technische Realisierung des Gesamtsystems.

In Ludwigsfelde freut man sich auf die neuen Roboter. „Es geht uns nicht nur um Effizienz, sondern auch um Qualität, Ergonomie und Sicherheit“, betont Michael Bauer verantwortlich für weltweite Montageplanung bei Mercedes Benz Cars. „Das ist unser Einstieg in die Technik“, erklärt Streuff stolz, der mit der BTU Cottbus Senftenberg und dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Ulrich Berger zusammenarbeitet und Ende des Jahres erste Ergebnisse präsentieren will.