Preis für Technik und Innovation

Deutscher Zukunftspreis würdigt revolutionären Virenschutz

| Redakteur: Katharina Juschkat

Ein Medikament zur Vorbeugung eines weit verbreiteten Virus gewann den deutschen Zukunftspreis.
Ein Medikament zur Vorbeugung eines weit verbreiteten Virus gewann den deutschen Zukunftspreis. (Bild: Ansgar Pudenz)

Nominiert war das Galaxiegetriebe, ein flüssiger Wasserstoffspeicher sowie ein neuer Schutz gegen Viren bei fehlendem Immunsystem – jetzt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Sieger des deutschen Zukunftspreis gekürt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vergangene Woche den deutschen Zukunftspreis den Wuppertaler Wissenschaftlern Helga Rübsamen-Schaeff und Holger Zimmermann für ihre Arbeit zum „Schutz bei fehlendem Immunsystem – die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren“ verliehen. Der Bundespräsident würdigt mit dem Deutschen Zukunftspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wesentlich für die Entscheidung der Jury sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert. Nominiert waren neben den Preisträgern noch das Galaxie-Getriebe von Wittenstein und die Entwicklung von flüssigen Wasserstoffspeichern.

Die Preisträger haben das weltweit erste und bislang einzige Medikament zur Vorbeugung von Infektionen mit einem weit verbreiteten Virus entwickelt, das bei Knochenmarktransplantationen häufig zu Komplikationen führt. Das Arzneimittel basiert auf einem neuartigen Wirkmechanismus. Es ist bereits in vielen Ländern zugelassen und hat das Potenzial, die medizinische Behandlung von Transplantationspatienten und anderen Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu revolutionieren.

Die Preisträger und Nominierten im Überblick:

Das Galaxiegetriebe – eine neue Getriebegattung

Nominiert und mit einer Urkunde ausgezeichnet wurde Manfred Wittenstein und Thomas Bayer für ihre Entwicklung des Galaxie-Getriebes, einer völlig neuen Getriebeart, deren Einzelzähne bei der Kraftübertragung vollständigen Flächenkontakt haben. Die Grundidee der Entwickler war die Abkehr vom klassischen Zahnrad als zentralem Getriebebauteil. Bei der neuen Getriebegattung wurde es in viele Einzelzähne zerlegt. Auf diese Weise ist jetzt eine extrem große Zahl an Zähnen gleichzeitig im Einsatz.

Als Zahnform wählten die Erfinder die logarithmische Spirale. Dadurch erfolgt der Zahneingriff nicht mehr – wie bei Getrieben mit Zahnrädern – als Linienkontakt, sondern als Flächenkontakt. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Planetengetriebe weist das neue Getriebe fast siebenmal mehr tragende Zahnfläche auf. Das neue Konzept soll Leistungssteigerungen um mehrere hundert Prozentpunkte bieten und in allen antriebstechnischen Disziplinen herkömmlichen Getrieben überlegen sein.

Entwicklung von flüssigen Wasserstoffspeichern

Auch nominiert und urkundlich erwähnt wurden Prof. Peter Wasserscheid, Prof. Wolfgang Arlt und Dr. Daniel Teichmann für ihre Entwicklung von flüssigen Wasserstoffspeichern. Mit ihrer Vision eines auf Wasserstoff basierenden nachhaltigen Energiesystems im Kopf haben die Forscher einen Weg zur umfassenden Nutzung von Wasserstoff entwickelt, der ohne die aufwändige Handhabung von molekularem Wasserstoff auskommt. Stattdessen wird Wasserstoff an eine ungefährliche und gut zu handhabende Trägerflüssigkeit chemisch gebunden, die gefahrlos in der bestehenden Infrastruktur heutiger Kraftstoffe genutzt werden kann. Bei Bedarf wird der Wasserstoff wieder freigesetzt, wobei die Trägerflüssigkeit als „flüssige Pfandflasche“ erhalten bleibt und neu beladen werden kann. Die sogenannte LOHC-Technologie (liquid organic hydrogen carrier) ermöglicht damit eine einfache und effiziente Möglichkeit der Speicherung und des Transports von Wasserstoff.

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