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Industrial Usability

Der 2. Industrial Usability Day im Rückblick

| Redakteur: Reinhard Kluger

Usability ist nichts fürs kleine Projekt zwischendurch. Bedienerfreundlichkeit muss man von Anfang an planen. Maschinenbauer wie Krones, SMS Siemag und Uhlmann Pac-Systeme diskutierten mit Usability-Experten auf dem 2. Usability Day in Würzburg, wohin die Reise in Sachen Bedien-Ergonomie geht.

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Industrial Usability Day 2013: Maschinenbauer müssen den Mehrwert leichter Bedienbarkeit erkennen. Der Usability Day 2013 der elektrotechnik-Akademie brachte sie zusammen: Maschinenbauer, Usability-Experten und Komponenten-Hersteller.
Industrial Usability Day 2013: Maschinenbauer müssen den Mehrwert leichter Bedienbarkeit erkennen. Der Usability Day 2013 der elektrotechnik-Akademie brachte sie zusammen: Maschinenbauer, Usability-Experten und Komponenten-Hersteller.
(elektrotechnik)

Technisch trocken definiert die DIN EN ISO 9241, Teil 11, was unter Usability zu verstehen ist: "... das Ausmaß [...], in dem ein technisches System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext verwendet werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen." Für Claus Wagner drücken diese drei Adjektive den entscheidenden Nutzen in der Praxis aus. "Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit senken die Entwicklungskosten, sparen Support- und Schulungskosten, steigern die Produkttqualität, erhöhen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, senken die Fehleranfälligkeit, steigern die Identifikation und erhöhen die Produktivität", bilanziert der Usability-Berater seine Erfahrungen in einem einleitenden kurzweiligen Impulsvortrag zum Industrial Usability Day 2013. Für ihn bestimmen Mobile Devices, die neuen von der Spieletechnik her bekannten Steuerungen, und virtuelle Realität die Zukunft der Bedienkonzepte.

Industrial Usability Day 2013

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Vom Kinderzimmer in die Fabrik

Dass Iphone, WII & Co ihren Weg vom Kinderzimmer in die Fabrik finden und teilweise schon gefunden haben, darin sind sich Anwender sicher. Das gilt auch für solche aus der Stahlindustrie: Unter "Ganzheitliche Steigerung der Bedien-Ergonomie am Beispiel der SMS Siemag AG" berichten Jan Groenfeld, Senior UX Designer, und Natalie Oster, UX Designer, beide von Ergosign, einem Anbieter von User Interface Design Services, sowie Stefan Luxenbuger, SMS Siemag. Ihr Fazit zu Ablauf, Herausforderung und Ergebnis des gemeinsamen Projekts "SMS Siemag Leitstand 2015": Der Leitstand der Zukunft muss den unterschiedlichen Anforderungen der weltweiten Kunden entsprechen können. Mit "Bedienen, das zum Erlebnis werden muss", charakterisiert Stefan Luxenburger ein Ergebnis: Der Leitstand von Morgen hat Monitore an der Decke, nutzt Operation Tablets und Raumsteuerungen. Zum Durchsprechen von Entscheidungen wird es wohl einen separaten Diskussionstisch geben.

Mehr als nur zwei Finger spreizen

Getreu seinem Motto: "Komplexes darf nicht kompliziert sein", verantwortet Timo Pronold, Usability Consultant beim Marktführer für Abfüll- und Verpackungsanlagen, der Krones AG, die dort 2011 eingeführten Visualisierungskonzepte. Mit "Neue Bedienkonzepte für die Industrie: Ein Blick unter die Oberfläche", verdeutlicht er, dass es mehr zu entdecken gibt, als "Pinch to Zoom". Das Spreizen von Daumen und Zeigefinger reicht nicht aus. Sein Fazit: "Die Zeit, in der Bedienoberflächen von "Jedermann" nebenbei erstellt werden konnten, neigen sich langsam, aber sicher dem Ende zu". Gründe seien die immer komplexeren Systeme und die steigende Erwartungshaltung der Kunden: "Sie zwingen uns mehr oder weniger dazu, sich mit dem Thema "Usability" explizit auseinander zu setzen".

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