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Digitalisierung Der Mensch steht im Mittelpunkt der Hannover Messe

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Hannover Messe ist wichtigster Treffpunkt der Industrie. Eine Woche lang stellen über 6500 Aussteller ihre Entwicklungen vor. Wenn Roboter Roboter bauen und Fabriken aus ihren Fehlern lernen – wo bleibt der Mitarbeiter?

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Auf der Auftaktpressekonferenz verspricht Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe, eine spannende Hannover Messe. „Doch bei aller Digitalisierung: Der Mensch steht in Hannover im Mittelpunkt.“
Auf der Auftaktpressekonferenz verspricht Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe, eine spannende Hannover Messe. „Doch bei aller Digitalisierung: Der Mensch steht in Hannover im Mittelpunkt.“
(Bild: Deutsche Messe AG)

Diese Woche findet die weltgrößte Industriemesse in Hannover statt. Zur Auftaktpressekonferenz verspricht Jochen Köckler, Vorstandsmitglied des Veranstalters Deutsche Messe AG: „Die diesjährige Messe wird so spannend wie nie zuvor.“ Die Besucher können erleben, was passiere, wenn Maschinenbau, Elektrotechnik und IT verschmelzen und Industrierobotik auf künstliche Intelligenz treffe. „Doch bei aller Digitalisierung: Der Mensch steht in Hannover im Mittelpunkt.“ Cobots, VR-Brillen, Exoskelette: Noch nie wurden so viele Assistenzsysteme gezeigt, die den Mitarbeiter bei seinen Aufgaben unterstützen.

Hannover als Zentrum für Industrie 4.0

Von den insgesamt 6500 Ausstellern kommen rund 60 Prozent aus dem Ausland. Die Top-Ausstellernationen dieses Jahr sind neben Deutschland China, Italien, Polen, die Türkei und die USA. Aus dem diesjährigen Partnerland Polen nehmen 200 Unternehmen teil. Köckler erklärt, was die Hannover Messe so besonders macht: „Nur hier kommen alle an der Digitalisierung der Industrie beteiligen Branchen zusammen. Von der Forschung über die intelligente Zulieferung und Automatisierungstechnik bis hin zur IT. Das macht die Messe zum globalen Zentrum für Industrie 4.0.“

Smart Factory: Schlaue Roboter und vorausschauende Fabriken

Zur Industrie 4.0 gehören die Smart Factories. Und um Fabriken intelligent zu machen, braucht es einen Mix aus Automationstechnik, Cobots und künstlicher Intelligenz. Die neueste Generation der kollaborativen Roboter soll nicht nur einfach zu programmieren sein, einige Cobot-Modelle können Aufgaben auch eigenständig lösen und ihr Wissen dann an ihre Roboter-Kollegen weitergeben. Damit soll der Roboter zu einem universell einsetzbaren, intelligenten Werkzeug werden. Köckler betont jedoch: „Es ist der Mensch, der ihm sagt, welche Aufgaben zu erledigen sind.“

Damit sich Mensch und Maschine in Zukunft besser versteht, werden auf der Messe Systeme gezeigt, die menschliches Verhalten interpretieren können. Damit kann sich der Roboter der Arbeitsgeschwindigkeit und Bedienungssprache an den Menschen anpassen.

In der intelligenten Fabrik fallen zahlreiche Daten an. Mithilfe dieser Daten kann vorhergesagt werden, warum es zu Fehlern oder Stillstandzeiten in einer Fabrik kommt. Diese Auswertung hilft dem System, sich selbst zu optimieren und Stillstandzeiten durch vorausschauende Wartung komplett zu vermeiden. Unter dem Begriff „Predictive Maintenance“ findet sich das Schwerpunktthema auf der Messe wieder.

Was bedeutet die Digitalisierung für den Mitarbeiter?

Für viele stellt sich die Frage, wie sich mit der Digitalisierung die Rolle des Mitarbeiters ändert. Die Messe verspricht, dass die neuen Technologien die Aufgaben des Fabrikarbeiters vor allem abwechslungsreicher machen. Er ist zunehmend Problemlöser, Entscheider und Innovator. Aber um das zu bewerkstelligen, müssen Qualifizierungsmaßnahmen ihn auf die neue Arbeitswelt vorbereiten. In einer agilen und flexiblen Produktion muss der Facharbeiter lernen, mit Virtual Reality und Augmented Reality, Datenbrillen und Tablets umzugehen. Diese Werkzeuge der Digitalen Fabrik spielen auf der Messe eine prominente Rolle.

Die Arbeit in der Produktion kann trotz Digitalisierung körperlich anstrengend bleiben. Dann können Exoskelette den Mitarbeiter entlasten. Die am Körper tragbaren Haltungsunterstützungen lassen sich hydraulisch auf die Figur des Trägers und die gewünschte Körperhaltung einstellen. Damit helfen sie etwa beim Heben von schweren Gegenständen. Eine solche Unterstützung war auch für den Hermes Award nominiert – gewonnen hat jedoch ein intelligenter Greifer von Schunk. (kj)

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