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SPS IPC Drives 2016 Der Maschinenbau stagniert während die Automatisierung wächst

| Autor: Stefanie Michel

Die deutsche Maschinenproduktion wächst seit 5 Jahren nicht mehr nennenswert, erklärt der VDMA auf der SPS IPC Drives. Was aber stetig wächst ist die elektrische Automatisierung. Dieser Aufwärtstrend wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen.

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Rainer Glatz: „Alle Teilbereiche in der elektrischen Automation zeigen deutlich nach oben.“
Rainer Glatz: „Alle Teilbereiche in der elektrischen Automation zeigen deutlich nach oben.“
(Bild: Stefanie Michel)

Der deutsche Maschinenbau tritt auf der Stelle – das zeigen die Zahlen, die der VDMA zur SPS IPC Drives auf seiner Pressekonferenz präsentierte. So weist die deutsche Maschinenproduktion seit fünf Jahren kein nennenswertes Wachstum mehr auf. Auch der Auftragseingang zeigt nicht nach oben, sondern befindet sich in Summe auf Vorjahresniveau.

Allerdings lässt sich das nicht für alle Branchen pauschal ebenso herunterbrechen. Während vor allem die Verfahrenstechnik, aber auch die elektrische Automatisierung oder Nahrungsmittel- und Verpackungstechnik ein starkes Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang verzeichnen, müssen Fluidtechnik, Motoren und Systeme sowie vor allem die Antriebstechnik deutliche Rückgänge verkraften. Angesichts der derzeitigen Unruhen und Krisen, der Unwägbarkeiten wegen des Brexits und der Europaskepsis in vielen EU-Mitgliedstaten ist keine rasche Erholung erkennbar. Der VDMA hofft hingegen auf eine wirtschaftliche Erholung in der EU und auf eine Stabilisierung der Märkte in Brasilien und Rußland. Zudem sehen die VDMA-Spezialsten neue Absatzchancen in „Landern aus der zweiten und dritten Reihe“. Für das nächste Jahr ist Dr. Ralph Wiechers, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft und Statistik beim VDMA, jedoch vorsichtig optimistisch, denn „ein kleines Plus kann drin sein“.

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Umsatz und Auftragseingang in der Automatisierung steigen weiter

Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbands Elektrische Automation beim VDMA, kann dagegen ganz andere Zahlen nennen und positive Ausblicke geben. „Alle Teilbereiche in der elektrischen Automation zeigen deutlich nach oben“, so Glatz. Die Zahlen belegen dies: der Bereich Sensorik konnte beim Umsatz und Auftragseingang jeweils um 10 % zulegen, die Steuerungstechnik beim Umsatz um 3 und im Auftragseingang und 8 % während der Bereich „sonstige Erzeugnisse“ um 3 beziehungsweise um 4 % gestiegen ist. Glatz: „Nach den für die ersten neun Monate vorliegenden Zahlen ist in 2016 für die elektrische Automation sowohl der Auftragseingang mit +9 % als auch der Umsatz mit +7 % deutlich angestiegen.“ Diesen Aufwärtstrend erwartet der VDMA für das nächste Jahr.

Die Automatisierung profitiert dabei sicherlich von den Initiativen zu Industrie 4.0 und der zunehmenden Digitalisierung. Wie Glatz berichtet, ist die Digitalisierung jetzt wirklich bei den Unternehmen angekommen – zumindest als Thema, um das man sich kümmern muss. Bereits ein Drittel der Unternehmen, die der VDMA in der Impuls-Studie „Digital-vernetztes Denken in der Produktion“ befragt hat, haben eine Digitalisierungsstrategie und vor allem die Geschäftsführung sowie der Bereich Forschung und Entwicklung ist mit dieser Thematik beschäftigt. Nachholbedarf sieht der VDMA allerdings bei der Verknüpfung der Digitalisierungsstrategie mit der Personalentwicklung und auch mit der eigenen Produktion.

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