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Kostenoptimierung Design to Cost – was das ist und wie es funktioniert

| Autor / Redakteur: Hermann Schlichting* / Katharina Juschkat

Bei der Produktentwicklung spielen Kosten eine essentielle Rolle. Mit Design to Cost kann man alle anfallenden Kosten planen und senken – doch dazu müssen die richtigen Methoden eingesetzt werden.

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Bei neuen Produktideen spielen die Kosten eine maßgebliche Rolle. Mit Design-to-Cost-Methoden lässt sich genau planen, wie Kosten am besten eingespart werden.
Bei neuen Produktideen spielen die Kosten eine maßgebliche Rolle. Mit Design-to-Cost-Methoden lässt sich genau planen, wie Kosten am besten eingespart werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Produktentwicklung steht zunehmend unter dem Druck, kostengünstige Produkte zu entwickeln. Mit bisher üblichen Vorgehensweisen treten zu Beginn der Serienfertigung oft höhere Kosten auf als angedacht. Allerdings ist es in dieser Phase zu spät, um ohne aufwändige Designänderungen Kosten einzusparen. Im Vorfeld eingesetzte Design-to-Cost-Methoden können dem Abhilfe schaffen.

Design to Cost – was ist das?

Der Begriff „Design to Cost“ (kurz DTC) wird heute inflationär verwendet und bei Recherchen findet man oft keine nachvollziehbare Beschreibung. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass Design to Cost keine beschriebene Methode ist, sondern ein nicht definierter Sammelbegriff.

Der DTC-Ansatz setzt sich aus vielen verschiedenen, gut dokumentierten Methoden zusammen und lässt sich nicht einheitlich beschreiben. Der Einsatz der richtigen Methoden in einem Design-to-Cost-Projekt hängt grundsätzlich von den Zielen des selbigen ab, die ganz unterschiedlich sein können. Mögliche Ziele sind:

  • Prozesskostenoptimierung
  • Produktkostenreduzierung
  • Life-Cycle-Cost-Optimierung
  • Total Cost of Ownership

Methoden und Techniken bei einem Design-to-Cost-Projekt

Um die Ziele bei einem Design-to-Cost-Projekt (Entwicklungsprojekt) zu erreichen, kommen verschiedene Methoden und Techniken zum Einsatz. Die Begriffe Methoden und Techniken sind allerdings nicht immer scharf voneinander abgegrenzt.

Mögliche DTC-Methoden sind:

  • Target-Costing: Hier werden systematisch die Zielkosten für das Produkt und dessen Komponenten ermittelt
  • Reverse-Engineering: Das Reverse Engineering gibt detailliert Auskunft über Kostenunterschiede zu Konkurrenzprodukten
  • Erfahrungskurven-Analyse: Die Analyse zeigt mögliche Kostensenkungspotentiale und den Kostenabstand zum Wettbewerber
  • Quality Function Deployment: Hier liegt der Fokus auf Kundenanforderungen und Wettbewerbsvergleichen. Hier soll Over-Engineering vermieden werden.
  • Wertanalyse: Durch die Analyse der Funktionen und Funktionskosten in einem interdisziplinär besetzen Team entstehen neue Lösungen mit hohen Kostensenkungen.

Durch die kombinierte Anwendung mehrerer Methoden können Kostensenkungen in Höhe von 15 bis 60 Prozent erreicht werden.

Angewandte Techniken sind unter anderem:

  • Kreativitätstechniken
  • Recherchen
  • Interdisziplinäre Teamarbeit
  • Visualisierung

Wer sich für Design-to-Cost-Methoden im Detail interessiert und mehr über die konkrete Anwendung erfahren will, dem empfiehlt sich das Seminar „Design-to-Cost-Methoden“. Hier erfahren Anwender, wie die verschiedenen DTC-Methoden angewandt werden und welchen positiven Einfluss die Anwendung der DTC-Methoden auf Analysefähigkeit und Kreativität der Produktentwickler hat und wie die Methoden in den Produktentstehungsprozess (PEP) integriert werden.

So funktioniert Design to Cost im Entwicklungsprozess

In den meisten Fällen geht es in einem DTC-Projekt um die Entwicklung eines Produktes. Das kann ein Nachfolgeprodukt oder auch ein grundsätzlich neues Produkt sein. Die Vorgehensweisen unterscheiden sich dann teilweise.

Aufgrund der laufenden Verschärfung des Wettbewerbs reicht es heute nicht mehr aus, nur eine Methode, wie z.B. die Wertanalyse einzusetzen. Damit erreicht man zwar immer eine Kostensenkung, aber weitere Kostensenkungspotentiale bleiben unerkannt.

Deshalb ist es wichtig, orientiert an den Zielen des Auftraggebers, verschiedene Methoden auszuwählen und miteinander zu kombinieren. Dies gehört grundsätzlich zur Vorbereitung eines DTC-Projektes.

Die kritischen Erfolgsfaktoren

Zum Erfolg eines DTC-Projetkes tragen folgende Faktoren bei:

  • Klare Ziele und Anforderungen
  • Analysefähigkeit
  • Kreativität

Ziele und Anforderungen fokussieren die DTC-Arbeit. Wenn die Anforderungen unvollständig sind und nicht mit Fachberatern geklärt werden können, dann wird mit Annahmen weitergearbeitet.

Gründliche Analysen schaffen ein detailliertes Verständnis über die Konkurrenzprodukte, Komplexitätskostentreiber, Kosten der Funktionen, Technologietrends und vieles mehr. Dabei werden Lösungen für das zu entwickelnde Produkt teilweise auf dem Silbertablett präsentiert.

Kreativität entwickelt sich aus der Arbeitsweise eines interdisziplinär zusammengesetzten Teams und vor allem aus neuen Informationen aus den wichtigen Analyseergebnissen.

Seminar: Design-to-Cost-Methoden

Im Seminar bringt Hermann Schlichting, der seit über 30 Jahren DTC-Projekte betreut, die Design-to-Cost-Methoden und -Techniken den Teilnehmern näher. Auf Wunsch kann das Seminar auch als eigenes Inhouse-Seminar gebucht werden.

Anstehende Termine:

  • 1. bis 2. April 2020 in Würzburg
  • 16. bis 17. Juli 2020 in Würzburg
  • 25. bis 26. November 2020 in Stuttgart

  • Mehr Infos

    Wie ein DTC-Projekt-Start aussehen kann

    Beispielhaft wird im folgenden ein DTC-Projekt beschrieben, um einen möglichen Ablauf zu verdeutlichen.

    Das DTC-Projekt startet mit einem fünftägigen Workshop. Im Vorfeld wurden mit dem Auftraggeber die Ziele definiert. Das Produkt ist neu, es gibt kein Vorgängerprodukt. Die Anforderungen liegen zu etwa 80 Prozent vor. Das Unternehmen und die beteiligten Mitarbeiter haben bisher keine Erfahrung mit DTC-Methoden.

    Es wird ein Team mit fünf Mitarbeitern gebildet. Dazu gehören Entwickler aus Konstruktion, Elektrotechnik und Software sowie ein Kostenmanager. Das Team wird von einer Consulting-Firma moderiert.

    Nach der Vorstellung der Systematik und Methodik folgt der Ablauf:

    • Das Team erarbeitet ein gemeinsames Zielverständnis
    • Die Anforderungen werden durchgearbeitet und teilweise mit Annahmen ergänzt
    • Eine Funktionsanalyse mit etwa 40 Funktionen wird durchgeführt
    • Lösungsideen zur Funktionserfüllung werden gesucht
    • Lösungsideen werden auf Realisierbarkeit geprüft
    • Lösungsideen werden technisch ausgearbeitet und mit Herstellkosten, Entwicklungsaufwand, Investitionen, usw. bewertet
    • Eine Morphologische Matrix mit den bewerteten Lösungsideen wird erstellt
    • Vier Lösungskonzepte mit unterschiedlichen Herstellkosten und Entwicklungsaufwand werden definiert, bewertet und verglichen
    • Es folgt die Abschlusspräsentation mit dem Auftraggeber und Entscheidung für ein Lösungskonzept
    • Anschließend startet die weitere DTC-Entwicklungsarbeit mit schrittweiser technischer Ausarbeitung des ausgewählten Lösungskonzeptes

    Mit normaler Besprechungstechnik oder kleinen Workshops hätte es mehrere Monate gedauert, um wenigstens zu einem annähernd vergleichbaren Ergebnis zu kommen.

    Zusammenfassung:

    • Design to Cost ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Methoden und Techniken
    • Die kombinierte Anwendung verschiedener Methoden führt zu höheren Kostensenkungen als nur mit einer Methode
    • Ziele, Kreativität und Analysefähigkeit sind die kritischen Erfolgsfaktoren
    • Die möglichen Kostensenkungen liegen zwischen 15 und 60 Prozent

    Smart Engineering Day

    Die Digitalisierung der Produktion erfordert ein Umdenken in der Produktentwicklung. Der Smart Engineering Day bietet Entscheidungshilfen für die Auswahl der am besten geeigneten Methoden für Konzeption, Entwurf und Ausarbeitung von smarten Produkten und Maschinen.

    Mehr Infos

    * Hermann Schlichting, Unternehmensberater und Geschäftsführer bei Schlichting-Consulting

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