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Jugend forscht 2014

Deutsche Nachwuchstüftler kämpfen um den Europa-Sieg

| Redakteur: Sariana Kunze

Sechs aktuelle Bundessieger von Jugend forscht vertreten Deutschland vom 19. bis 24. September 2014 bei dem 26. European Union Contest for Young Scientists in Warschau. An dem Nachwuchswettbewerb, der in der Universität der polnischen Hauptstadt stattfindet, nehmen 119 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 36 Ländern teil. Die jungen Talente präsentieren in neun Disziplinen insgesamt 85 Forschungsprojekte, die von einer Expertenjury bewertet werden.

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Ein Laufroboter der via Smartphone gesteuert werden kann tritt beim 26. European Union Contest for Young Scientists in Warschau an. v.l. Robin Braun, Anselm Dewald, Prof. Johanna Wanka, Norbert Heckmann, Sylvia Löhrmann, Prof. Reinhold Würth und Philipp Mandler.
Ein Laufroboter der via Smartphone gesteuert werden kann tritt beim 26. European Union Contest for Young Scientists in Warschau an. v.l. Robin Braun, Anselm Dewald, Prof. Johanna Wanka, Norbert Heckmann, Sylvia Löhrmann, Prof. Reinhold Würth und Philipp Mandler.
(Jugend forscht)

Die deutschen Teilnehmer konnten sich beim Jugend forscht Finale 2014 Anfang Juni in Künzelsau für den EU-Wettbewerb qualifizieren. Die Bundessieger im Fachgebiet Technik, Philipp Mandler (18) aus Edermünde, Anselm Dewald (19) aus Kassel und Robin Braun (18) aus Baunatal, präsentieren ihren sechsbeinigen Aufklärungsroboter. Derartige Roboter können zum Beispiel eingestürzte Gebäude erkunden und von dort Echtzeitbilder senden - eine wichtige Entscheidungshilfe für Einsatzkräfte in Katastrophengebieten. Genau für diesen Zweck konstruierten und programmierten die drei Jungforscher einen speziellen Laufroboter, der sich über ein Smartphone steuern lässt. "Hexapod" ist beweglicher und kompakter als vergleichbare Systeme. Selbst Treppenstufen und enge Zugänge vermag das Bewegungstalent zu bewältigen. Sollte der Aufklärungsroboter beim Einsatz eines seiner Beine verlieren, so bewegt er sich dennoch sicher auch auf unbekanntem Terrain.

In Warschau an den Start gehen zudem Adrian Huck (19), Daniel Heid (19) und Rafael Quadbeck (17) aus dem baden-württembergischen Gegenbach mit ihrer Untersuchung schwefeloxidierender Bakterien zur sensorgesteuerten Biogasentschwefelung. Wenn aus Gülle und Energiepflanzen im Gärbehälter Biogas entsteht, enthält dieses immer einen geringen Anteil Schwefelwasserstoff. Da dieser jedoch giftig ist und Gasmotoren angreift, muss der Schwefelwasserstoff extrahiert werden. Die dafür herkömmlich eingesetzten Verfahren sind allerdings teuer und aufwendig. Daher testeten die drei Jungforscher die Entschwefelung mit speziellen Thiothrix sp.-Bakterien. Das Ergebnis überzeugt: Die Mikroorganismen können hohe wie auch niedrige Schwefelwasserstoffkonzentrationen abbauen - unter dem Mikroskop sind die Schwefeleinschlüsse in den Zellen sogar erkennbar. Beim 49. Bundes­wettbewerb wurde dieses Biologie-Projekt mit dem Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet.

Den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern winken Preise im Gesamtwert von mehr als 50.000 Euro sowie Praktika und Forschungsreisen. Der European Union Contest for Young Scientists wird von der Europäischen Kommission veranstaltet. Ziel ist die Förderung des wissenschaftli­chen Austausches und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forscherinnen und Forschern. Seit Gründung des Wettbewerbs 1989 konnten Jugend forscht Bundessieger insgesamt 19 erste Preise erringen.

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