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Neue Studie Deutsche Industrie bringt Innovationsprojekte kaum zum Fliegen

Redakteur: Sariana Kunze

Produktneuheiten sind erfolgsentscheidend für die Industrie. Doch Deutschland verzettelt sich laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Staufen schon bei den Innovationsprojekten. Es fehlt an Kapazität und qualifizierten Mitarbeitern. 150 Industrieunternehmen gaben Auskunft zum Teufelskreislauf.

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Wo bleiben die Innovationen? Laut einer aktuellen Studie verzetettelt sich die deutsche Industrie bei Innovationsprojekten.
Wo bleiben die Innovationen? Laut einer aktuellen Studie verzetettelt sich die deutsche Industrie bei Innovationsprojekten.
(Bild: Alan Cleaver, CC BY 2.0, flickr.com)

75 Prozent der Industrie-Unternehmen klagen über zu viele parallel laufende Innovationsprojekte, wie die Berater berichten. Sie investieren vor allem auch in Aktivitäten, die sich nach einem langen Vorentwicklungszeitraum als wenig markttauglich erweisen. Für die wirklich erfolgversprechenden Neuheiten fehlen dagegen oft die Kapazitäten: Bei fast jedem zweiten Unternehmen mangelt es an qualifizierten Mitarbeitern, die Innovationen weiter vorantreiben können, zeigt die Studie auf. 9 von 10 Firmen sehen Innovationen als erfolgsentscheidend an. Doch das Ziel, mehr Neuheiten in kürzerer Zeit auf den Markt zu bringen, geben viele Unternehmen als nicht schaffbar an. "Theorie und Praxis klaffen beim Thema Innovation auseinander", sagt Martin Haas, Vorstand der Unternehmensberatung Staufen. "Die meisten Industrieunternehmen wissen, dass neue Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle extrem wichtig für ihren Erfolg sind, aber auf dem Weg dahin bremsen sie sich oft selbst aus."

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Dies zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: 45 Prozent der Befragten räumen eine fehlende interne Flexibilität in ihrer Innovationsarbeit ein. Sie sind damit nicht ausreichend in der Lage, schnell Kapazitäten in erfolgversprechende Neuprojekte zu lenken. "Auch wenn dies auf den ersten Blick widersprüchlich klingen mag: Kreativität in der Innovationsarbeit folgt einem strukturierten Prozess. Es gilt, aus vielen Ideen in kurzer Zeit erfolgversprechende Projekte abzuleiten, um schnell mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit beginnen zu können. Effizienz und Kreativität widersprechen sich in diesem Ansatz von Lean Innovation nicht. Im Gegenteil, sie sorgen im Miteinander dafür, dass mehr Neuheiten zur Marktreife gelangen", erklärt Staufen-Vorstand Haas.

Schwerer Weg für technikbegeisterte Ingenieure

Ein strukturierter Projektstart geht zudem in der Regel mit einer deutlich höheren Zahl von Ideen einher, da am Anfang eines Innovationsprojektes immer eine gründliche Analyse steht. Laut den Beratern werden Chancen dabei systematisch identifiziert, beispielsweise mit Hilfe eines Trendradars. Die Orientierung am Kundennutzen steht dabei immer im Mittelpunkt. "Die meisten erfolgreichen Innovationen orientieren sich an Kunden- und Marktbedürfnissen und nicht an dem, was technisch machbar ist. Ein für technikbegeisterte Ingenieure nicht immer einfacher Weg", so Haas.

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