RoboCup 2017

Deutsche Teams räumen bei Roboter-Fußball-WM ab

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Leipzig (links) gegen Bremen – seit vielen Jahren das Top-Duell in der Standard Platform League. So auch jetzt im Finale der Fußballroboter-WM in Japan, bei dem sich erneut Bremen mit 2:1 knapp gegen Leipzig durchsetzen konnte.
Leipzig (links) gegen Bremen – seit vielen Jahren das Top-Duell in der Standard Platform League. So auch jetzt im Finale der Fußballroboter-WM in Japan, bei dem sich erneut Bremen mit 2:1 knapp gegen Leipzig durchsetzen konnte. (Bild: Nao-Team der HTWK Leipzig)

Die Fußballroboter der HTWK Leipzig kehren als Vizeweltmeister aus Japan zurück. Nach dem souveränen Einzug ins Finale (8:1 gegen Austin Villa aus Texas) unterlag das „Nao-Team“ aus Leipzig am Sonntag mit 1:2 im Finale der Standard Platform League nur knapp dem Dauersieger B-Human der Universität Bremen. Auch in anderen Kategorien konnten deutsche Teams überzeugen.

Erst Bronze, nun Silber: Ein Jahr nach Platz drei bei der Heim-WM kehren die Fußball-Roboter der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig als Zweiter von der Weltmeisterschaft im japanischen Nagoya zurück. Nur der Mannschaft B-Human der Universität Bremen musste man sich am Ende geschlagen geben. Eine würdige Niederlage, schließlich holten sich die Bremer Robo-Kicker bereits zum sechsten Mal den Titel in der Standard Platform League. In Deutschland und Europa ist das B-Human-Team aus Bremen in seiner Kategorie ungeschlagen.

Der dritte Platz ging ebenfalls nach Deutschland – an die Nao Devils der Technischen Universität Dortmund. Beim RoboCup 2017 im japanischen Nagoya zeigte sich damit erneut die Dominanz der deutschen Teams in dieser Kategorie unter 24 teilnehmenden Mannschaften weltweit. Die kickenden Roboter sind in der Standard Platform League baugleich – zum Einsatz kommt der kleine humanoide Roboter "Pepper" des japanischen Softbank-Konzerns. Entscheidend für den Erfolg ist somit das programmierte Innenleben. Mit diesem gehören die Leipziger wie auch die Bremer seit vielen Jahren zur Weltspitze.

Silber für die HTWK Leipzig bedeutet auch eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Weltmeisterschaft der etwa 50 Zentimeter großen humanoiden Roboter auf der Leipziger Messe stattfand und das Nao-Team vor heimischem Publikum „nur“ auf Rang 3 landete. Aus Nagoya berichtet das Team, dass gegen Bremen – sozusagen das „Real Madrid“ der Standard Platform League – aktuell sogar mehr möglich gewesen sei als beim Vizeweltmeister-Titel 2014 in Brasilien.

„Unsere technischen und taktischen Verbesserungen haben voll gegriffen“, freut sich Teamleiter Rico Tilgner und nennt einige Erfolgsfaktoren: „Wir haben die Laufbewegung völlig erneuert und extra auf den neuen Kunstrasen abgestimmt. Die Naos erkennen den Ball und die Gegner besser, wir spielen unsere Stärken im Dribbling besser aus.“ Das Finale sei bis zum Ende spannend gewesen, kurz vor Schluss lag der Ausgleich in Luft. „Und das, obwohl Bremen häufig ganz ohne Gegentore durch solche Turniere marschiert“, bilanzierte Teamsprecher Hannes Hinerasky und zollte damit auch dem Finalgegner großen Respekt.

Auch in anderen Kategorien konnten deutsche Teams Überzeugen. Ebenfalls 2:1 unterlag im Finale der Small Size Leage das Team ER-Force der Uni-Erlangen-Nürnberg gegen die chinesische Mannschaft SRC (Seer Robotics, Shanghai), mit dem zweiten Platz und dem damit bislang besten Ergebnis zeigte sich das Team dennoch sehr zufrieden. In der 3D Simulation League erreichte mit Magma Offenburg (Hochschule Offenburg) ebenfalls ein deutsches Team das Finale, verlor aber gegen die Favoriten der UT Austin Villa (University of Texas at Austin) letztendlich mit 0:3. Mit Platz drei musste sich das Team FRA-UNIted der HAW Frankfurt in der 2D Simulation League zufrieden geben. In den Simulationsligen stehen vor allem die Entwicklung und Nutzung von maschinellem Lernen im Vordergrund.

Deutsch-Deutsches Finale in der Humanoid League Adult Size: Das Team NimbRo aus Bonn (links) triumphierte im Finale mit 11:1 gegen den Konkurrenten Sweaty der Uni-Oldenburg (rechts). Der Bonner Roboter NimbRo-Op 2 heimste zudem noch einen Design-Award beim RoboCup 2017 im japanischen Nagoya ab.
Deutsch-Deutsches Finale in der Humanoid League Adult Size: Das Team NimbRo aus Bonn (links) triumphierte im Finale mit 11:1 gegen den Konkurrenten Sweaty der Uni-Oldenburg (rechts). Der Bonner Roboter NimbRo-Op 2 heimste zudem noch einen Design-Award beim RoboCup 2017 im japanischen Nagoya ab. (Bild: Universität Bonn)

Besser schnitt das Team NimbRo der Uni Bonn im deutsch-deutschen Finale der Humanoid League Adult Size, den menschen-lebensgroßen Robotern, gegen die heimische Konkurrenz Sweaty der Uni Oldenburg ab. Mit 11:1 ging der Sieg in dieser Kategorie ziemlich eindeutig in die ehemalige Bundeshauptstadt. Außerdem konnten die Bonner auch die technischen Wettbewerbe sowie die Drop-in-Challenge für sich gewinnen. Der Bonner Fußballroboter "NimbRo-OP2" gewann zudem den RoboCup Design Award.

Auch abseits des Fußballplatzes wurden im japanischen Nagoya einige Robiter in Wettkämpfen bewertet. In der Kategorie RoboCup@Work holte sich das Team AutonOHM der TH Nürnberg den Weltmeistertitel. Diese spezielle Roboter-Liga beschäftigt sich mit dem Thema ‚Smart Factory / Industrie 4.0‘, bei dem die eingesetzten Roboter menschliche Arbeiter in Fabriken unterstützen sollen. Dementsprechend waren auch die Aufgaben im Wettkampf gestellt: Roboter mussten hier bestimmte Positionen anfahren, kleine Objekte, wie Schrauben oder Muttern, aufnehmen und ablegen und den Transport der Gegenstände zwischen verschiedenen Arbeitsflächen meistern. Dafür mussten die Teilnehmer ihre Roboter so konstruieren, dass sie vollautonom lokalisieren und navigieren, die Objekte erkennen und ihre Positionen bestimmen und sie dann präzise aufnehmen und zielgenau ablegen.

Insgesamt nahmen an der RoboCup-Weltmeisterschaft in Nagoya mehr als 3.500 Forscher, Studenten und Schüler aus 40 Ländern an Wettbewerben im Roboterfußball und in anwendungsorientierten Ligen teil.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal elektronikpraxis.de.

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