Echtzeit-Ethernet Der schnelle Weg zu Powerlink

Autor / Redakteur: Stefan Schönegger / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Im Wort Feldbus steckt die Silbe „Bus“. Die Abkürzung des lateinischen „omnibus“ bedeutet „für alle“. Für alle Hersteller von Automatisierungshardware, die ihre Geräte und Systeme Powerlink-fähig machen möchten, bietet B&R mit dem Powerlink-Slave-Development-Kit und dem Powerlink-Software-Master Werkzeuge zur einfachen Implementierung der echtzeitfähigen Technologie. Ohne weitere Bindung an B&R, vor allem aber ohne Zukauf proprietärer Hardware.

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Die B&R Powerlink Slave-Lösung gibt es für Altera und Xilinx FPGAs
Die B&R Powerlink Slave-Lösung gibt es für Altera und Xilinx FPGAs
( Archiv: Vogel Business Media )

Das B&R User-Meeting wartete im Mai 2011 mit einer Premiere auf: Erstmals wurden nicht nur parallele Workshops für Kunden aus dem Maschinenbau und der Prozessautomatisierung angeboten, sondern es gab im Rahmen des sogenannten B&R Powerlink Day auch zusätzliche Veranstaltungsteile für Hersteller elektronischer Automatisierungskomponenten für Sensorik und Aktorik, von elektrischen Motoren und Antrieben, von Buskoppelmodulen für Ein- und Ausgabebaugruppen und nicht zuletzt auch von kompletten Steuerungssystemen. Zum Teil mit B&R im direkten Wettbewerb stehend, profitieren diese von der Offenheit der B&R Automatisierungstechnik, indem sie mit Powerlink und/oder dem feldbusunabhängigen openSafety weltweit anerkannte, führende Technologien in ihre Produkte integrieren. Kosteneffizient und ohne Beschränkungen hinsichtlich der Anwendbarkeit vergrößern sie so die weltweite Kompatibilitätsbasis und damit den gemeinsamen Markt und bieten Systemintegratoren erhebliche Vereinfachungen bei der Gestaltung kompletter Automatisierungslösungen.

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Powerlink-Implementierung leicht gemacht

In der Vergangenheit war die Schaffung einer Ankopplung für ein beliebiges Ethernet-basierendes industrielles Feld-Netzwerksystem in der Regel nicht gerade einfach und darüber hinaus häufig mit nicht unerheblichen Einstiegskosten verbunden. Zudem sind die meisten Industrial-Ethernet-Systeme proprietär. Fremdhersteller, die auf einen bestimmten Feldbus aufspringen wollten, mussten daher meist beim Originalhersteller bestimmte Hardware-Bauteile zukaufen. Damit war stets ein etwas ungutes Gefühl verbunden, denn oft stehen Komponentenhersteller punktuell mit dem Feldbushersteller in einem Konkurrenzverhältnis.

Als einziges Industrial-Ethernet-System mit harter Echtzeitfähigkeit handelt es sich bei Powerlink um eine reine Softwarelösung, die keine kundenspezifischen Halbleiterbausteine benötigt. Nur so kann die völlige Offenheit gewährleistet werden, die Hardwarehersteller vom Bus-Erfinder unabhängig macht. Dennoch war die Herstellung einer Powerlink-Schnittstelle bisher eine Übung, an die sich nur wenige Eingeweihte wagten, weil doch ein gewisses Maß an Erklärungsbedarf besteht, vor allem, wenn die Elektronik- und Softwareentwicklung nicht zu den Haupttätigkeitsfeldern des Integrationswilligen gehört.

Die B&R-Abteilung Open Automation Technologies wurde geschaffen, um andere als die typischen Gesamtsystemkunden zu bedienen. Ende 2010 brachte sie Entwicklungswerkzeuge auf den Markt, die es Fremdherstellern noch leichter machen, Powerlink zu integrieren:

Freiheit für Hersteller von Master und Slave

Steuerungshersteller, die Powerlink von ihren CPU-Komponenten als Master aus betreiben möchten, steht mit dem kostenlosen Powerlink-Software-Master eine Möglichkeit zur Verfügung, die bewährte Technologie in ihr System zu integrieren. Dabei ist durch Verwendung von Open-Source-Technologie die freie Wahl der Plattform gewährleistet, sowohl in Bezug auf die verwendeten Prozessoren als auch im Hinblick auf das zugrunde liegende Betriebssystem. Durch die offene Natur der Lizenz besteht keine Verpflichtung zur Offenlegung der damit erzeugten Lösung.

Umfangreicher ist das Paket für die Hersteller von Slave-Komponenten. Der für sie geschaffene Powerlink Slave-Development-Kit ist ein umfängliches Bündel, bestehend aus Software, Designunterlagen für die Hardware, einem Testsystem und einem Evaluierungsboard sowie Schulung und technischer Unterstützung. Das gibt insgesamt die Sicherheit, dass die erfolgreiche Entwicklung einer Powerlink-Slave-Anschaltung auch ohne große Expertise in der Elektronikentwicklung schnell und sicher gelingt. Das mitgelieferte Referenzdesign unterstützt die kürzest mögliche Time-to-Market.

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