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EU-Energieeffizienzrichtlinie Deutschland bei der Umsetzung auf den hinteren Plätzen

| Redakteur: Carina Schipper

Das europäische Energieeffizienzbündnis Coalition for Energy Savings veröffentlichte eine Analyse zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Das Ergebnis zeigt, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten eher in die Kategorie der Schlusslichter gehört.

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Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten schneidet Deutschland schlecht ab.
Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten schneidet Deutschland schlecht ab.
(Bild: Tobias Scheck, CC BY 2.0, flickr.com)

Das liege nach Angaben der „Coalition“ daran, dass über 50 % der von der Bundesregierung gemeldeten Energieeinsparungen aus Maßnahmen resultieren, die nicht mit den Bestimmungen des Artikels 7 der Richtlinie konform sind oder nicht über EU-Mindestanforderungen hinausgehen. Als Beispiele hierfür stehen die LKW-Maut, Maßnahmen zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien oder die Energieeinsparverordnung. Deutschland könne so das für alle Mitgliedstaaten geltende jährliche Energieeinsparziel von 1,5 Prozent nicht einhalten. Nachteilig in der Bewertung wirkte sich auch aus, dass die Bundesregierung ihr Energieeinsparziel mit einer nachträglichen Meldung im letzten Jahr gesenkt hat. Das ursprüngliche Ziel, den Endenergieverbrauch auf 48.880 Mio. t Rohöleinheiten im Jahr 2020 zu reduzieren, wurde aus Sicht der Autoren ohne plausible Begründung um 14 % auf 41.990 Mio. Tonnen Rohöleinheiten verringert.

NAPE kann Abhilfe schaffen

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) stimmt dieser Kritik der Coalition for Energy Savings zu. „Deutschland sollte eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen. Die Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie jetzt konsequent und vollständig umgesetzt werden.“, heißt es in einer Pressemitteilung. Im einstweiligen Stopp der Steuerförderung für energetische Gebäudesanierung sieht die DENEFF einen ersten Rückschlag. „Doch Deutschland muss ohnehin seine Effizienzstrategie weiter ausbauen, um die nationalen Klima- und Energieziele bis 2020 noch zu schaffen“, sagt Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF.

Auch in anderen EU-Ländern hält sich der Ehrgeiz bei der Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie laut den Beobachtungen in Grenzen. Nur Dänemark und Irland haben belastbare Pläne vorzuweisen, wie sie das Einsparziel erreichen und ihren Beitrag zum europäischen Effizienzziel besteuern wollen, bis zum Jahr 2020 den Energieverbrauch um 20 % zu senken. Andere große EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien halten sich bei dem Energieeffizienz-Ranking im Mittelfeld vor der Bundesrepublik. „Viele Mitgliedstaaten setzen noch nicht einmal die Mindestvorgaben der Energieeffizienzrichtlinie um. Effizienztechnologien und die Einsparung von Energie sind wichtige Hebel für den europäischen Klimaschutz, kurbeln die europäische Wirtschaft an und reduzieren die Abhängigkeit von Energieimporten aus Drittstaaten. Eine mangelhafte Effizienzpolitik heißt, auf diese Vorteile zu verzichten“, berichtet Stefan Scheuer, Generalsekretär der Coalition for Energy Savings.

Bild: Tobias Scheck,CC BY 2.0, flickr.com

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