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Deutschland und China buhlen um Vorherrschaft in Brasilien

| Redakteur: Sariana Kunze

Brasilien bietet für den deutschen Maschinenbau großes Potenzial. Immer mehr Unternehmen werden deshalb im Land der Fußballweltmeisterschaft 2014 aktiv, doch es mangelt laut einer aktuellen Studie an einer Strategie. Auch die Chinesen haben ein Auge auf Brasilien geworfen. Der VDMA beschreibt diesen Konkurrenzkampf so: die Chinesen greifen „von unten an“, während die deutschen Anbieter von „oben“ mit High-Tec-Produkten den Markt aufrollen.

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Auch der deutsche Maschinenbau möchte sich in Brasilien den "Weltmeistertitel" holen. Der stärkste Konkurrent kommt dieses Mal nicht aus Argentinien sondern aus China.
Auch der deutsche Maschinenbau möchte sich in Brasilien den "Weltmeistertitel" holen. Der stärkste Konkurrent kommt dieses Mal nicht aus Argentinien sondern aus China.
( Astrid Götze-Happe_pixelio.de )

Einige in Brasilien traditionell starke Maschinenbereiche laufen gut, aber für die Zukunft müssen sich deutsche Firmen aktiv um eine Strategie bemühen. Das ist das Ergebnis der Studie „Wachstumschancen im brasilianischen Maschinenbaumarkt“, die der VDMA in enger Zusammenarbeit mit Roland Berger Strategy Consultants erarbeitet hat und für VDMA-Mitgliedsunternehmen zur Verfügung steht.

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Lokale Gegebenheiten erfordern Kapital

Deutsche Maschinenbauer stehen vor dem Dilemma, genau herauszufinden, wie viel lokale Präsenz sie vorhalten müssen. Brasilianische Kunden erwarten einen immer besseren Service, während sie gleichzeitig beim Technologieniveau auch mit einem mittleren Niveau zufrieden wären. VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge, der selbst lange Jahre für sein Unternehmen in Brasilien tätig war, berichtet: „Es braucht viel Kapital und viel Know how, um mit den lokalen Gegebenheiten klar zu kommen. Vor diesem Hintergrund ist es misslich, dass das Handelsabkommen Mercosur die Bedienung der Nachbarländer von Brasilien aus nicht erleichtert. Brasilien ist zu groß, um den Markt der asiatischen Konkurrenz zu überlassen.“ Ein kräftiges Anspringen der Konjunktur in Brasilien wäre nicht nur für das Land das Beste, es böte auch klare Investitionsanreize für deutsche Firmen.

China als starker Konkurrent

Die aktuelle Konjunktureinschätzung in Brasilien ist nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen weiter von Pessimismus geprägt. Dennoch: die brasilianische Maschinennachfrage beträgt nach Berechnungen der Studie etwa 52 Mrd. Euro für 2014. Immer noch ist die lokale Produktion von großer Bedeutung. Ein Anlass für den VDMA, die Branche genauer zu analysieren. Für die Nachfrage nach Maschinen und Komponenten sieht die Studie gleichwohl eine Reihe positiver Treiber, etwa den hohen Automatisierungsbedarf, das Thema Energieeffizienz und die weiterhin stark steigende Nachfrage nach verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränken. Die Durchdringung mit Importen ist stark vom Maschinensegment abhängig. Bei Land- und Baumaschinen ist sie sehr niedrig, bei Komponenten gewinnen Importprodukte mehr und mehr Anteile, diese liegen heute bei 60 bis 70 Prozent. Gerade die Anbieter von Komponenten dürften von der technologischen Aufholjagd der brasilianischen Investitionsgüterindustrie profitieren.

Deutsche Firmen des Maschinenbaus sind traditionell stark in Brasilien vertreten. Aber auch Nischenanbieter in der deutschen Investitionsgüterindustrie zieht es nach Brasilien. Der VDMA hat daher 2013 ein Verbindungsbüro in Brasilien eröffnet, das ein Netzwerk zu den lokalen Niederlassungen des deutschen Maschinenbaus unterhält. Die internationale Konkurrenz für deutsche Maschinenbauer in Brasilien ist allerdings stark gewachsen. Die chinesischen Wettbewerber haben in den letzten Jahren Jahr für Jahr bei den Importen zugelegt, von drei Prozent (2004) auf heute fast 19 Prozent. Gleichzeitig ist der Marktanteil deutscher Firmen an den Gesamtimporten Brasiliens von über 19 Prozent in 2004 auf nur noch 13 Prozent in 2013 zurückgegangen.

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